Ausfallkartoffeln

Kartoffeln: Keinen Durchwuchs riskieren Plus

Vermeiden ist besser als bekämpfen – halten Sie den Druck von Ausfallkartoffeln von vornherein so niedrig wie möglich. Die nachfolgenden Punkte helfen Ihnen dabei.

Durchwuchskartoffeln nehmen in Kartoffelfruchtfolgen zu und entwickeln sich zu einem immer ernsteren Problem. Denn die unerwünschten Kartoffelpflanzen

  • sind Wirtspflanzen für kartoffelspezifische Krankheitserreger wie Bakterien, Pilze, Virosen und Nematoden – dadurch untergraben sie den Fruchtfolgegedanken,
  • konkurrieren mit der Hauptkultur um Wasser und Nährstoffe,
  • können z.B. im Getreide die Ernte deutlich erschweren und
  • beeinträchtigen durch Sortenvermischungen die Vermarktungsfähigkeit einer Partie.

Setzte der Frost die Ausfallknollen bis vor ein paar Jahren noch sicher außer Gefecht, verschlimmern die zunehmend milden Winter das Problem. Wichtig ist daher, Ausfallkartoffeln mit direkten und indirekten pflanzenbaulichen und technischen Maßnahmen zu vermeiden bzw. zu beseitigen. Welche Maßnahmen Sie ergreifen können, zeigen die folgenden vier Punkte.

1. Den Acker möglichst sauber halten

Eine verlustarme Rodearbeit ist der erste Ansatz für durchwuchsfreie Flächen. Jede Knolle, die auf dem Feld verbleibt, kann in den Folgejahren Probleme bereiten. Wie hoch der Druck sein kann, zeigt eine Bachelorarbeit in Zusammenarbeit mit der Hochschule Osnabrück: In dieser wurden die Knollenverluste während der Ernte 2017 auf 20 kartoffelanbauenden Betrieben in Niedersachsen ermittelt. Die Ernteverluste betrugen durchschnittlich 126000 Knollen/ha – dieser Wert entspricht in etwa der dreifachen Pflanzstärke! Das Ziel muss sein, durch optimale Erntebedingungen und eine angepasste Rodereinstellung die Ernteverluste zu minimieren. Achten Sie dabei auf Folgendes:

  • Stellen Sie die Rodetiefe so ein, dass keine Kartoffeln unterhalb des Schares im Boden verbleiben oder durch das Schar angeschnitten werden. Graben Sie zur Kontrolle hinter dem Roder nach.
  • Wählen Sie die Siebkette so, dass die Teilung der Kette zu den jeweiligen Knollengrößen und Rodebedingungen passt. Häufig muss man hier einen Kompromiss zwischen der gewünschten Absiebeleistung und den entstehenden Rodeverlusten finden.
  • Vermeiden...


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