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topplus Pflanzenschutz-Tipps 13.9.2023

Nach dem Regen: Erdflöhe in Raps ausbremsen

Pflanzenschutz-Empfehlungen vom 13. September: Erdflöhe in Raps kontrollieren | Unkräuter in Schach halten | Kartoffelkraut effektiv regulieren

Lesezeit: 9 Minuten

In Zusammenarbeit mit proPlant und der Landwirtschaftskammer NRW.

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Aktuelle Situation

Nach den Schauern und Gewittern zu Beginn dieser Woche wird es ab heute zunächst deutlich kühler mit Temperaturen um 20 °C. In der Südhälfte bleibt es noch unbeständig mit Schauern, teils mit Gewittern. Trockener wird es dort ab Donnerstag. Im Norden sinken die Nachttemperaturen teils bis auf 5 °C ab, in Tälern ist Bodenfrost nicht auszuschließen. Ab Freitag sind deutschlandweit bei trockener Witterung wieder Höchstwerte um 25 °C zu erwarten.

Ausfallgetreide und Fuchsschwanz im Raps ausschalten

Der Raps läuft auf, doch Ungräser ziehen nach. Welche Wirkstoffe infrage kommen, hängt von der Resistenzsituation ab.

Die Rapsaussaat ist abgeschlossen, späte Bestände laufen unter guten Bedingungen zügig auf. Frühgesäte Bestände haben das 4-Blattstadium erreicht, z.B. in Thüringen. Feuchtwarme Böden bieten auch Ausfallgetreide und Fuchsschwanz nun perfekte Bedingungen vor. Da Ausfallgetreide insbesondere in Mulchsaaten schnell zum Platz- und Lichträuber wird, empfehlen sich zwei Behandlungen. In Pflugsaaten reicht oftmals eine Maßnahme im Vorgewende und den Ausläufern.

Tipp: Behandeln Sie möglichst nach Regen oder im Morgentau. Bei weicher Wachsschicht ist die Wirkstoffaufnahme deutlich besser.

Gegen Ausfallgetreide und sensitiven Fuchsschwanz sind verschiedene FOPs verfügbar, oftmals mit dem Wirkstoff Quizalofop-P. Doch trotz des gleichen Wirkstoffs wirken die Produkte aufgrund unterschiedlicher Formulierungen nicht gleich gut und schnell. Abgeleitet aus unseren Versuchen empfehlen sich 0,8 bis 1,0 l/ha Targa Super bzw. Gram Fix oder 0,8 bis 1,0 l/ha Agil-S. Gegen Quecken, die oft vom Rand einwachsen, können Sie mit 1,5 l/ha Gram Fix arbeiten. Die FOPs sind mischbar mit Insektiziden und Bodenherbiziden.

Wo Fuchsschwanz und Weidelgräser nicht mehr auf FOPs reagieren, können Sie auf DIMs setzen. Dafür muss das Ungras mindestens 2 bis 3 Blätter gebildet haben. Noch annehmbare Wirkungsgrade lassen sich in vielen Resistenzproben noch mit 0,5 l/ha Select 240 EC + 1,0 l/ha Radiamix erzielen. Alternativ können Sie 0,5 l/ha Vextadim + 0,5 l/ha Vexone applizieren. Beide Mittel hat die Landwirtschaftskammer NRW geprüft. Geben Sie bei beiden Produkten 0,4 l/ha Targa Super bzw. Gram Fix mit in den Spritztank, um die Schwäche gegen Ausfallgetreide auszugleichen.

Beachten Sie bitte die Zulassung, Gebrauchsanleitung und regionale Hinweise.

Gegen Rapserdfloh nicht zu früh behandeln!

Für Rapserdflöhe herrschen optimale Zuflugbedingungen, der Befall schwankt regional allerdings stark. Entscheidend für eine Insektizidmaßnahme ist die Bekämpfungsschwelle.

Erdflöhe fliegen gerade in die Rapsbestände ein, überschreiten bislang allerdings nur in seltenen Fällen die Bekämpfungsrichtwerte. Hohe Fangzahlen der Gelbschale (Schadschwelle überschritten) werden z.B. aus dem Großraum Erfurt gemeldet. Stellenweise lassen sich in Sachsen über 100 Erdflöhe zählen. Im Münsterland ist der Zuflug hingegen bis dato sehr verhalten. Auch innerhalb einer Region können die Fangzahlen schlagspezifisch schwanken. Dies hängt mit der Anzahl von ehemaligen Rapsflächen in unmittelbarer Nachbarschaft zusammen.

