Sortenwahl im Norden

Weizensorten: Ertragsspitze oder gesund und solide?

Aktuell ändern sich die Rahmenbedingungen für den Anbau und die Vermarktung von Winterweizen extrem schnell – bedeutet dies neue Denkmuster für die Sortenwahl im Norden?

Bereits im letzten Herbst wurde Stickstoff extrem teuer. Gleichzeitig zogen die Weltmarktpreise für Winterweizen an. Im Frühjahr galoppierte dann der Weizenpreis auf ein Allzeithoch, aber auch der Stickstoffpreis stieg weiter – bestimmte Dünger waren sogar nicht mehr verfügbar.

Wie es weiter geht, ist bislang völlig offen. Fest steht aber, dass Weizen auf dem Weltmarkt gefragt ist wie lange nicht – auch wenn die Preise jüngst nachgegeben haben. Zeitgleich haben sich aber auch die weiteren Betriebsmittel, wie z. B. Dünger deutlich verteuert. Somit stellt sich die Frage: „Wie intensiv kann und möchte ich meinen Weizenanbau betreiben?“ Bereits bei der Sortenwahl entscheidet man zu einem gewissen Maße über das angestrebte Intensitätsniveau.

Noch wichtiger ist es aber, zunächst die Wasser- und Nährstoffversorgung des Bodens kritisch zu beurteilen. Denn hieraus kann man ableiten, wann in der Entwicklung des Weizens die Wahrscheinlichkeit für abiotischen Stress am größten ist. So haben späte Weizensorten einen Nachteil, wenn in der Kornfüllung der Wasservorrat des Bodens ausgeht und bei hoher Verdunstungsrate keine Niederschläge mehr fallen. Früher abreifende Sorten sind hier eindeutig im Vorteil.

Zudem spielt auch unter trockenen Voraussetzungen die Blattgesundheit eine entscheidende Rolle, da bei starkem Auftreten insbesondere von Rosten, der Wasserverlust der Pflanzen ansteigt. Weniger bedeutsam war in den tendenziell trockeneren Frühjahren der letzten Jahre hingegen Septoria tritici. Dennoch sollte man die Krankheit nicht aus den Augen verlieren – sie kann in einzelnen Jahren oder Regionen wieder deutlich stärker ins Gewicht fallen.

Gelbrost als Risikofaktor

In den letzten Jahren hat sich Gelbrost als sehr dynamisches Problemkind im Winterweizenanbau entwickelt. Das Auftreten neuer Rassen sowie ihre regionale Verschiebung führt schnell dazu, dass bis in das Vorjahr als gesund eingestufte Sorten einen teils deutlichen Befall aufweisen. Dies geht soweit, dass in diesem Jahr auch Sorten mit vermeintlich guter Einstufung (Ausprägungsstufe/APS 2) im Frühjahr plötzlich einen frühen und massiven Gelbrostbefall aufwiesen.

Dies traf z. B. in diesem Frühjahr regional auf die Sorte KWS Donovan zu. Jedoch entwickelte sich hier eine sogenannte Altersresistenz, wodurch eine Immunabwehr der Sorte gegen diese spezielle Gelbrostrasse hervorgerufen wurde und der Befall sich nicht weiter ausbreitete. Das Beispiel veranschaulicht, dass mit Ausnahme der Sorten, die eine Note 1 in der Einstufung zur Gelbrostanfälligkeit haben, eine intensive und regelmäßige Bestandskontrolle unerlässlich ist. Zu den außerordentlich gesunden Sorten gegenüber Gelbrost zählen LG Initial, Informer, Gentleman und SU Fiete.

Welche Rolle spielt die ­Winterhärte noch?

Die Winterhärte der einzelnen Sorten wurde in den letzten Jahren nicht so deutlich herausgefordert. Sollte es mal wieder anders kommen, spielt eine stabile Winterruhe genauso eine Rolle, wie eine ausreichende Schneedecke. Kritisch sind hingegen Kahlfröste mit sehr kalten Temperaturen, die generell in jedem Jahr auftreten können. Besonders problematisch sind Wechselfröste, die auf wüchsige Bedingungen ausgangs Winter oder im zeitigen Frühjahr folgen. Dies ist insbesondere für Sorten gefährlich, die sehr früh in die Vegetation starten und somit früh ihre Frosttoleranz abbauen. Außerdem ist das physiologische Alter entscheidend – vor allem überwachsene Frühsaaten sind anfälliger für Auswinterungsschäden.

