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Das sind die Stromfresser im Schweinebetrieb

Eine Untersuchung der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft zeigt, wie man mit teilweise nur kleinen Investitionen viel Geld sparen kann.

Lesezeit: 3 Minuten

Die Landesanstalt für Landwirtschaft hat in Bayern rund 1.000 schweinehaltende Betriebe ausgewertet. Um das Einsparpotenzial festzustellen, hat die LfL ein Pilotbetriebsmessnetz aufgebaut mit über 30 Betrieben im Bereich Zuchtsauenhaltung, Schweinemast, Milchviehhaltung und Bullenmast.

„Wir messen dort den Strom- und den Wärmeverbrauch und erfassen die Energieerzeugung von vorhandenen Photovoltaikanlagen“, erklärt Energieberater Josef Neiber. Die Daten werden aufgezeichnet, an eine zentrale Datenbank übermittelt und ausgewertet. Die LfL hat bei der Ferkelerzeugung einen durchschnittlichen Stromverbrauch von 170 kWh/Zuchtsau und Jahr ermittelt. Hierbei gibt es eine enorme Streuung von 70 bis 250 kWh.

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Auch in der Schweinemast gibt es eine große Streuung beim Energieverbrauch von 20 bis 60 kWh/Mastplatz. Im Schnitt der untersuchten Betriebe liegt er bei knapp 28 kWh/Mastplatz und Jahr ohne Abluftreinigung bzw. 55 kWh mit Abluftreinigung. „Die Differenz ergibt sich durch die Umwälzpumpen der Wäscher, aber auch durch die höheren Druckverluste bei der Lüftungsanlage“, sagt Neiber.

Lüftungsanlage ist größter Verbraucher

Die Lüftungsanlage ist in der Schweinehaltung generell der größte Verbraucher. „Im Sauenbetrieb macht er etwa 45 % vom Stromverbrauch, in der Mast rund 60 % aus“, sagt der Berater. Die Streuung im Stromverbrauch ist in beiden Tierhaltungssystemen vor allem auf die unterschiedlichen Lüftungsarten zurückzuführen und hängt ab von der Art der Lüftungsanlage, der Art der Regelung oder der Abluftführung: Eine Unterflurabsaugung hat einen höheren Energieaufwand als eine dezentrale Abluftanlage.

Die Art der Regelung hat einen direkten Einfluss auf den Energiebedarf. Vor allem im abgeregelten Leistungsbereich haben frequenzgesteuerte und EC-Ventilatoren mit elektronisch geregeltem Gleichstrommotor im Vergleich zu herkömmlichen Ventilatoren mit Phasenanschnitt- oder transformatorischer Steuerung eine deutlich geringere Leistungsaufnahme.

In der Ferkelerzeugung laufen die Lüfter zu 80 % im abgeregeltem Leistungsbereich, in der Mast sogar zu 90 %, also fast immer in Teillast. „Darum ist eine gute Regelung entscheidend für einen geringen Stromverbrauch“, sagt Neiber.

Weitere Verbraucher im Sauenbetrieb sind Infrarotlampen, aber auch Sonstiges mit verstreckten Stromfressern wie elektrische Heizlüfter im Büro, Gefriertruhen oder die elektrische Warmwasserbereitung.

Regelung ist wichtig

Zusätzlich verursacht die Lüftungsanlage in Abferkelställen oder in der Ferkelaufzucht enorme Wärmeverluste. Nur durch optimale, an die Lüftungsrate angepasste Regelungen kann man auch den Heizenergiebedarf reduzieren und Temperaturschwankungen entsprechend auf ein Minimum begrenzen. Neiber hat im Schnitt einen Wärmebedarf von 300 kWh (bei Betrieben mir Luft-Luft-Wärmetauscher) je Zuchtsau ermittelt. Ein Wärmetauscher halbiert den Wärmebedarf etwa, er verringert die Wärmeverluste durch die Lüftung, verbessert aber auch die Luftqualität und gleicht Temperaturschwankungen aus. „Zwar ist der Stromverbrauch bei den Lüftern im Betrieb mit Wärmetauschern höher, dafür spart er Wärme ein. Unterm Strich hat ein Betrieb mit einer Betriebsgröße von ca. 220 Zuchtsauen damit einen Energiekostenvorteil von 1500 bis 2000 €“, rechnet Neiber vor.

Weiteres Einsparpotenzial

Weitere Energieeinsparungen sind durch folgende Maßnahmen möglich:

  • Abdeckung des Ferkelnestes,
  • Reinigung der Siebe bei der Mahl- und Mischanlage,
  • Reinigung der Luft-Luft-Wärmetauscher,
  • Reinigung der Motoren im Stall wie z.B. bei der Fütterung oder der Mahl- und Mischanlage.

Die Informationen basieren auf dem Webinar „Strombedarf, Einsparpotenzial und Eigenstromversorgung in der landwirtschaftlichen Nutztierhaltung (Milchvieh und Schwein) der LfL und der ALB Bayern vom 24. März 2021 (www.alb-bayern.de)

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