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Pflanzenschutzempfehlungen vom 8.6.2016

Fusarium-Gefahr in Weizen, Läusepopulation explodiert, Nachbehandlungen im Mais, Bor-Gabe in Rüben, Krautfäule in Kartoffeln, Ackerbohnen fit halten.

Lesezeit: 8 Minuten

(in Zusammenarbeit mit der Landwirtschaftskammer NRW und proPlant)


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Aktuelle Situation


In den kommenden Tagen verdrängt deutlich kühlere Luft die schwülwarme und zu Gewittern neigende Wetterfront. Vor allem im Süden geht dies aber noch einmal mit erhöhter Unwettergefahr einher, örtlich kann es zu Hagel, Sturmböen und heftigen Starkregen kommen. Ab Freitag beruhigt sich das Wetter kurzzeitig. Am Wochenende ziehen dagegen neue Wetterfronten mit Regen, Schauern und kurzen Gewittern auf. Unwettergefahr besteht dann nicht mehr.


Fusariumgefahr noch nicht gebannt


Besonders im Südwesten, aber auch in anderen Landesteilen, waren die Bedingungen für Fusarium in den letzten Tagen günstig. Das schwülwarme Wetter mit lokalen starken Gewittern hat die Gefahr der Mykotoxinbildung deutlich erhöht. Wer in den letzten sechs Tagen die Abschlussbehandlung zu EC 61/65 in seinem Weizen durchgeführt hat, kann zwar mit guten Wirkungsgraden rechnen. Falls es in der Abreifephase aber feucht bleibt, lassen sich Infektionen trotzdem nicht vollständig stoppen. Bleibt es regnerisch und feuchtwarm, empfiehlt sich auf hoch gefährdeten Standorten eine zweite Behandlung. Hoch gefährdet ist ein Bestand, wenn folgende Kriterien vorliegen:


  • Anbau einer extrem anfälligen Sorte wie Tobak und Ritmo, aber auch Smaragd, Alexander, Inspiration oder JB Asano nach Mais.
  • Bestellung des Weizens pfluglos nach Mais.


Zur Nachbehandlung eignen sich z.B. 1,0 l/ha Soleil oder 1,1 kg/ha DON-Q. Wer bisher kein oder nur wenig Tebuconazol (Folicur) eingesetzt hat, kann kostengünstig 0,75 l/ha Orius einsetzen. Eine Nachbehandlung sollte aber die Ausnahme sein!

Blüht Ihr Weizen erst jetzt (Spätsaaten, Höhenlagen), sollten Sie zügig eine Abschlussbehandlung mit Fusariumwirkung durchführen. In anfälligen Sorten besteht auch nach Raps ein Risiko für Fusarium. Die Pilzporen sind nach der feuchten Witterung jetzt sicher reif. Die Inkubationszeit von Fusarium beträgt 2 bis 3 Wochen.




Gebrauchsanweisung und regionale Hinweise beachten!


Getreide: Vermeiden Sie Verätzungen!


Beachten Sie bei der Abschlussbehandlung im Getreide unbedingt die Witterung. Die sommerlichen Temperaturen erhöhen die Gefahr von Verätzungen des Fahnenblatts durch Fungizide. Das gilt vor allem, wenn Sie nach Regen am darauffolgenden Tag morgens spritzen. Bei Aufwandmengen von 2,5 l/ha Osiris oder 1,5 l/ha Ampera oder einer Kombination beider Präparate ist die Gefahr durch die griffige Formulierung besonders hoch. Setzen Sie diese Fungizide möglichst nur bei vorhandener Wachsschicht in den Abendstunden ein. Bei Temperaturen über 25 °C sollten Sie nur dann fahren, wenn es unbedingt nötig ist. In diesen Fällen empfehlen sich Einsätze nach 19 Uhr.


Gebrauchsanweisung und regionale Hinweise beachten!


Die Läuse sind los


 Fast explosionsartig haben sich Läuse bei den sommerlichen Temperaturen vermehrt. Teilweise massiven Befall in Weizen melden Unterfranken, Niedersachsen und Thüringen. Regional treten vereinzelt auch starke Fraßschäden von Getreidehähnchenlarven an den Fahnenblättern auf.