In wintertrockenen und spätfrostgefährdeten Regionen empfiehlt es sich, eher winterharte Typen anzubauen (z. B. KWS Emerick oder Informer) bzw. Sorten, die im Frühjahr etwas zögerlicher starten. Jedoch steht dies in Konflikt mit der Gefahr, dass eine zu späte Reife bei Frühjahrs- und Frühsommertrockenheiten zu Ertragsverlusten führt.

N-effizenz immer wichtiger

Das Thema Stickstoff (N) ist in den letzten Jahren im Rahmen der Düngeverordnung (DüV) mit den entsprechenden N-Bedarfswerten und den Vorgaben in den Roten Gebieten intensiv diskutiert worden. Neben dem Umstand, dass bei einem mittleren Ertragsniveau von 80 dt/ha ein E-Weizen einen N-Bedarfswert von 260 kg/ha, ein A-und B-Weizen von 230 kg/ha und ein C-Weizen von 210 kg/ha N (unter Berücksichtigung aller Zu- und Abschläge sowie Nmin) aufweist, gibt es aber auch klare Unterschiede bei den Sorten, wie diese mit dem verfügbaren N umgehen. Dies ist vor dem Hintergrund hoher N-Kosten, aber auch hoher Marktpreise für backfähige Weizenpartien wichtig.

Anhand der Landessortenversuche (LSV) aus Schleswig-Holstein der zurückliegenden beiden Jahre 2020 und 2021 konnte man parzellengenau (jeweils mindestens zwei Parzellen unbehandelt und drei ortsüblich-intensiv behandelt) die N-Konzentration und damit die N-Abfuhr bestimmen. Dies wurde an allen fünf Winterweizen-LSV-Standorten durchgeführt.

Übersicht 1: N-Ausnutzung relevanter Weizensorten1)

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Im Versuch zeigt sich, dass z. B. die Sorte KWS Donovan bei angepasstem Pflanzenschutz den Stickstoff sehr gut ­verwertet. (Bildquelle: LWK Schleswig-Holstein)

Die Ergebnisse (siehe Übersicht 1): Zwischen den Sorten ließen sich deutliche Unterschiede erkennen (ausschließlich in beiden Jahren geprüft). Das trifft auch auf die Sorten­leistung bei Weglassen des Fungizides (Lager spielte keine Rolle) zu. Da unter den maritimen Bedingungen der pilz­liche Krankheitsdruck standortabhängig recht hoch sein kann, ergeben sich aber auch im Mittel zwischen den Stufen deutliche Unterschiede. In der unbehandelten Stufe wurden durchschnittlich 157 kg/ha N und in der behandelten 190 kg/ha N mit dem Korn ­abgefahren. Die mittlere gedüngte N-Menge belief sich auf 195 kg/ha.

Zwischenfazit: Ein angepasster Pflanzenschutz leistet einen wesentlichen Beitrag zu einer hohen N-Effizienz! Insgesamt hängt die Effizienz auch sehr stark von Standort und Jahr ab, sodass in den beiden Versuchsjahren die Spanne der Differenz im Sortenmittel zwischen den Stufen von 20 bis über 50 kg/ha N reichte.

