Praktisch erklärt

Was sind Runoffs und wie können Sie die Bodenerosion stoppen?

Insbesondere nach starken Regenfällen können Wirkstoffe über Abschwemmung in Gewässer gelangen. Wer das Risiko seiner Flächen bewertet, kann gezielte Maßnahmen dagegen einleiten.

Unsere Autoren: Manfred Röttele, Projektkoordinator TOPPS und Volker Laabs, TOPPS Vice-chairman (BASF SE)

Kleine Gräben auf hängigen Flächen oder überschwemmte Böschungskanten nach Starkregenereignissen hat vermutlich jeder schon einmal gesehen. Dass in diesen Fällen auch Reste von Pflanzenschutzmitteln (PSM) den Acker verlassen können, ist vielen oft nicht bewusst. Diese spezielle Form der Abschwemmung nennt man Runoff.

Ihr Anteil an der gesamten Gewässerbelastung liegt im Durchschnitt bei bis zu 35 %. Damit ist Runoff – nach den Punkteinträgen – der zweitwichtigste Eintragsweg von PSM in Gewässer.

Da Runoff im Wesentlichen durch das Wetter, die Bodenverhältnisse und die Hangneigung beeinflusst wird, können wir Runoff oftmals nicht komplett vermeiden, jedoch durch geeignete Maßnahmen stark reduzieren.

Formen des Runoffs

Runoff kann verschiedene Ursachen haben, welche wiederum die Auswahl von Reduktionsmaßnahmen beeinflussen. Je nach Gegebenheit auf einem Schlag oder in einem Einzugsgebiet können drei verschiedene Formen von Runoff auftreten:

1. Runoff wegen zu geringer Infiltration:

Dazu kommt es, wenn z. B. ein an der Oberfläche verschlämmter oder verkrusteter Boden den Niederschlag nicht mehr schnell genug aufnehmen kann. Dies tritt vor allem im Frühjahr und Sommer bei Starkregen, bei schluffigen Böden und vor dem Bestandesschluss der Kultur auf.

2. Runoff infolge von übersättigten Böden:

Bei dieser Form des Runoffs kann der Boden keinen Niederschlag mehr aufnehmen, weil er vollständig mit Wasser gesättigt ist. Dies tritt vor allem im späten Herbst und Winter auf und wird verursacht durch wasserstauende Eigenschaften des Bodens, z. B. durch weniger durchlässige Bodenschichten (Lehm, Ton) in der Tiefe oder durch physikalische Bodenverdichtungen wie z. B. Pflugsohlen.

Eine Besonderheit dieses Runoffs ist, dass er nicht nur an der Oberfläche, sondern auch unterirdisch erfolgen kann: Das sogenannte laterale Sickerwasser entsteht, wenn Wasser zwar in die oberste Bodenschicht eindringen kann, dann aber wegen einer undurchlässigen Schicht seitwärts abfließt. Den Abfluss über Drainagen kann man als eine Sonderform des unterirdischen Runoffs bezeichnen.

3. Konzentrierter Runoff (Erosion):

Er tritt auf, wenn sich an der Oberfläche abfließendes Wasser in Rinnen oder Furchen sammelt und darin abfließt. Durch den schnellen, linienförmigen Wasserabfluss wird immer auch Boden verlagert. Die durch die landwirtschaftliche Nutzung entstandenen Strukturen (z. B. große Hanglängen in Feldern, Fahrgassen, Reihenkulturen in Gefällerichtung), die vorhandenen Landschaftsformen (Hangneigung, Talweg) und die Bodenart (Textur) beeinflussen diese Form des Runoffs maßgeblich.

Wichtig ist es, dem oberflächlichen Abschwemmen von Wirkstoffen durch die drei beschriebenen Runoff-Formen mit effektiven Maßnahmen entgegenzuwirken. Die richtigen Maßnahmen lassen sich allerdings nur ergreifen, wenn man die Flächen vorher gründlich analysiert und die Ursachen für den Oberflächenabfluss und die Erosion kennt.

Erforderliche Daten ­für die Risikodiagnose

Bisher bewertete man das Runoff-­Risiko einer Fläche vorwiegend nach ihrer Hangneigung und ihrer...


Diskussionen zum Artikel

von Rudolf Rößle

Zusätzlich

sollte aber auch der Abtrag von wertvoller Erde bei gehacktem oder mehrfach gelockerten Boden betrachtet werden. Quer zum Hang säen ist immer gut und mehrjährige Blühstreifen könnten hier helfen. So etwas könnte auch gesondert honoriert werden. Wer gefährdete Gebiete zu Grünland ... mehr anzeigen

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