Getreideernte

Wintergerste in Hessen eingefahren - Dürre dämpft Erwartungen an Weizen

Dringend benötigte Niederschläge kommen für das Getreide und den Raps in Hessen zu spät, stellt der Bauernverband fest.

Das sonnige, trockene und sehr warme Wetter im Juni und der ersten Juli-Woche hat vor allem die Erwartungen für eine gute Weizenernte stark gedämpft. Darauf weist der Hessischen Bauernverbande hin, nachdem sich die Getreidebestände bis zum Ende der ersten Juni-Dekade hessenweit vielversprechend präsentierten.

Temperaturen über 30 Grad Celsius führten zu einer vorzeitigen Abreife des Winterweizens. Das verkürzt die Kornfüllungsphase und mindert somit den Ertrag.

In den Frühdruschgebieten, wie dem Hessischen Ried und dem Rhein-Main-Gebiet ist die Wintergerstenernte weitgehend abgeschlossen. In Nordhessen und den Mittelgebirgslagen ist sie in vollem Gange. Die bisher ermittelten Erträge sind durchschnittlich.

Der Winterraps bereite den Bauern schon im dritten Jahr in Folge Sorgen, so der HBV weiter. Sowohl 2017 als auch 2018 waren die Aussaatbedingungen jeweils im August sehr ungünstig. Vor zwei Jahren war es viel zu nass, die Felder konnten kaum befahren werden. Im vergangenen Jahr war es viel zu trocken, so dass die kleinen Saatkörner vielfach nicht gekeimt sind. Erschwerend hinzu kommen die unbefriedigenden Erzeugerpreise. Deshalb ist die Rapsanbaufläche in Hessen deutlich gesunken, zur diesjährigen Ernte auf nur noch rund 35.000 ha, im Vorjahr waren es 55.000 ha.

Dringend benötigte Niederschläge kommen für das Getreide und den Raps jetzt zu spät, so der Bauernverband. Für das Wachstum von Mais, Zuckerrüben und Kartoffeln sowie das Gras auf Wiesen und Weiden wären ergiebige Regenfälle wünschenswert.

Die rund 16.000 landwirtschaftlichen Betriebe in Hessen haben 2018 knapp 300.000 ha Grünland und 466.000 ha Ackerland bewirtschaftet. Die Ackerfläche teilt sich auf in ca. 283.000 ha Getreide, 54 % davon entfielen 2018 auf Winterweizen, 23 % auf Wintergerste.

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Nach der Hitzewelle Ende Juni mussten die Bauern in Niedersachsen ihre bis dahin normalen Ernteerwartungen herunterschrauben.

Die Nachwirkungen der Dürre 2018 sind noch spürbar. Gegenüber letztem Jahr liegen die Erwartungen dennoch rund neun Millionen Tonnen höher, so der DBV.

Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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