Gegen Läuse und Getreidehähnchen können Sie z.B. 300 ml/ha Bulldock oder 150 g/ha Kaiso Sorbie/Hunter der Abschlussbehandlung zumischen. Sind nur Läuse das Problem, empfiehlt sich das nützlingsschonende Mittel Pirimor mit 200 g/ha. Vorteil: Durch die Dampfphase werden auch versteckt sitzende Läuse sicher erfasst. Alternativ können Sie gegen Läuse das Insektizid Teppeki mit 100 g/ha einsetzen. Teppeki wirkt systemisch und erfasst somit auch sämtliche Läuse. Nützlinge schont es ebenfalls. Im Getreide hat Teppeki nur im Weizen eine Zulassung. Beachten Sie die Bienenschutzauflagen! Grundsätzlich empfiehlt sich eine Überfahrt in den Abendstunden.


Gebrauchsanweisung und regionale Hinweise beachten!


Vorsicht bei Insektizidmischungen


Die gängige Mischung aus Pirimor (B4) und Karate Zeon (B4) empfiehlt sich jetzt nur noch in Ausnahmefällen. Grund ist eine Stellungnahme des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) aus dem letzten Jahr. Demnach soll man Tankmischungen mehrerer Insektizide zum Schutz von Bienen nicht auf blühende oder von Bienen beflogenen Pflanzen ausbringen. Dies gilt auch dann, wenn die Mischungspartner als bienenungefährlich (B4) eingestuft sind. Weil Erbsen und Bohnen zum Termin des Insektizideinsatzes blühen, scheidet eine Anwendung der Mischung in diesen Kulturen definitiv aus.

In Getreide (Blüte bereits vorbei) ist diese Mischung dagegen weiterhin möglich. Dann muss aber gewährleistet sein, dass keine blühenden Unkräuter wie z.B. Kamille oder Honigtau (Ausscheidung von Läusen) die Bienen anlocken.

Empfehlung: Wer nur Pirimor einsetzt, schont Nützlinge wie Marienkäfer und deren Larven. Diese können verbleibende oder wieder einfliegende Läuse vertilgen. Müssen Sie dagegen Getreidehähnchen und Läuse gleichzeitig erfassen, sind Mischungen von Pirimor mit Karate Zeon oder anderen Pyrethroiden notwendig. Der Preis ist leider die Nützlingsbekämpfung. Wägen Sie daher im Einzelfall ab, ob eine Bekämpfung des Getreidehähnchens tatsächlich notwendig ist. Häufig ist der Fensterfraß nicht relevant.


Gebrauchsanweisung und regionale Hinweise beachten!


Krautfäule: Halten Sie durch!


Der Infektionsdruck mit Krautfäule ist momentan sehr hoch. Verkürzen Sie deshalb die Spritzabstände auf 5 bis 7 Tage. Durch die regionalen ergiebigen Niederschläge kann man auf vielen Flächen noch nicht fahren. Um Stängelphytophthora zu verhindern, empfiehlt es sich, mit systemischen Fungiziden (Ridomil Gold MZ, Epok, Fantic M, Infinito, Proxanil) nachzulegen, sobald die Flächen befahrbar sind. Wer mit dem Spritzstart noch nicht begonnen hat, sollte sich jetzt sputen. Setzen Sie beim Start ebenfalls auf systemische Mitteln. Das gilt vor allem auf  staunassen Böden.





Gebrauchsanweisung und regionale Hinweise beachten!


Schädlinge in Kartoffeln ausschalten


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In den Beständen treten erste Kartoffelkäferlarven und Läuse auf. Die Bekämpfungsschwelle von Kartoffelkäferlarven liegt bei 15 Larven/Pflanze. Geeignete Mittel dagegen sind z.B. Actara, Biscaya, Coragen, Dantop, Decis forte, Fastac SC Super Contact, Mospilan SG, NeemAzal-T/S, SpinTor oder Spruzit Neu.


