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Raps: Aufwind durch attraktive Preise und ertragsstabile Sorten

Hohe Erzeugerpreise und steigende Anbauflächen geben dem Raps Rückenwind. Jetzt geht es darum, bei reduziertem Pflanzenschutz und begrenzter Düngung sichere Erträge zu produzieren.

Vor kurzem lagen die Rapspreise bei rund 550 €/t - damit hat wohl niemand gerechnet. Dass vieles dafür spricht, dass sich die Preise auf einem hohen Niveau halten könnten, zeigte sich kürzlich beim Pressegespräch von Rapool in Braunschweig.

So trifft z.B. die diesjährige Ernte auf ungewöhnlich niedrige Lagerbestände in der EU von nur 0,8 Mio. t zu Beginn der neuen Saison. Wegen der knappen Versorgungslage in der EU rechnet die „Oil World“ mit durchschnittlichen Preisen von 470 bis 480 €/t in 2021/22. Eine verstärkte Nachfrage nach Rapsöl wird laut UFOP auch daraus resultieren, dass der Ausschluss von Biokraftstoffen aus Palmöl bereits auf das Jahr 2023 vorgezogen wurde.

Den Ausblick für den Rapsanbau in der EU fassten Dietmar Brauer und Dr. Eike Hupe, Geschäftsführung Rapool, wie folgt zusammen: die wachsende Biodieselproduktion, die Erholung der Nachfrage im Lebensmittelsektor (wegen dem Ende der Pandemie) und die Notwendigkeit, die Vorräte wieder aufzufüllen, erfordern einen starken Produktionsanstieg der pflanzlichen Öle. Deutliche Anstiege in der Sojabohnen-Verarbeitung werden voraussichtlich jedoch zu einem Überangebot auf dem Proteinmarkt führen – das wird Druck auf Rapsschrot ausüben.

Sorten mit Fokus auf den Klimawandel

Beim Rapsanbau wird es immer wichtiger, auf ertragsstabile Sorten zu setzen, die z.B. dem zunehmenden Druck von Trockenheit und Hitze als auch dem steigenden Schädlingsaufkommen standhalten. Im Mittelpunkt von Rapool stehen daher die „Klimawandelhybriden“ Ludger, Smaragd und die Neuzulassung Daktari. Laut Rapool sind sie ein- und mehrjährig unter verschiedensten Anbaubedingungen geprüft und verfügen mit der TuYV-Resistenz über ein besonders robustes Wachstum.

Ludger und Smaragd sind zweijährig die ertragreichsten LSV-Sorten, Daktari ist eine der ölertragreichsten Neuzulassungen im Dezember 2020. Als kleine Weltneuheit – so die Rapool-Geschäftsführer – wird erstmals der Stamm „Creed“ mit einer erweiterten Kohlhernieresistenz (CRE1) in den Markt eingeführt. Sie ist eine Spezialsorte gegen seltenere Kohlhernierassen.

Alle Rapool-Sorten werden mit der Standardbeizung Scenic Gold oder Vibrance OSR in Verbindung mit dem Wurzel Plus-Bacillus angeboten. Bei der insektiziden Premiumbeizung wird der Fokus auf Lumiposa gelegt, um die Wirkung gegen Kohlfliegenfraß und einen Anfangsschutz gegen Rapserdfloh sowie Rübsenblattwespe zu vereinen. Trotz des insektiziden Anfangsschutzes gegen Rapserdfloh-Blattfraß ist laut Rapool weiterhin eine konsequente Schädlingskontrolle über Gelbschalen bis in den Spätherbst erforderlich.


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