Bezogen auf einzelne Sorten wird deutlich, dass insbesondere Weizensorten mit hohem Ertrags- und Proteinpotenzial von angepasstem Pflanzenschutz profitieren können. Am deutlichsten zeigt sich das bei KWS Donovan, der unbehandelt im Durchschnitt liegt, mit Fungizid- und Wachstumsreglereinsatz aber mit 15 kg/ha N deutlich über dem Mittel der behandelten Stufe lag. Genauso lassen sich Sorten identifizieren, die man relativ extensiv führen kann und die dabei ertrags- und proteinstark sind. Hierzu zählen z. B. LG Initial, Informer, Lemmy, Hyvega, RGT Depot, Chevignon, Gentleman, KWS Keitum und KWS Emerick. Hier nicht dargestellt, aber auch sehr stark bei geringer Intensität, zeigten sich einjährig Attribut, SU Jonte, Knut und Komponist. Insgesamt handelt es sich dabei um Sorten, die meist eine gute Gesundheit mit (oft) guter Proteineinstufung, aber auch hohem Ertragsniveau verbinden.

Ähre

Legen Sie zur Sortenwahl als Erstes die Qualitätsgruppe und die Reife der Sorten fest. (Bildquelle: Seidel)

Top-Sorten für den Norden

RGT Reform  (A) gehört zweifelsohne zu den bedeutendsten Sorten im  A-Bereich. Sie besticht durch die sichere und gute Vermarktungsqualität sowie die gute Agronomie bei gleichzeitig hohem Ertragsniveau. Mittlerweile hat die Gesundheit etwas nachgelassen. Mit 3 188 ha Vermehrungsfläche bundesweit liegt er immer noch auf sehr hohem Niveau.

  • Asory  (A) ist etwas später reif als Reform. Bei guter Vermarktungsqualität ist er etwas ertragsstärker. Hinsichtlich der Vermehrungsfläche liegt die Sorte auf demselben Niveau wie RGT Reform. Bei Asory ist insbesondere auf die leicht erhöhte Lagerneigung und auf Gelbrost zu achten. Eine ebenfalls spät abreifende Sorte mit guter Qualität ist  LG Initial  (A). Sie ist standfest und bis auf Braunrost blattgesund bei einem mittleren Ertragsniveau. Die Sorte sollte möglichst nicht zu spät gesät werden. Mit rund 900 ha Vermehrung zählt er zu den wichtigen A-Weizensorten.
  • LG Character  (A) ist mit knapp 1 200 ha Vermehrungsfläche auch bedeutsam und zeigt in der Regel gute Rohproteingehalte. Ertraglich liegt er im mittleren Bereich und weist eine mittlere Blattgesundheit auf. Das Fallzahlniveau ist eher gering, unter kritischen Bedingungen jedoch stabil.
  • Als neue interessante Sorte, die einen hohen Anteil an RGT Reform-Genetik enthält, gilt  SU Jonte  (A). Hier steht die gute Fuß- und Blattgesundheit, wie auch die hohe Qualität im Fokus. Ertraglich liegt die Sorte auf dem Niveau von Asory, auch sie ist tendenziell später reif. SU Jonte eignet sich insbesondere bei geringerer Fungizidintensität.
  • Die sehr ertrags- und proteinstarke Sorte  KWS Donovan  (A) wurde in den letzten beiden Jahren als B-Weizen geprüft und konnte hier durch ein sehr hohes Ertrags- und Proteinniveau überzeugen. Jüngst hat das Bundessortenamt die Sorte zu einem A-Weizen aufgrund entsprechender Backqualität heraufgestuft. Die Vermarktung sollte in den meisten Fällen als A-Weizen sicher möglich sein, da bei dieser Sorte der Verdünnungseffekt des Proteins auch bei hohem Ertragsniveau nicht voll durchschlägt. Wichtig ist es, die Blattgesundheit verstärkt zu beobachten und insbesondere Wert auf eine gute Braunroststrategie zu legen, da diesbezüglich eine hohe Anfälligkeit besteht.
  • Als sehr ertragsstarker A-Weizen wurde die Hybride  Hyvega  mehrjährig geprüft. Dabei gilt es einerseits, die hohen Saatgutkosten zu berücksichtigen, die in diesem Jahr jedoch einen geringeren Abstand zu konventionellem Saatgut haben dürften. Andererseits ist bei dem hohen Ertragsniveau die Pro­teinkonzentration oft knapp für eine ­A-Weizenvermarktung. Auch die Fallzahl ist als schwächer einzuschätzen.

