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topplus Pflanzenschutz-Tipps 28.6.2023

Ackerfuchsschwanz bei der Ernte – wie damit umgehen?

Pflanzenschutz-Empfehlungen vom 28. Juni 2023: Ackerfuchsschwanz | Rüben | Unwetterschäden | Maiszünsler

Lesezeit: 6 Minuten

In Zusammenarbeit mit proPlant und der Landwirtschaftskammer NRW.

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Aktuelle Situation

Ab der Wochenmitte liegen die Temperaturen meist bei 26 bis 30 °C. Im äußersten Westen und Nordwesten ist es mit unter 25 °C etwas kühler. Insgesamt kündigt sich wechselhaftes Wetter mit Schauern, teils auch Gewittern an. Am Wochenende liegen die Werte dann landesweit bei 25 °C, dazu fallen vereinzelt Regenschauer.

Ackerfuchsschwanz bei der Ernte - wie damit umgehen?

Warme Temperaturen im letzten Herbst gewährten Ackerfuchsschwanz einen günstigen Auflauf bis in den November hinein. Auch zu späten Saatterminen herrschten oft noch günstige Keimbedingungen. Wurden ausgangs Winter sonst über 90 % Wirkung von Herbizidbehandlungen beobachtet, waren es nach diesem Winter häufig nur 60 bis 70 % Wirkung. Die Gründe dafür sind mehrfaktoriell: So werden z.B. Wirkstoffe bei Wärme schneller abgebaut, gleichzeitig war es im Frühjahr regional schwierig, auf drainierten Flächen früh zu behandeln (Drainauflage oder kein Befahren möglich). Die Folge: Zur anstehenden Ernte befindet sich in einigen Beständen viel Ackerfuchsschwanz.

Nach der Ernte gibt es nun zwei Situationen, in denen Sie wie folgt handeln können:

  1. Zunächst zum positiven Fall: Es ist kaum oder nur wenig Ackerfuchsschwanz vorhanden (1 Pflanze auf 10 m²). In diesem Fall sollte man die Strohverteilung optimieren. Bei der Stoppelbearbeitung braucht man aber auf den Ackerfuchsschwanz keine Rücksicht nehmen.
  2. Der negative Fall: Trotz Behandlungsmaßnahmen sind viele Ackerfuchsschwanzähren im Getreide zu sehen. Bei einem Besatz von 100 Ungrasähren/m² kommen mindestens 10.000 Samen je m² zusammen. Frisch ausgefallene Samen haben eine primäre Keimruhe von 6 bis 8 Wochen. In dieser Zeit lässt sich nur ein Bruchteil von ihnen durch Bodenbearbeitung zum Auflaufen bewegen. Wenn etwas aufläuft, sind es meist Samen aus dem Bodenvorrat.

Wird allerdings der Boden durch Bearbeitung bewegt, gelangen die frischen Samen in den Boden. Selbst wenn sie nur wenige cm eingearbeitet werden, gehen sie von der primären Keimruhe in die sekundäre Keimruhe (Dormanz) über. Die Samen keimen dann erst wieder, wenn Temperatur, Bodenfeuchte und Lagerungstiefe passen und ein Lichtreiz entsteht. Die Abbaurate im Boden liegt bei ca. 50 % pro Jahr. Auf leichten bzw. biologisch sehr aktiven Böden geht es schneller als auf tonigen, steifen Böden. Während die Samen auf Sandböden oft nach 4 Jahren verschwunden sind, muss man auf Tonböden 5 bis 8 Jahre kalkulieren.

Tipp: Nach dänischen Untersuchungen ist die Abbaurate des Samens am höchsten, wenn sie an der Oberfläche verbleiben. Daher empfiehlt sich bei sehr hohem Ackerfuchsschwanzdruck Folgendes: Verzichten Sie in den ersten 6 Wochen nach der Ernte auf Bodenbearbeitungsmaßnahmen. Weil in diesem Fall bei einer Winterung als Folgefrucht nur wenig Zeit für eine Nachverteilung des Strohs bleibt, ist bei diesem System eine optimale Strohverteilung das A und O. Wird ein Hochschnitt durchgeführt, bleibt zumindest ein Teil des Strohs an der richtigen Stelle. Der Rotteprozess lässt sich durch Einsatz eines Schlegelmulchers deutlich beschleunigen.

Weiterer Hinweis: Das System kann durch eine Einsaat einer Zwischenfrucht komplettiert werden. Die Einsaat kann beim Mulchen oder direkt nach der Ernte (im Schatten des Dreschers) erfolgen. Geeignete Zwischenfrüchte sind u.a. Phacelia (7 kg/ha) + Alexandrinerklee (7 kg/ha).

Beachten Sie bitte die Zulassung, Gebrauchsanleitung und regionale Hinweise.

