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Pflanzenschutzempfehlungen vom 27.4.2016

(in Zusammenarbeit mit proPlant und der Landwirtschaftskammer NRW) Blütenbehandlung im Raps; Raps: Ein Insektizid mitnehmen? Weizen: Septoria im Anmarsch

Lesezeit: 10 Minuten

(in Zusammenarbeit mit proPlant und der Landwirtschaftskammer NRW)


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Aktuelle Situation


Zunächst bestimmt ein Tief mit viel Wind und kräftigen Aprilschauern noch das Wetter. Dabei kann vor allem nachts und morgens, regional auch im Flachland, Schnee fallen. Im höheren Bergland bleibt es auch tagsüber winterlich. Zum Wochenende wird es zögernd etwas freundlicher und wärmer. Mehr als 10 bis 15 °C erreichen die Temperaturen aber noch nicht. Während die Wolken im Westen meist in der Überzahl sind, lässt sich nach Osten hin öfter mal die Sonne blicken. Auch in der ersten Maiwoche soll es weiterhin Schauer geben.


Blütenbehandlung im Raps


Bei den kalten Temperaturen ist von einer verzögerten, langen Blütezeit des Rapses auszugehen. In den vergangenen Tagen war es dabei nachts oft unter 0 °C. Dies war für die Befruchtung eher nicht förderlich.



Für Infektionen mit Sklerotinia (Weißstängeligkeit) ist es deutlich zu kalt. Erst wenn die Temperaturen tagsüber bei mindestens 18 °C liegen, können Infektionen auch bei leichtem Tau stattfinden. Warten Sie mit der Behandlung, bis sich etwas wärmeres Wetter einstellt.

Bei ansteigenden Temperaturen empfiehlt sich eine Behandlung, sobald die Hälfte der oberen Triebe blüht und der Bestand somit nicht mehr grün schimmert. Um Durchfahrtsverluste zu vermeiden, sollten Sie besser abends behandeln, da die Stängel dann dynamischer sind. In der Leistungsfähigkeit der Fungizide ergeben sich aus den Versuchen nur marginale Unterschiede. Sie können z.B. 0,5 l/ha Cantus Gold, 1,0 l/ha Custodia, 1,0 l/ha Symetra, 1,0 l/ha Propulse, 0,5 l/ha Acanto + 0,5 l/ha Prosaro oder 0,5 l/ha Acanto + 0,5 l/ha Cercobin einsetzen.



Neben Sklerotinia unterdrückt man mit einer Blütenbehandlung auch Abreifekrankheiten wie Alternaria und Cylindrosporium. Außerdem ergeben sich durch die Maßnahme physiologische Mehrerträge. AHL-Zusätze in der Blüte bedeuten dagegen zusätzlichen Stress für den Raps und können sich negativ auswirken. Geben Sie keine flüssigen Bor-Dünger mit in den Tank, denn diese sind nicht verträglich. Die Zugabe von 3 bis 5 kg/ha Epso Microtop ist jedoch möglich.


Gebrauchsanweisung und regionale Hinweise beachten!


Raps: Ein Insektizid mitnehmen?


Bei den kühlen Temperaturen fliegt der Kohlschotenrüssler nicht. Die Mitnahme eines Insektizids ist somit überflüssig. Steigen die Temperaturen Anfang Mai doch noch an, kann man bei Vorjahresbefall in unmittelbarer Nachbarschaft zum aktuellen Rapsschlag, ein Insektizid zumischen. Meist reicht bereits eine Randbehandlung aus, da die später einfliegende Kohlschotenmücke sehr ortstreu ist. Achtung! Das Mittel Biscaya hat in der Blüte keine Zulassung mehr. Welche Insektizide Sie noch nutzen können, finden Sie in der Tabelle. Zudem ändert sich in Mischung mit Fungiziden die Einstufung der Bienengefährdungsklasse. Aus Gründen des Bienenschutzes sollten Sie auch B4-Mischungen abends ausbringen.



Gebrauchsanweisung und regionale Hinweise beachten!


Weizen: Septoria im Anmarsch


Septembersaaten sind in der Regel bereits einmal behandelt. Wer seinen frühen Weizen (jetzt in EC 32) noch nicht behandelt hat und die Blätter durch die Regenschauer mindestens zwei Tage durchgängig nass waren, sollte zwischen den Schauern an einem trockenen Tag gegen Septoria vorgehen. Es empfiehlt sich dafür ein Fungizid mit heilender Wirkung. Dafür bieten sich an: 1,6 l/ha Adexar + 1,0 l/ha Bravo oder 1,0 l/ha Aviator Xpro + 1,0 l/ha Bravo oder 1,0 l/ha Siltra Xpro + 1,0 l/ha Bravo oder 1,0 l/ha Skyway Xpro + 1,0 l/ha Bravo. Bravo wirkt dabei vorbeugend auf weitere Septoria-Infektionen.