Unter den  B-Weizen  ist  Chevignon  mit 4 560 ha die vermehrungsstärkste Weizensorte Deutschlands. Sie besticht durch eine frühe Reife, ein hohes stabiles Ertragsniveau und gute Qualitäten.

  • Informer  (B) hingegen ist deutlich später in der Reife und vereint ein hohes Ertragsniveau mit guter Blattgesundheit. Da Informer relativ anfällig gegenüber Fusarium ist, sollte er nicht nach Mais stehen. Mit knapp 2 200 ha Vermehrungsfläche ist er der zweitgrößte B-Weizen.
  • Als drittgrößter B-Weizen ist derzeit  Campesino  (B) eine wichtige Sorte. Wie Chevignon entwickelt sie sich im Frühjahr zeitig, ist jedoch mittel in der Reife. Campesino zeigte in den letzten Jahren ein sehr hohes Ertragsniveau, hatte aber teilweise Probleme, die Proteinkonzentration für eine B-Weizen-Vermarktung zu erreichen. Hier ist die Sorte auch schwächer eingestuft. Anbauer sollten insbesondere auf Gelbrost achten.
  • Ebenso anfällig gegenüber Gelbrost ist  Akasha  (B). Seine Stärken sind hingegen die sehr geringe Anfälligkeit für Braunrost und die sehr gute Gesundheit bei Ährenfusarium. Ein Anbau dieser spätsaatverträglichen Sorte empfiehlt sich daher auch nach (Körner)-Mais.

Gelbrost

Sortenresistenzen gegenüber Gelbrost sind häufig wenig beständig. (Bildquelle: Seidel)

Als  C-Weizen  müssen die Sorten ein hohes Ertragsniveau erreichen und gleichzeitig mit guter Gesundheit überzeugen, um sie extensiv anbauen zu können. Dies ist bei  KWS Keitum  (C) gewährleistet. In den LSV ist er ins­besondere durch eine gute Mehltau­gesundheit aufgefallen. Die Gesundheit bei Gelbrost ist bislang gut. Jedoch empfiehlt es sich, bei dieser späten Sorte die Standfestigkeit abzusichern.

Die  E-Weizen  haben unter norddeutschen Anbaubedingungen eine geringere Bedeutung. Im Hinblick auf die Vorgaben in den Roten Gebieten mit einer um 20 % reduzierten N-Düngung wurden sie jedoch häufiger diskutiert, da sie einen höheren Bedarfswert als die A- und B-Weizen haben. Bei der Ermittlung des Düngebedarfs gilt es jedoch zu berücksichtigen, dass ein realistisches Ertragsniveau etwa 5 bis 10 % unterhalb des A/B-Mittels liegt. Hierfür können Sie regionale Daten aus den LSV heranziehen.

Der E-Weizen mit der größten Bedeutung ist  Ponticus . Er ist sehr standfest und mittel in der Blattgesundheit. Wie für E-Weizen typisch, hat er eine sehr hohe Qualität mit hoher Proteineinstufung. KWS Emerick  ist der zweite bedeutende, aber jüngere E-Weizen. Er weist eine gute Standfestigkeit auf, ist insgesamt ausreichend blattgesund und etwas ertragsstärker als Ponticus. Im Protein ist er leicht schwächer.

Tabelle

Standort, Fruchtfolge und Witterung bestimmen, welche Krankheitsresistenzen von Bedeutung sind.

Wichtige Eigenschaften und Informationen zur Ertragsleistung weiterer Sorten entnehmen Sie der Übersicht 2.

Neue Sorten in der Prüfung

Folgende drei A- und zwei B-Weizen sowie der C-Weizen Revolver wurden 2022 erstmalig in den LSV in Schleswig-Holstein geprüft.

