Besser pfluglos?

Wie viel Wasser kann ein Verzicht auf das Pflügen einsparen?

Auf den Stoppelsturz zu verzichten, spart Wasser. Dazu führt das Wassergut Canitz bei Leipzig Versuche durch.

Der Artikel ist zuerst erschienen im bioland-Fachmagazin für ökologischen Landbau, 8/2021.

Die richtige Stoppelbearbeitung ist für ökologisch wirtschaftende Betriebe von zentraler Bedeutung. Die optimale Stoppelbearbeitung zu entwickeln, ist aber oft schwierig. Der Klimawandel und immer trockenere Jahre fordern Bio-Bauern heraus.

Wie man Stoppeln bearbeiten und dabei das Wasser im Boden halten kann, macht das Wassergut Canitz, rund 20 km östlich von Leipzig, vor. Der Betrieb ist ein Modell für den Grundwasserschutz im Ökolandbau. Alle landwirtschaftlichen Nutzflächen der Wassergut Canitz GmbH liegen in den Trinkwasserschutzzonen I bis IIIb. Hauptgesellschafter ist die Kommunalen Wasserwerke Leipzig GmbH (KWL), deshalb ist es die Aufgabe des Betriebes, Trinkwasserressourcen durch einen standortangepassten, wasserschutzgerechten ökologischen Landbau, zu schützen.

Betriebsleiter Bernhard Wagner hat vor drei Jahren begonnen, Versuche zur feuchtigkeitsschonenden Stoppelbearbeitung durchzuführen. „Bei der Stoppelbearbeitung in dem sehr trockenen Jahr 2018 haben wir viel Staub aufgewirbelt, was zu Verkehrsbehinderungen an den angrenzenden Straßen geführt hat“, erklärt er seine Motivation dafür, sich über eine alternative Methode zur Stoppelbearbeitung Gedanken zu machen.

Das Wassergut Canitz legte vor drei Jahren einen Parzellenversuch mit einer integrierten Saugplattenanlage mit zwölf 0,5 ha großen Parzellen an. Acht dieser Parzellen bilden eine achtfeldrige Fruchtfolge ab und werden für unterschiedliche Feldversuche genutzt, unter anderem zur wasserschonenenden Stoppelbearbeitung.

Unbearbeiteter Boden vor Luzerne

Luzerne gehört zu den wichtigsten Kulturen auf dem Wassergut Canitz. „Luzerne ist für unseren Standort sehr gut geeignet. Wir haben hier nur durchschnittlich 550 mm Niederschlag pro Jahr, mit einer sehr langen Vorsommertrockenphase. Die Luzerne kommt damit gut zurecht“, sagt Wagner.

Die Leguminose stellt fast den gesamten Stickstoff für den Ackerbau bereit, daneben hat der Bioland-Betrieb noch eine relativ geringe Menge Stalldung (0,22 GV/ha). Bis vor drei Jahren bereiteten Bernhard Wagner und sein Team den Boden für die Aussaat der Luzerne im Frühjahr schon ab Herbst vor: Nach der Stoppelbearbeitung wurde im späten Herbst (ab 20. November) eine flache Pflugfurche...


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