 

Ein Großteil der Weizenschläge befindet sich aktuell jedoch erst in EC 31, in Höhenlagen sogar in EC 30. Da sich die ertragsrelevanten Blattetagen zu EC 32 bilden, empfiehlt sich in diesen Fällen eine Behandlung mit 2,0 l/ha Eleando + 1,0 l/ha Bravo. Damit sichern Sie Septoria, Halmbruch und Schneeschimmel ab. Auf Standorten mit mehr Halmbruchdruck (Frühsaaten, hoher Getreideanteil) bringt Unix die bessere Wirkung, ist aber schwach gegen Gelbrost, sodass eine Ergänzung z.B. mit Rubrik, Epoxion oder Orius sinnvoll ist. Auch hier empfiehlt sich die Zugabe von 1,0 l/ha Bravo, wenn es regnerisch bleibt. Auf Flächen, auf denen mehr Mehltau vorkommt, ist eine Kombination aus Unix + Gladio sinnvoll. Der Gelbrost bildet sich bei der regnerischen, kühlen Witterung von alleine zurück. Trotzdem sollten Sie diesen nicht vernachlässigen.



In späten Saaten und wenig septoriaanfälligen Sorten empfiehlt sich auch eine Mischung aus 1,25 l/ha Capalo + 1,0 l/ha Bravo. Capalo wirkt darin noch etwas gegen Mehltau.



Gleichzeitig mit der Fungizidbehandlung können Sie Ihren Weizen zum zweiten Mal einkürzen. Es eignen sich 0,3 bis 0,5 l/ha CCC + 0,1 bis 0,3 l/ha Moddus (oder Nachbauten) oder 0,3 bis 0,6 l/ha Medax Top + gleicher Menge Turbo.





Gebrauchsanweisung und regionale Hinweise beachten!


Abschlussbehandlung in Gerste


Die Gerste hat in den letzten Tagen einen großen Wachstumsschritt gemacht. Oft schieben die Pflanzen jetzt das letzte Blatt oder es ist bereits vollständig vorhanden. Das kühle Wetter verzögert jedoch nun die Weiterentwicklung.



Rhynchosporium und Netzflecken haben sich in den letzten Tagen weiter ausgebreitet. Das regnerische, kühle Wetter fördert Rhynchosporium-Infektionen. Wo und wie stark die Infektionen auftreten, lässt sich anhand der Karte mit Septoria-Infektionen im Weizen erkennen. Die Verbreitung der beiden Krankheiten ist identisch. Die fungizide Abschlussbehandlung können Sie optimal zusammen mit der letzten Wachstumsreglermaßnahme zum Grannenspitzen ausbringen. Es empfiehlt sich z.B. 0,6 bis 0,8 l/ha Aviator Xpro oder 0,8 bis 1,0 l/ha Adexar. Zusätzlich sollten Sie aus Resistenzgründen immer 1,0 l/ha Credo oder alternativ 1,25 l/ha Amistar Opti mit in den Tank geben. Netzflecken halten Sie mit den Carboxamid-Azol-Kombinationen sonst nicht in Schach. Außerdem sichern Sie sich gegen Ramularia ab.



Der letzte Halmabschnitt lässt sich bei Temperaturen von mindestens 14 °C  noch mit 0,25 bis 0,5 l/ha Cerone/Camposan einkürzen. Besonders in lageranfälligen Sorten wie Nerz, Lomerit, Celoona und Meridian hat sich diese Maßnahme bewährt. Die sehr gute Wasserversorgung fördert zudem das Längenwachstum des Getreides. Doch Achtung! Bringen Sie Camposan/Cerone nicht bei Nachtfrostgefahr aus.



Gebrauchsanweisung und regionale Hinweise beachten!


Zwischenbehandlung in Triticale


Durch die erste Fungizidmaßnahme gegen Gelbrost zusammen mit der CCC-Behandlung ließ sich der Pilz in Triticale gut bekämpfen. Die meisten Bestände sind somit sauber. Die Triticale wird zum Wochenende fast überall EC 32 (drittletztes Blatt ist voll geschoben) erreichen. In warmen Regionen oder bei früher Saat ist die Kultur auch schon weiterentwickelt. In diesem Stadium kann eine Zwischenbehandlung optimal erfolgen, um sicher bis zur Abschlussbehandlung zu kommen. Weist die Halmbasis nur geringe Verbräunungen auf, sind Fungizide mit Nebenwirkung gegen Halmbruch ausreichend. Dafür eignet sich z.B. 1,5 l/ha Capalo. Mit besserer Halmbruch- und sehr guter Rostwirkung können Sie 2,0 l/ha Viverda einsetzen. Mit guter Wirkung – auch gegen Mehltau – ist 0,6 l/ha Gladio + 0,6 kg/ha Unix eine Alternative. Gegen Gelbrost wirkt die Maßnahme schwächer, gegen Halmbruch gut.