Folgende Bekämpfungsschwellen gelten:

  • Vom Keimblatt bis BBCH 13: Mehr als 10% der Blattfläche ist durch Lochfraß zerstört.
  • Vom 4- bis zum 6-Blattstadium: Mehr als 50 bis 75 Käfer sind innerhalb von drei Wochen in der Gelbschale gefangen worden.
  • Oktober bis Dezember: 3 bis 5 Larven je Pflanze in aufgespalteten Pflanzen und Blattstielen

Wer innerhalb von drei Wochen mehr als 50 Erdflöhe in seiner Gelbschale findet, muss aber nicht unmittelbar behandeln. Eine zügige Maßnahme mit einem Pyrethroid empfiehlt sich dann, wenn im jungen Raps (Keimblätter + 1 bis 2 Laubblätter) der Lochfraß über 10 % liegt und der Bestandallgemein schwach ist. Beurteilen Sie dabei den gesamten Bestand (Linienbonitur) und nicht nur einzelne Pflanzen. Es zählt die Gesamtvitalität des Bestandes.

Lassen sich im Laufe von drei Wochen mehr als 50 Erdflohkäfer pro Gelbschale finden, sollten Sie ab Mitte Oktober die Blattstiele auf Larvenbefall kontrollieren. Nach Überschreiten der Schadschwelle empfiehlt sich ein Insektizid.

Bei den aktuellen Temperaturen von über 16 °C wirken Pyrethroide nur begrenzt. Die Haltbarkeit ist auf maximal halten drei bis vier Tage verringert. Effektiver können Sie bei kühleren Temperaturen ab Mitte Oktober gegen die Larven des Erdflohs vorgehen.

Beachten Sie bitte die Zulassung, Gebrauchsanleitung und regionale Hinweise.

Gelbschalen im Raps beobachten

Neben Erdlföhen fliegen regelmäßig weitere Schädlinge in den Raps. Achten Sie auf Rübsenblattwespen und Schwarze Kohltriebrüssler. Mit Gelbschalen lässt sich der Zuflug meist gut kontrollieren.

Schwarze Kohltriebrüssler sind in den Gelbschalen im Raps bislang kaum zugeflogen, der Hauptzuflug startet meist ab Mitte September aus Saumstrukturen wie Hecken/Gehölzen bei Windstille in die Rapsfelder ein. Bislang gibt es keinen überregional geltenden Bekämpfungsrichtwert. Auskunft erteilen die Pflanzenschutzberatungen der Länder.

Auch adulte Rübsenblattwespen kann man in Gelbschalen finden. Achten Sie auf die kleinen Larven im Raps. Bei Massenbefall können starke Fraßschäden bis zum vollständigen Verlust des Bestandes führen. Der Bekämpfungsrichtwert gilt ab 1 Larve je Pflanze ab dem 2-Blattstadium bis Mitte Oktober. Blattläuse finden Sie an der Blattunterseite der Laubblätter. Starkbefall kann ebenfalls behandlungswürdig sein.

Hinweis zu den Gelbschalen: Mittlerweile gibt es als digitale Lösung auch elektronische Gelbschalen. Die bisherigen Erfahrungen der Landwirtschaftskammer NRW zeigen, dass diese den Zuflugbeginn gut erfassen. Damit eignen sie sich gut für weiter entfernte Flächen. Da die Fangzahlen aber deutlich geringer sind als bei herkömmlichen Gelbschalen, empfiehlt es sich, zusätzlich herkömmliche Gelbschalen aufzustellen.

Beachten Sie bitte die Zulassung, Gebrauchsanleitung und regionale Hinweise.

Schnecken im Herbst konsequent behandeln

Junger Raps ist besonders attraktiv für Schädlinge. Es gilt nun, Schnecken, Rapserdflöhe und Schwarze Kohltriebrüssler intensiv zu kontrollieren. Falls notwendig, sind Randbehandlungen oftmals ausreichend.

Die feuchten Bedingungen der letzten Wochen sind günstig für Schnecken. Das Auftreten ist momentan sehr unterschiedlich. Um den Schneckenbefall zu kontrollierten, können Sie nach der Saat Schneckenfolien auslegen. Finden Sie Schnecken oder Schleimspuren, müssen Sie umgehend bekämpfen. Prüfen Sie, ob Randbehandlungen ausreichend sind.

Rapserdflöhe sind aktuell noch verhalten unterwegs. So melden Schleswig-Holstein, Baden-Württemberg und NRW ein derzeit geringes Auftreten des Rapserdflohs. Der Käfer wandert ab dem Auflaufen in die Rapsbestände ein und frisst an den jungen Pflanzen. Überwachen Sie den Schädling mittels Gelbschalen, die zeitig nach der Saat (spätestens zum Auflaufen) in den Flächen stehen müssen. Bei größeren Schlägen sollten Sie mehrere Schalen verteilt aufstellen. So können Sie feststellen, ob überhaupt Erdflöhe auftreten, oder der Blattfraß an den Jungpflanzen ggf. auch von anderen Schaderregern, wie Schnecken, hervorgerufen wird.

