Tierwohl trifft auf Traktorwohl

John Deere und Zoetis treiben Krankheits-Früherkennung voran

Die Vorhersage von Krankheiten, Schäden und sonstigen Ereignissen gelingt dank digitaler Technik und künstlicher Intelligenz immer besser. Zwei Firmen zeigen, wie die Früherkennung funktioniert.

Wenn eine Kuh erkrankt, deutet sich dies schon an, bevor es klinisch sichtbar wird. Denn das Wiederkäuverhalten verändert sich bereits einige Tage früher. Sollte der Landwirt dies nicht erkennen, geht wertvolle Zeit bis zur Behandlung des Tiers verloren. Mit Hilfe von künstlicher Intelligenz lässt sich das Wiederkäuverhalten inzwischen viel besser messen und analysieren. Unregelmäßigkeiten können dadurch frühzeitig festgestellt werden und die dadurch ermöglichte proaktive Behandlung steigert die Tiergesundheit und das Tierwohl deutlich.

Das SMARTBOW-System der Firma Zoetis arbeitet mit einer intelligenten Ohrmarke, die das Wiederkäuverhalten und die Aktivität sowie den Standort in Echtzeit misst. Aus den generierten Daten zieht das System Rückschlüsse auf die Brunst und den Gesundheitszustand der Kuh.

Eine präventive Früherkennung basierend auf künstlicher Intelligenz gibt es aber nicht nur in der Tierhaltung, sondern auch bei John Deere Maschinen. Das Expert Alerts System arbeitet nach dem gleichen proaktiven Prinzip, um mögliche Fehler vorauszusagen, bevor sie Ausfallzeiten und Kosten verursachen, teilt John Deere mit.

Software-Algorithmen würden die Daten der vernetzten Maschinen kontinuierlich analysieren. Bei einer Störung erhalte der zuständige Vertriebspartner in Echtzeit einen Expert Alert und damit verbundene Reparaturinformationen. In Abstimmung mit dem Landwirt oder Lohnunternehmer erfolge eine Reparatur zum bestmöglichen Zeitpunkt, so dass Folgeschäden verhindert werden, heißt es.

„Der proaktive Service durch Expert Alerts maximiert Maschineneinsatzzeiten bei immer kürzer werdenden Einsatzfenstern" so Alexander Berges, Marketing Manager John Deere. Beim Früherkennungssystem von Zoetis geht es um die Gesundheit und eventuell auch um das Leben der Tiere. „Wir sehen bereits zwei Tage vor einer Auffälligkeit am Tier, dass etwas nicht stimmt. So konnten schon viele Kuhleben gerettet werden“, berichtet Dr. Christian Wunderlich, Area Business Manager SMARTBOW, Zoetis.

Expert Alerts und SMARTBOW sollen Tierwohl, Ökologie und Ökonomie in Einklang, erklären beide Unternehmen weiter. Für den Landwirt sei dabei sehr wichtig, dass die sensiblen Daten allein ihm gehören. Er kann die Zugriffsrechte nach seinem Bedarf verwalten und jederzeit verändern.


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Diskussionen zum Artikel

von Stefan Lehr

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kommt dann noch der Preisdruck durch diese Systeme und das reale Leben (Ohrmarke ausgerissen, Materialbruch in der Ernte, etc.). Damit ist dann der Leistungs(Kosten)druck auf die Landwirte wieder etwas hoeher. Trotzdem ein sehr interessanter Ansatz.

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