  • Absolut  (A) ist eine frühreife, blattgesunde und sehr qualitätsbetonte Sorte. Ihr Ertragsniveau liegt nach Einstufung im Mittelfeld.
  •  Polarkap  (A) ist im Vergleich ebenfalls ausgewogen in der Gesundheit, besitzt aber eine besserer Fusariumresistenz. Bei etwas schwächerer Qualität als Absolut ist er ertragsstärker.
  •  SU Willem  (A) ist später reif und hat eine Schwäche bei der Standfestigkeit. Hinsichtlich Ährenfusarium muss man die Sorte beobachten. Er gilt aber bei mittlerer Qualität als ertragsstärkster A-Weizen (neben KWS Donovan und Hyvega).
  •  SU Fiete  (B) zeichnet sich durch eine sehr gute Fußgesundheit, beste Einstufung bei Gelbrost und Mehltau sowie durch eine gute Septoria-Gesundheit aus. Die Sorte ist spät reif und standfest. Mit für B-Weizen guter Qualität sollte sie ein überdurchschnittliches Ertragsniveau erreichen.
  •  Debian  (B) erreicht von den Neuzulassungen das höchste Ertragsniveau unter den B-Weizen bei gleichzeitig mittlerer Qualität. Er ist früh in der Entwicklung bei mittlerer Reife. Die Blattgesundheit ist mittel, Gelbrost und Ährenfusarium sollte man jedoch im Blick behalten.
  •  Revolver  (C) ist ein gesunder, standfester Weizen mit guter Blattgesundheit und eignet sich auch nach Mais. Er ist spät in Entwicklung und Reife, hat aber eine sehr gute Ertragseinstufung.

Weitere Details zu den Sorten können Sie der Übersicht 3 entnehmen.

Tabelle

Diese Sorten standen 2021/22 erstmalig in den LSV in Schleswig-Holstein.

Fazit

Die Preise für den weltweit gefragten Weizen sind in den norddeutschen Regionen, die traditionell einen hohen Exportanteil aufweisen, Anreiz für eine hohe Produktionsintensität. Dabei sind im Sortiment einige Sorten mit hohem Ertrags- und Qualitätspotenzial vorhanden, die eine hohe ökonomische Attraktivität versprechen. Welche Rolle dabei die Qualitätsgruppe einnimmt, lesen Sie unter „Qualitätsgruppen“.

Zu beachten ist, dass die aktuellen Rahmenbedingungen die Produktion allerdings verteuert, was wiederum gesündere Sorten mit guter Agronomie in den Vordergrund rücken lässt. Robustere Sorten erfordern eine etwas weniger intensive Bestandesführung, was Arbeitszeit und Kosten reduziert. Wichtig ist, das Potenzial vorhandener Sorten für die eigenen, individuellen Gegebenheiten zu nutzen und damit auch ein Stück weit Risikostreuung zu betreiben.

Qualitätsgruppen

A, B, C oder E?

Grundsätzlich muss man sich entscheiden, ob man Qualitäts- (A), Elite- (E), Back- (B) oder ggf. gezielt Futterweizen (C) erzeugen und vermarkten möchte. Zu berücksichtigen ist hierbei, ob die Sorten je nach Standort und Ertragsniveau die Proteinwerte erreichen können.

An vielen ertragsstarken Standorten haben daher die qualitätsbetonteren A-und E-Weizen einen Nachteil gegenüber den B-Weizen oder ertragsstarken A-Weizen. Hintergrund ist, dass viele A-Weizen oft nicht das erforderliche Proteinniveau erreichen, das mit einer nach Düngebedarf möglichen N-Düngung erreichbar ist, sie aber dennoch im Ertrag um einige Prozente hinter den massestarken A- und B-Weizen zurückliegen. Zudem gilt es zu berücksichtigen, dass der Preisvorteil qualitätsstarker Weizenpartien in den letzten Jahren bei der Vermarktung in Summe häufig nicht ökonomisch vorteilhaft war. An dieser Stelle sei erwähnt, dass seit 2019 für die Eingruppierung einer neuen Sorte bei der Zulassung der Proteingehalt nicht mehr maßgeblich ist. Es wird ausschließlich die Backqualität beurteilt, die neben der Proteinkonzentration vor allem von der Proteinqualität und weiteren Eigenschaften wie Fallzahl, Teigeigenschaften etc. abhängt. Für die proteinabhängige Vermarktung lohnt sich daher ein Blick auf die Proteineinstufung.

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