Sobald in Konsumkartoffeln bei Blattläusen die Schadschwelle von 500 Läusen/100 Fiederblätter erreicht ist, empfiehlt sich eine Behandlung. Verhindern Sie unbedingt eine hohes Blattlausauftreten, um auch die Honigtaubildung zu unterbinden. Der Grund: Tritt Honigtau auf, befliegen Bienen die Kartoffeln. Das gilt auch, wenn sich noch blühende Unkräuter im Bestand befinden. In diesen Fällen dürfen Sie nur noch bienenungefährliche Präparate einsetzen.


Gebrauchsanweisung und regionale Hinweise beachten!


Mais: Nulltoleranz für nachlaufende Unkräuter


In der Regel haben die Behandlungen gut gewirkt. Kontrollieren Sie jetzt trotzdem Ihre Flächen auf nachauflaufende Unkräuter. Fallen in kurzer Zeit hohe Niederschlagsmengen, ist die Dauerwirkung der Bodenherbizide begrenzt. Treten Unkräuter auf, eignet sich dagegen z.B. 200 g/ha Arrat + 1,0 l/ha Dash. Neben Gänsefuß bekämpft die Kombination auch Winden und Disteln. Gegen Hühner- und Borstenhirsen sowie Quecke können Sie z.B. 0,6 l/ha Motivell forte zumischen.

Bei starkem Besatz an Ampfer ist eine Kombination aus 0,75 l/ha Milagro-/Motivell forte + 20 g/ha Peak eine gute Wahl. Diese Kombi erfasst auch Winden. Sind zusätzlich Gänsefuß und Nachtschatten ein Problem, kann man besser mit 1,25 l/ha Elumis  + 20 g Peak arbeiten. Durchwuchskartoffeln lassen sich damit eindämmen.

Gegen nachauflaufenden Storchschnabel eignen sich 1,5 l/ha Maister Power. Das Herbizid wirkt auch gegen Fingerhirsen und hat eine Teilwirkung gegen Ackerschachtelhalm.

Wer eine Untersaat plant, kann mit 1,7 l/ha Laudis + 0,2 l/ha B 235 nachbehandeln. Es wirkt gegen neu aufgelaufene Unkräuter, gegen Hirsen und besitzt eine Teilwirkung gegen Durchwuchskartoffeln.


Gebrauchsanweisung und regionale Hinweise beachten!


Rüben: Bor zum Reihenschluss


Die Rübenbestände schließen jetzt ihre Reihen. Demnach ist der Reihenschluss im Durchschnitt ca. eine Woche früher als im Jahr 2015. Nun gilt es, dass Sie das Wachstum der Rüben weiter fördern. Stellen Sie dazu unabhängig von den Bodenarten die Mikronährstoffversorgung der Rüben mit Bor und Mangan sicher.

Geeignet sind hierfür z.B. 2,0 bis 2,5 l/ha Lebosol-Bor plus 1,0 bis 1,5 l/ha Lebosol-Mn. Kontrollieren Sie vor der Überfahrt den Bestand auf Besatz mit Schwarzen Bohnenläusen. Weist etwa jede zweite Rübe einige Läuse bzw. Kolonien auf, empfiehlt es sich, z.B. 250 g/ha Pirimor zuzumischen.


Gebrauchsanweisung und regionale Hinweise beachten!


Ackerbohnen fit halten


Nach der schwülwarmen Witterung müssen Sie jetzt mit Schokoladenfleckigkeit (Botrytis) und Rost in Ackerbohnen rechnen. Beide Krankheiten halten Sie mit Folicur oder Ortiva in Schach. Eine Kombination aus 0,5 l/ha Folicur + 0,5 l/ha Ortiva hat eine gute Anfangs- und Dauerwirkung.


Läuse treten in Ackerbohnen zurzeit nur vereinzelt auf. Verzichten Sie deshalb darauf, ein Insektizid pauschal mitzunehmen. Einzelne Läuse richten keinen Schaden an. Eine Bekämpfung ist angeraten, wenn sich erste Kolonien bilden. Dies beginnt meist am Feldrand. Das Mittel der Wahl gegen Läuse ist das nützlingschonende Pirimor mit 300 g/ha.


Gebrauchsanweisung und regionale Hinweise beachten!


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