EU-Studie: Biokraftstoffe sind Klimakiller

Nach einer internen Studie der EU-Kommission schaden Biokraftstoffe, die aus Palmöl, Sojabohnen oder Raps hergestellt werden, dem Klima mehr als herkömmliches Erdöl. Erstmals wurden von den Wissenschaftlern auch die indirekten Folgen der Herstellung von Biokraftstoffen berücksichtigt. Dazu zählt beispielsweise die Tatsache, dass Regenwald für den Anbau von Palmöl abgeholzt wird.

Nach einer internen Studie der EU-Kommission schaden Biokraftstoffe, die aus Palmöl, Sojabohnen oder Raps hergestellt werden, dem Klima mehr als herkömmliches Erdöl. Erstmals wurden von den Wissenschaftlern auch die indirekten Folgen der Herstellung von Biokraftstoffen berücksichtigt. Dazu zählt beispielsweise die Tatsache, dass Regenwald für den Anbau von Palmöl abgeholzt wird. Zwar darf eigentlich kein Quadratmeter Urwald für die Biokraftstoffproduktion genutzt werden, da aber auf immer mehr landwirtschaftlichen Flächen Pflanzen für die Biospritproduktion wachsen, wird der Regenwald zunehmend gerodet, um wiederum Nahrungsmittel zu erzeugen. Und das ist legal.
 
Die „Gewinner“ der Studie sind Biokraftstoffe aus Zuckerrohr, Zuckerrüben und Mais, denen die Studie eine positive Wirkung aufs Klima bescheinigt. Für Kraftstoffe aus Zuckerrüben gibt die Studie 34 Gramm Kohlendioxid-Emissionen je Megajoule Energie an, für Zuckerrohr 36 Gramm. Kraftstoffe aus herkömmlichem Erdöl verursachen hingegen mehr als doppelt soviel Emissionen (87,5g je MJ). Sojaöl und Palmöl erreichen mit 103 Gramm und 105 Gramm einen ähnlich hohen Wert, wie der viel kritisierte Teer- und Ölsand mit 107 Gramm. Der ebenfalls schlechte Wert von Rapsöl (95g/MJ) trifft vor allem die deutschen Produzenten von Biodiesel. Sie hatten vor wenigen Tagen noch berichtet, dass sie fast ausschließlich Rapsöl verwenden (87,5 Prozent).
(Zur Meldung)
 
Kritisiert wurde die Studie der EU-Kommission, die erst in den kommenden Wochen vorgestellt werden soll, von mehren Seiten. So moniert der Bundesverband der deutschen Bioethanolwirtschaft, dass die Studie auf falschen Annahmen basiere, wodurch sich die Ökobilanz der Biokraftstoffe verschlechtere. Weiter sagte der Bundesgeschäftsführer Dietrich Klein, dass es auch keinen Sinn mache, alle Biokraftstoffe über einen Kamm zu scheren. So sei in Brasilien die Produktion stark gestiegen, ohne dass Regenwald rodet wurde, wohingegen in Asien es anders sei, da dort die entsprechenden staatlich Regelungen fehlten.
Die europäischen Bauern- und Genossenschaftsverbände Copa und Cogeca äußerten ebenfalls ihre Bedenken an der Studie. Sie warnten davor, dass das Modell und die Methodik auf großen Unsicherheiten und fehlerhaften Daten fußen und nicht zur Analyse der indirekten Auswirkungen reiche.
Gleichzeitig betonten die Verbände die Vorteile der Biokraftstoffe wie etwa die Reduzierung von Treibhausgasen und die Schaffung von Arbeitsplätzen in den ländlichen Gebieten und warnten vor einer Gesetzesänderung auf Grund der Studie.