Rüben: Hinweise zu Kupferpräparaten und Notfallzulassungen

Für einige Kupfer-Produkte sowie für zwei Fungizide wurde eine Notfallzulassung für den Einsatz in Rüben erteilt. Folgende Auflagen gelten für alle Kupfer-Produkte:

· NT ohne Code: „Auf derselben Fläche ist in den folgenden drei Kalenderjahren keine Anwendung von Mitteln mit kupferhaltigen Wirkstoffen erlaubt.

· NT 620: Die maximale Aufwandmenge von 3 kg Reinkupfer/ha und Jahr auf derselben Fläche darf - auch in Kombination mit anderen kupferhaltigen Präparten - nicht überschritten werden. Bei Maßnahmen mit niedrigerer Dosierung kann die maximale Anzahl an Behandlungen erhöht werden, solange die für die Kultur und das Jahr vorgesehene Gesamtaufwandmenge nicht überschritten wird.

Nachfolgend ein Überblick zu den Zulassungszeiträumen der verschiedenen Fungizide:

ProduktZulassungszeitraum
Coprantol Duo15. Juni bis 12. Oktober
Funguran Progress01. Juni bis 28. September
Grifon SC01. Juni bis 28. September
MASTERCOP ACT15. Juni bis 12. Oktober
Panorama02. Juni bis 29. September
Propulse10. Juni bis 07. Oktober
Recudo01. Juni bis 28. September
Yukon01. Juli bis 29. Oktober
Zerko01. Juni bis 28. September

Beachten Sie bitte die Zulassung, Gebrauchsanleitung und regionale Hinweise.

Kartoffeln: Unwetter hinterlassen Schäden

Zum Glück ist das Unwetter nicht in einem so großen Ausmaß aufgetreten wie prognostiziert. Regional wurden die Kartoffelflächen aber durch Überschwemmungen, Sturm und Hagel erheblich geschädigt.

Sobald die überfluteten Flächen wieder befahrbar sind, ist es wichtig, sofort systemische (z.B. Zorvec Entecta, Infinito, Rival Duo/Omix Duo/Simpro + sporiziden Partner) oder lokalsystemische Fungizide (z.B. Banjo Forte, Carial Flex, Curzate 60 WG/Cymox WG/Cymbal Flow, Plexus, Presidium, Reboot, Revus, Revus Top, Versilus, Voyager) gegebenenfalls plus Sporizid (z.B. Carneol, Frowncide, Gaschinko, Leimay, Nando 500 SC, Ohayo, Ranman Top, Shirlan, Terminus, Winby) einzusetzen. Auch die durch Hagel geschädigten Kartoffeln sollten umgehend mit systemischen oder lokalsystemischen Fungiziden plus Sporizid und zusätzlichem Blattdünger behandelt werden.

Beachten Sie bitte die Zulassung, Gebrauchsanleitung und regionale Hinweise.

Maiszünsler: Regional beginnt der Trichogramma-Einsatz

Seit Mitte Juni fliegen in Sachsen-Anhalt die Maiszünslerfalter ein (siehe Karte). In Hessen traten erste Falter zu Beginn dieser Woche auf. In südlicheren Landesteilen erfolgte der Zuflug deutlich eher, hier wurden u.a. erste Eigelege gefunden. Mit Beginn der Eiablage ist der Zeitpunkt für eine biologische Bekämpfung mit Trichogramma-Schlupfwespen erreicht.

In NRW (Rheinland und Westfalen), aber auch in weiten Teilen Baden-Württembergs sowie Bayerns sollte die erste Trichogramma-Ausbringung ab Mitte dieser Woche erfolgen. In höheren, kühleren Lagen kann man mit der Ausbringung bis Anfang nächster Woche warten. Um den Bekämpfungserfolg zu erhöhen, sollte die Trichogramma-Maßnahme nach 10 bis 14 Tagen wiederholt werden.

Für eine Insektizidbehandlung ist es dagegen in den meisten Fällen noch zu früh. Der Flughöhepunkt ist oft noch nicht erreicht. Generell richtet sich eine Insektizidmaßnahme gegen die schlüpfenden Larven zum Hauptlarvenschlupf. Erste frühe Regionen (Saarland/südliches Rheinland-Pfalz) haben allerdings schon den Flughöhepunkt erreicht. Hier schlüpfen erste Larven, sodass zum Ende dieser Woche über eine Insektizidmaßnahme entschieden werden kann. Eine Bekämpfung, z.B. mit 125 ml/ha Coragen, wird nur in Starkbefallsregionen empfohlen, in denen im Vorjahr mehr als 30 % der Pflanzen geschädigt wurden. Beschränken Sie Behandlungen vorzugsweise auf Körnermais, da dieser bis zur Ernte länger auf dem Schlag verbleibt und das Risiko einer Toxinbelastung mit DON/ZEA durch einen Befall mit Fusarium unter dem Aspekt der Tierfutternutzung höher ist.

In den folgenden Wochen werden die Kontrollen des Maiszünslerfluges fortgeführt. Es folgen Empfehlungen zum termingerechten Einsatz von Trichogramma-Schlupfwespen und zur Insektizidbehandlung.

Beachten Sie bitte die Zulassung, Gebrauchsanleitung und regionale Hinweise.

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