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Nützlinge – große Dienste von kleinen Insekten

Eine Marienkäferlarve frisst pro Tag bis zu 200 Blattläuse. Welche Gruppen von Nützlingen es gibt, welch große Dienste sie leisten und was das Problem der Pyrethroide ist, sagen wir Ihnen hier...

Lesezeit: 3 Minuten

Wer denkt, dass Nützlinge gegen Schädlinge im Ackerbau kaum etwas ausrichten können, der irrt. Denn die natürlichen Feinde von Rapsglanzkäfer, Blattlaus und Co. sind zwar klein und häufig unsichtbar unterwegs. Dennoch leisten sie Großes: So kann eine einzelne Marienkäferlarve pro Tag z. B. bis zu 200 Blattläuse vertilgen. In Deutschland gibt es von diesen Läusejägern rund 80 Arten.

Zwei Gruppen von Nützlingen

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Generell lassen sich Nützlinge in zwei Gruppen unterteilen:

Räuber: Bedeutende Blattlausvernichter sind neben Marienkäfern und ihren Larven auch die Larven von Florfliegen, Schwebfliegen und Weichkäfern. Sie fressen vor allem Blattläuse oder saugen sie aus. Aber auch Laufkäfer, Kurzflügler und Spinnen dezimieren Schädlinge.

Parasitoiden: Schlupfwespen sind bekannt dafür, Blattläuse anzustechen und Eier darin abzulegen. Dort entwickeln sich Schlupfwespenlarven. Der Wirt, demnach die Blattlaus, stirbt dabei ab. Doch nicht nur Blattläuse sind Wirte für die Schlupfwespen, sondern auch Rapsschädlinge. Allein auf den Großen Stängel- und Gefleckten Kohltriebrüssler, Rapsglanzkäfer, Kohlschotenrüssler und -mücke sowie den Rapserdfloh sind über 80 verschiedene Schlupfwespenarten spezialisiert.

Als Parasit können zudem Pilze und Nematoden bestimmte Schädlinge befallen.

Was leisten Nützlinge?

Besonders aktiv sind die Nützlinge, wenn viel Nahrung vorhanden ist – demnach vor allem von Mai bis Juni. Dass sich auf Rapsschlägen dann bis zu 40 verschiedene Laufkäferarten und mehr als 100 Kurzflügelkäfer/m² tummeln können, fanden Forscher des Julius Kühn-Instituts (JKI) und der Uni Göttingen heraus. Im Weizen entdeckten die Wissenschaftler mehr als 100 Kurzflügelkäfer, 20 Laufkäfer und 100 Spinnen/m². Auch in Rüben sind Nützlinge stetig im Dienst.

Normalerweise reguliert sich das Ökosystem quasi selbst. Kommen jedoch Insektizide zum Einsatz, können auch Nützlinge absterben.

Wie helfen?

Wichtig ist, die natürlichen Feinde nicht durch breit wirksame Insektizide zu schädigen. Gegen z. B. Blattläuse in Getreide sollte man zu frühe Insektizideinsätze und eine zu häufige Anwendung von Pyrethroiden vermeiden.

Das Problem der Pyrethroide: Die Kontaktwirkstoffe liegen als Kristalle auf den Blättern, Insekten nehmen sie mit ihren Füßchen auf und sterben daran – nicht nur Blattläuse, sondern auch ihre Feinde. Deshalb baut sich zügig neuer Befall auf. Meist wird dann wieder ein Pyrethroid eingesetzt. Die Folge: Die Resistenzen nehmen zu!

Gehen Sie daher z. B. gegen Getreideblattläuse mit nützlingsschonenden Insektziden vor. Diese fördern die Selbstregulation und beugen einer zweiten Befallswelle im Bestand vor.

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