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Die Gelbschale wird digital

Lesezeit: 5 Minuten

Bei der Schädlingskontrolle im Raps ist das Treffen des richtigen Behandlungstermins das A und O. Dass die neue Schale MagicTrap dabei ein wertvoller Helfer ist, zeigen erste Praxiserfahrungen.


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Um Rapsschädlinge zu kontrollieren, gleichzeitig die Resistenzgefahr zu minimieren und dabei Nützlinge zu schonen, ist es wichtig, Insektizide punktgenau einzusetzen. Das funktioniert aber nur, wenn man den tatsächlichen Zuflug von Herbst- und Frühjahrsschädlingen auf den eigenen Flächen präzise ermittelt. Genau an diesem Punkt setzt die neue digitale Gelbschale MagicTrap an.


Was leistet MagicTrap?


Die neu konzipierte Schale ist mit einer hochauflösenden Kamera und einem Minicomputer ausgestattet. Sobald die örtliche Witterung einen Zuflug von Schädlingen erlaubt, fotografiert die Kamera ein- oder zweimal am Tag den Inhalt der Schale und sendet die Bilder dann über die MagicScout-App an den Landwirt. Die App zeigt an, welche Schädlingsarten enthalten sind und ermittelt deren Anzahl. Sie erkennt auch Nützlinge wie Bienen oder Hummeln sowie Beifang wie Mücken oder Fliegen.


„Das System unterscheidet Rapserdflöhe, Rüssler und Rapsglanzkäfer relativ sicher“, so Manja Landschreiber von der LK Schleswig-Holstein. „Wichtig ist aber in erster Linie, dass man anhand der Bilder sieht, dass in der Schale was los ist. Ist das der Fall, kann man mithilfe der Fotos die Artenbestimmung kontrollieren und zwischen dem Großen Rapsstängelrüssler und dem Gefleckten Kohltriebrüssler selbst unterscheiden (das kann das System noch nicht). Im Zweifel ist eine Vor-Ort-Kontrolle der Schale sicherlich hilfreich. Für eine optimale Terminierung der Spritzung ist die Unterscheidung der letztgenannten Arten absolut wichtig.“ Weil es sich insgesamt um ein „lernendes System“ über Algorithmen handelt, verbessert sich die Qualität der Schädlingsbestimmung stetig.


„Die Bildqualität und die Treffgenauigkeit sind gut“, berichtet Landwirt Andreas Baum, der die Schale in der letzten Saison ausprobiert hat. „Sobald die Zuflugbedingungen günstig sind, erhalte ich in der Regel zwei Fotos pro Tag – eins um 12 Uhr und eins um 16 Uhr.“ Das Schicken der Bilder könnte seiner Ansicht nach allerdings noch etwas zuverlässiger erfolgen. Zeigen die Bilder und die Schädlingsauswertung in der App einen Befall an, kontrolliert er den Schlag und beginnt nach Überschreiten der jeweiligen Bekämpfungsschwellen mit dem Insektizideinsatz. Baum bewirtschaftet in einem Unternehmensverbund einen Ackerbaubetrieb in Prießnitz (Sachsen-Anhalt) mit rund 600 ha Raps. Den wichtigsten Vorteil von MagicTrap sieht er darin, dass er die Gelbschalen in der Saison nicht mehr täglich kontrollieren muss – vor allem bei den weit entfernten Schlägen entfallen dadurch Anfahrten. Für ihn ist die digitale Gelbschale daher eine Arbeitserleichterung.


Überzeugt vom Nutzen der Schale ist auch Landwirt Bernd Olligs, der in Rommerskirchen in Nordrhein-Westfalen einen Ackerbaubetrieb mit 10% Raps in der Fruchtfolge bewirtschaftet. „Sehr gut finde ich, dass die künftige Version von MagicTrap auch Pushnachrichten verschicken kann, wenn die Schadschwellen der jeweiligen Arten überschritten sind. Manchmal baut sich innerhalb von zwei Stunden eine starke Zuflugwelle auf, die man über das System gut erkennen kann. Mit diesen Infos plane ich dann die Insektizidmaßnahme.“ „Blind spritzen“ oder ein Insektizid aus Versicherungsgründen mitnehmen, kommt für ihn nicht infrage. Vor dem Hintergrund der zunehmenden Resistenzen von Schädlingen gegenüber Insektiziden und der politisch geforderten Pflanzenschutzmittelreduktion ist der Einsatz von digitalen Gelbschalen für Olligs sogar fast schon ein Muss. „Wenn mehrere Landwirte die Schalen nutzen, kann man die Infos über die Region auch teilen“, ergänzt der Landwirt.


Übrigens: Mit der App lässt sich der Schädlingsbefall nicht nur analysieren. Zeitgenau wird er auch dokumentiert und lässt sich jederzeit einsehen.


Plug and play?


Die Gelbschale wird mithilfe einer Halterung an einem Stab befestigt und lässt sich so manuell in der Höhe verstellen. Über ein Gelenk kann man sie horizontal ausgleichen. Vor dem Ersteinsatz wird die Gelbschale und ein integrierter Tank mit Wasser befüllt. Im vorderen Teil ist ein Mechanismus eingebaut, der die Wassermenge in der Schale konstant hält (bei Verdunstung läuft die benötigte Menge einfach nach).


Über die MagicScout-App, die man im Apple App Store bzw. im Google Play Store kostenlos downloaden kann, erfolgt die Anmeldung. Dann muss man nur noch einen QR-Code einscannen, der sich an der Gelbschale befindet. Danach ist die Schale einsatzbereit. Die Inbetriebnahme, so Beraterin Manja Landschreiber, ist wirklich schnell erledigt.


Die Energieversorgung erfolgt über ein Solarpanel auf der Oberseite, das einen integrierten Akku mit Strom versorgt. Die meiste Zeit befindet sich das Gerät im „Deep Sleep-Modus“, in dem es nur minimal Energie verbraucht. Nur einmal am Tag wird der Minicomputer der Schale mit aktuellen Wetterdaten versorgt. Stimmt die Wetterlage, und ist mit verstärktem Zuflug zu rechnen, wird die Kamera aktiviert, die dann die Fotos an die App schickt. Das Senden der Bilder erfolgt über eine eingebaute SIM-Karte.


Laut Hersteller hat die Vermarktung der digitalen Gelbschale MagicTrap über den Online-Shop kürzlich begonnen (www.magicscout.app/magictrap). Im ersten Jahr soll die Hardware 99,99 € kosten, danach 149,99 €. Dazu kommt noch eine jährliche Softwarelizenz, die sich nach der Anzahl der Geräte staffelt und die Datenübertragung, die Bildauswertung und die Softwareupdates beinhaltet.


Ihr Kontakt zur Redaktion:matthias.broeker@topagrar.com

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