Ab einem Blattverlust von deutlich mehr als 10 % durch Erdflöhe ist eine Bekämpfung notwendig. Es empfiehlt sich der Einsatz zugelassener Pyrethroide, wie z.B. 75 ml/ha Karate Zeon. Behandeln Sie nur, wenn der Bekämpfungsrichtwert überschritten ist! Das gilt insbesondere in Regionen mit resistenten Erdflöhen. Vorbeugende Einsätze bringen hingegen keinen Erflog und verschärfen die nur Resistenzentwicklung. Liegen zum Anwendungstermin warme Temperaturen vor, sind die Maßnahmen in die kühlen Abendstunden zu verlegen. Prüfen Sie zudem, ob ggf. Randbehandlungen ausreichend sind – z.B. entlang von Altrapsflächen, aus denen u.a. die Erdflöhe in die Neusaaten einwandern.

Mit Gelbschalen lässt sich auch der Schwarze Kohltriebrüssler überwachen. Dieser ist seit den letzten Jahren in NRW, Baden-Württemberg, Hessen ein bedeutender Schädling. Der Schwarze Kohltriebrüssler wandert etwas später als der Rapserdfloh, oft ab Mitte September, in die frischen Saaten ein. Wer später Larven in der Pflanze feststellt, kann nicht mehr handeln.

Beachten Sie bitte die Zulassung, Gebrauchsanleitung und regionale Hinweise.

Getreide: Frühsaaten möglichst vermeiden

Für die anstehende Getreidesaat empfehlen sich eher späte Saattermine. Das hat mehrere Gründe – einer davon ist die gestiegene Temperatursumme im Herbst.

Vor allem aus phytosanitärer Sicht spricht einiges gegen Frühsaaten von Getreide. Allein durch die in den letzten Jahren nachweislich angestiegene Temperatursumme im Herbst verschieben sich die Saatzeiten nach hinten. Denn in überwachsenen und von Krankheiten geschwächten Beständen erhöht sich die Auswinterungsgefahr erheblich.

So wird z.B. sehr früh gesäte Gerste als erstes von Läusen befallen, wodurch sich das Risiko von Virusinfektionen erhöht. Auch Mehltau und Zwergrost besiedeln die jungen Pflanzen. Besonders gefährdet durch Läuse sind frischauflaufende Getreidebestände, die neben erntereifen Maisbeständen und blühenden Zwischenfruchtbeständen stehen. Nach späteren Saatterminen besiedeln temperaturbedingt keine oder nur noch wenige Virusvektoren das Getreide.

Daneben etabliert sich bei Spätsaaten weniger Ungras. Bei einer um 14 Tage späteren Saat läuft rund 50% weniger Ackerfuchsschwanz auf Fuchsschwanz-Standorten auf. Denn unter einer Bodentemperatur von 10 °C keimen diese Samen nicht.

Wichtig ist aber auch, bei der Wahl des Saattermins auf den weiteren Witterungsverlauf zu achten – Saatbett geht vor Saatzeit.

Beachten Sie bitte die Zulassung, Gebrauchsanleitung und regionale Hinweise.

Kartoffeln: Gegen Fäule behandeln und Abreife beschleunigen

Feuchte Bedingungen verzögern die Abreife und fördern u.a. nassfaule Knollen. Es gilt nun, die Fäule nicht zu verschleppen.

Durch die vermehrt nasse Witterung im Juli/August konnten sich u.a. braun- und nassfaule Knollen entwickeln. Auf betroffenen Flächen empfiehlt es sich, in der Abschlussbehandlung das Sporizid (z.B. Carneol, Frowncide, Gaschinko, Leimay, Nando 500 SC, Ohayo, Ranman Top, Shirlan, Terminus, Winby) mit 1,0 kg/ha Funguran (kupferhaltig) zu kombinieren. Lassen Sie infizierte Knollen dann im Boden durchfaulen und roden Sie nicht zu früh. Nasse Senken und „Problemecken“ lassen Sie besser stehen.

Wichtig ist, den Roder zu reinigen und möglichst mit Menno Florades (2 %-ige Lösung) zu desinfizieren, bevor Sie in eine neue Fläche fahren. Das ist zwar zusätzliche Arbeit, die sich aber dieses Jahr auszahlen wird.

Trotz der heißen Temperaturen gibt es aufgrund der häufig noch relativ hohen Bodenfeuchte noch immer offene Lentizellen an Kartoffeln. Wer mit der Krautregulierung nicht mehr warten kann, obwohl die UWGs noch zu niedrig sind, kann die Abreife vorsichtig mit einer reduzierten Menge Quickdown (z.B. 0,4 l/ha) plus Toil einleiten. Falls das UWG hoch genug ist, empfiehlt sich in Beständen mit viel Blattmasse, das Blätterdach mechanisch (Krautschlagen, Heuwender) oder elektrophysikalisch (das neue NUCROP-Verfahren) zu öffnen und anschließend chemisch nachzulegen.

Planen Sie in Industrieware dieses Jahr mehrere Behandlungen ein, denn die Bestände sind noch sehr wüchsig. Teilweise ergrünen Kartoffeln schon wieder, d.h. schon in der Abreife befindliche Pflanzen bilden neue Blattmasse.

Beachten Sie bitte die Zulassung, Gebrauchsanleitung und regionale Hinweise.

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