Bioenergie

DBFZ Jahrestagung: Bioökonomie, Kreislaufwirtschaft und innovative Bioenergieforschung

Auf der Jahrestagung des Deutschen Biomasseforschungszentrums diskutierten die Teilnehmer die Herausforderungen des „Green Deal“. Auch wurden aktuelle Forschungsthemen zur Bioenergie präsentiert.

Für eine erfolgreiche Umsetzung des „Green Deal“ sind die Bioökonomie, eine funktionierende Kreislaufwirtschaft und innovative Forschung zentrale Schlüssel, mit denen den aktuellen politischen, ökonomischen und ökologischen Herausforderungen begegnet werden kann und muss. Das ist das Fazit der Jahrestagung des DBFZ mit knapp 200 Teilnehmenden, die vom 21. bis 23. Juni erstmals wieder in Präsenz stattfand.

Biomasse für mehr Unabhängigkeit

In ihrem Grußwort wies die Staatssekretärin des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft, Silvia Bender, vor dem Hintergrund des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine darauf hin, dass die ohnehin schon drängenden Aufgaben nun noch akuter geworden sind: „Die Bioökonomie ist der zentrale Baustein, der zu all den aktuellen Herausforderungen beitragen muss. Sie leistet einen unverzichtbaren Beitrag für unser Ziel, die Gesellschaft bis 2045 klimaneutral aufzustellen“. Dabei habe insbesondere die Forschung zur Biomassenutzung als Teilbereich der Bioökonomie eine sehr hohe Priorität. Sie zeige einerseits die Chancen, aber auch die Grenzen bei der Nutzung nachwachsender Rohstoffe auf, so Bender.

Als Vertreterin der EU-Kommission machte Dr. Maria Georgiadou in ihrer Keynote „Bioenergy in the European Green Deal and the RePowerEU” darüber hinaus deutlich, dass es alle verfügbaren Technologien zur Umsetzung des Green Deal brauche, um den Übergang zu einer modernen, ressourceneffizienten und wettbewerbsfähigen Wirtschaft zu schaffen, die bis 2050 keine Netto-Treibhausgase mehr ausstößt und ihr Wachstum von der Ressourcennutzung abgekoppelt hat.

Biogene Reststoffe im Fokus

Im Rahmen von insgesamt fünf Sessions widmete sich die dreitägige Veranstaltung anschließend ausgewählten Themen der Bioenergieforschung. Im Fokus standen u.a. Aspekte wie „Nachhaltige Mobilität“ und die Rolle von erneuerbaren Energien für die Reduzierung der THG-Emissionen, sichere und vernetzte Strom- und Wärmeversorgung durch integrierte und smarte Bioenergie und nicht zuletzt die Frage, welche Rolle die Biomasse in einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft spielen kann. Insbesondere in diesem Punkt herrschte Konsens bei allen Beteiligten: Die Potenziale sind begrenzt, daher stellen biogene Rest- und Abfallstoffe einen wesentlichen Stoffstrom für eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft und Bioökonomie dar und sind vorrangig gegenüber fossilen Rohstoffen einzusetzen, so Prof. Dr. Christina Dornack vom Sachverständigenrat für Umweltfragen der Technischen Universität Dresden.

Bessere politische Unterstützung nötig

Einig waren sich die Beteiligten zuletzt auch in einer weiteren Feststellung: Die Bioenergieforschung ist wichtig, vielfältig und innovativ, sie muss zukünftig jedoch noch besser in die Praxis überführt werden. „Wir haben tolle Forschung, aber bei der Umsetzung in die Praxis und auch in die Politik gibt es noch Nachholbedarf“, lautete der Tenor von Vertretenden aller anwesenden Bundes- und Landesministerien sowie der Industrie. Nicht nur vor diesem Hintergrund stellten verschiedene Pitch- & Matchmaking-Sessions sowie eine Posterausstellung einen wesentlichen Programmpunkt der diesjährigen Tagung dar. Den Preis für den besten Pitch erhielt Herr Reiner Mantsch (EEDEN GerMan UG) für seine Entwicklung zum Thema „Textilrecycling mit HTP“, das beste wissenschaftliche Poster wurde vergeben an Frau Viktoria Scheff (Fachgebiet Ressourcenmanagement und Abfalltechnik / Universität Kassel) für ihre Präsentation „BioRestBrennstoff – Energieeffiziente Nutzung sekundärer biogener Rest- und Abfallstoffe in Biomassefeuerungen durch stufenweise Aufbereitung und Brennstoffkonfektionierung“.

Weitere Infos: www.dbfz.de

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