Ob sich ein Wachstumsreglereinsatz noch lohnt, sollten Sie schlagspezifisch entscheiden. Viele Bestände stehen in diesem Jahr eher dünn. Zudem sind viele der Sorten genetisch bereits sehr standfest. Eine leichte Einkürzung können Sie von 0,3 - 0,4 l/ha CCC erwarten. In Kombination mit 0,25 l/ha Cerone wird der Bestand stärker verkürzt, jedoch sind dafür Temperaturen über 14°C nötig. Alternativ zum Cerone können Sie auch 0,1 bis 0,2 l/ha Moddus zugeben.




Gebrauchsanweisung und regionale Hinweise beachten!


Mais von Beginn an sauber halten


Wegen der Kälte wird der in den letzten Wochen gedrillte Mais zunächst nur im Boden liegen. Herbizidbehandlungen sollten Sie noch schieben, bis wärmeres Wetter in Sicht ist und der Mais nach der Behandlung zügig wächst. Bei ausreichender Bodenfeuchte können Sie dann im Vorlauflauf mit z.B. 2,5 l/ha Gardo Gold arbeiten. Im frühen Nachauflauf bis zum 2-Blattstadium des Maises sollten Sie 0,5 l/ha Sulcogan zumischen. Auf Standorten mit Finger- und/oder Borstenhirse empfiehlt sich 1,0 l/ha Laudis statt Sulcogan. Dabei können Sie auch die geeigneten Packkombinationen mit halber Menge einsetzen. Die zweite Behandlung steht dann zum 6-Blattstadium des Maises an. Ist der Unkrautdruck auf Ihren Flächen gering, reicht eine Einfachbehandlung zum 3- bis 4-Blattstadium des Maises aus.


Gebrauchsanweisung und regionale Hinweise beachten!


Ungräser in Rüben ausschalten


In frühen Rübensaaten ist jetzt teilweise höherer Besatz an Ungräsern, wie z.B. Fuchsschwanz oder auch Quecke, auffällig sichtbar. Gegen diese Ungräser müssen Sie höhere Mengen an Gräsermitteln einsetzen. Deshalb empfiehlt sich eine Solospritzung zwischen der NAK 1 und NAK 2. Halten Sie möglichst einen Abstand von 3 bis 5 Tagen zu den NAKs ein. Gegen FOP-resistenten Fuchsschwanz lässt sich mit 2,5 l/ha Focus Ultra + 1,0 l/ha Dash arbeiten. Ist der Fuchsschwanz leicht bekämpfbar, können Sie auch 1,0 l/ha Fusilade Max oder 1,0 l/ha Agil S ausbringen. Beachten Sie, dass Gräsermaßnahmen erst dann erfolgen sollten, wenn die Ungräser mindestens 3 bis 4 Blätter haben bzw. die Quecke 20 cm hoch ist.

 

Ein Beimischen der Graminizide mit reduzierten Aufwandmengen zur Basismischung aus z.B. 1,2 l/ha Belvedere Extra  + 1,5 l/ha Goltix Titan ist eingeschränkt möglich. Berücksichtigen Sie jedoch unbedingt die erhöhte Blattaktivität dieser Mischung. Dies bedeutet, dass Sie keine zusätzlichen Additive wie Trend, Access oder Hasten mit in die Spritze geben sollten. In der derzeitigen Phase mit niedrigen Temperaturen und nach den Frostnächten ist daher Vorsicht geboten, da die Rüben derzeit gestresst sind und Herbizidmaßnahmen schlechter kompensieren können. Sicherer fahren Sie daher solo!






Gebrauchsanweisung und regionale Hinweise beachten!


Gräserbekämpfung in Kartoffeln


Da Hirsearten in der Regel verspätet und ungleichmäßig auflaufen, reicht die Wirkung der Bodenherbizide nicht immer aus. Nach dem Auflaufen der Kartoffeln können daher Behandlungen nötig sein. Gelegentlich müssen Sie auch noch etwas gegen Quecken oder Flughafer machen. Fahren Sie die Nachbehandlung mit Graminiziden bis ca. 15 cm Wuchshöhe der Kartoffeln. Die Ungräser sollten dabei nicht mehr als drei Blätter haben.


Gegen Hirsearten reichen meist 50 bis 75 % der zugelassenen Aufwandmenge aus. Treten bei Ihnen gleichzeitig auch Unkräuter wie Kamille und Klette auf, bietet sich der Einsatz von Cato oder ESCEP (+ Trend) unter Beachtung der Einsatzbedingungen an. Ab einer Aufwandmenge von 35 g/ha lässt sich auch eine unterdrückende Wirkung gegen Disteln erzielen. Quecken können Sie ab dem Dreiblattstadium mit Cato im Splittingverfahren (30 + 20 g/ha) recht kostengünstig beseitigen. Eine Wirkung gegen einjährige Rispe bieten nur die Mittel Aramo und Cato.



Gebrauchsanweisung und regionale Hinweise beachten!


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