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​„Methanol ist die sinnvollste Veredelung von Wasserstoff“

Lesezeit: 2 Minuten

Sie sehen in der Methanolproduktion neue Chancen für die Landwirtschaft. Wie wird Methanol hergestellt?


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Petschick: Im ersten Schritt wird grüner Wasserstoff mittels Elektrolyse aus Wasser und erneuerbaren Energien, in unserem Fall aus förderfreiem Solarstrom, produziert. Die dazu nötigen Freiflächen-Photovoltaikanlagen versorgen mittels Direktleitung die Elektrolyseure vor Ort mit Strom. Um aus dem grünen Wasserstoff biogenes Methanol zu produzieren, benötigt man biogenes CO2. Dieses wird aus den Rauch- oder Abgasen z.B. aus Biogasanlagen, Holzheizkraftwerken oder auch Klärschlammverbrennungsanlagen gewonnen. Durch Methanol-Synthese und anschließender Destillation entsteht hochreines Methanol, das sich verkaufen lässt.


Welche Vorteile bietet die Methanolproduktion gegenüber Wasserstoff?


Petschick: Es ist die sinnvollste Weiterverarbeitung von Wasserstoff. Methanol ist die zweithäufigste weltweit genutzte Grundchemikalie. Für Lagerung und Transport von Wasserstoff sind ansonsten aufwendige und teure Infrastrukturen nötig, da es sich um ein extrem flüchtiges Gas handelt und dieses nur bei hohem Druck sinnvoll lagerfähig oder transportabel ist. Methanol löst diese Probleme, da es als Alkohol über die heutige Infrastruktur zum Kunden gelangen kann.


Biogenes Methanol lässt sich zu herkömmlichen Kraftstoffen beimischen, zu e-Kerosin weiterverarbeiten oder in neuen Methanol-Motoren in Lkw oder Schiffen nutzen.


Für welche Anlagen ist das relevant?


Petschick: Unsere Methanolkraftwerke haben eine Mindestleistung von 10 MW, Voraussetzung für die sichere Versorgung mit Elektroenergie sind förderfreie Photovoltaik-Freiflächenanlagen in der Größe von über 50 MW mit ca. 50 ha Fläche.


Das sind sehr große Anlagen im Industriemaßstab. Was haben Landwirte davon?


Petschick: Der Landwirt profitiert durch Flächenverpachtung, die direkte Beteiligung oder den Verkauf von CO2 aus einer Biogasanlage. Wir halten Freiflächenanlagen auf ertragsschwachen Böden für sinnvoll. Die Konkurrenz zwischen Nahrungsmittel und Energieerzeugung wird über Agriphotovoltaik gelöst, also der gemeinsamen Produktion von landwirtschaftlichen Früchten und Strom. Eine Methanolanlage schafft Arbeitsplätze, liefert Prozesswärme und sorgt für mehr Akzeptanz und Wertschöpfung vor Ort.


Welche Rolle übernimmt Ihr Unternehmen dabei?


Petschick: Wir wollen in den kommenden fünf Jahren mehrere Bio-Methanol-Cluster in Nord- und Ostdeutschland mit einer Erzeugungskapazität von ca. 1 Gigawatt Freiflächen-anlagen und jährlicher Bio-Methanol-Erzeugungskapazitäten von ca. 130000 t entwickeln.

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