Kirsten Tackmann

Kaum THC: Linke fordert Streichung von Nutzhanf aus Betäubungsmittelgesetz

Für Kirsten Tackmann bietet der Anbau von harmlosen Nutzhanf enorme Potenziale. Die Bundesregierung weigere sich aber, die Pflanzen aus dem Betäubungsmittelgesetz zu streichen.

Kirsten Tackmann, Agrarsprecherin der Linken, wirft der Bundesregierung beim Anbau THC-armen Nutzhanfs eine Blockadehaltung vor. So sei der Hanf weiter im Betäubungsmittelgesetz (BtMG) gelistet, was die „enormen Potenziale“ der Nutzpflanze verschließe. Völlig unnötig seien die Anbaubetriebe hohen Risiken ausgesetzt, so Tackmann.

„Andere EU-Staaten haben inzwischen die positiven ökonomischen, aber auch ökologischen Potentiale des Nutzhanfanbaus erkannt und die notwendigen Rahmenbedingungen geschaffen. Während in Deutschland der Nutzhanfanbau auf sehr niedrigem Niveau nur sehr langsam Flächenanteile hinzugewinnt, sind in anderen EU-Mitgliedsstaaten die Steigerungsraten beim Anbau exponentiell“, so die Linken-Politikerin weiter.

Der Grund liegt ihrer Ansicht nach neben den bürokratischen Hürden in den durch das BtMG verursachten Risiken des Warenverkehrs mit Nutzhanfprodukten. Das sei völlig unnötig, denn die Verarbeitung und Nutzung der europaweit zugelassenen, praktisch THC-freien Hanfsorten und ihrer Produkte habe rein gar nichts mit medizinischen Nutzungsmöglichkeiten oder der Nutzung als Droge aus anderen Hanf-Züchtungen zu tun.

Laut Tackmann kann Nutzhanfanbau in der heutigen Landwirtschaft einen bedeutenden Beitrag zum Klimaschutz, bei der Förderung der Bodenfruchtbarkeit, bei der Verringerung des Pflanzenschutzaufwandes und zur Ausweitung der in Deutschland vorherrschenden, Getreide- und Mais-lastigen Fruchtfolgen leisten.

Die Nachfrage nach nachhaltigen Produkten aus dem Nutzhanf in den Bereichen Ernährung, Textil und Baustoffe steigt ihren Informationen nach kontinuierlich. Ein Großteil des heutigen Bedarfs wird aufgrund der unangemessenen Hürden hierzulande aktuell aus Importen aus anderen EU-Mitgliedsländern sowie China gedeckt.

Die Linke fordert die Bundesregierung auf, ihre Position zur Einbeziehung des Nutzhanfes in das BtMG zu korrigieren und die bürokratischen sowie ordnungsrechtlichen Hürden beim Nutzhanfanbau abzubauen.

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Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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