Energiewende

Fünf Antworten auf Energiewende-Kritik

Der ehemalige Chef des Münchner ifo-Instituts Hans-Werner Sinn hat im Bayerischen Rundfunk das Klimapaket kritisiert. Dazu gibt es eine Gegenäußerung von Raimund Kamm, LEE Bayern.

Der Ökonom und frühere Chef des Münchner ifo-Instituts Hans-Werner Sinn ist als Kritiker des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) und der Energiepolitik der Bundesregierung bekannt. Er vertrat diese Tage an der LMU München wie auch im Bayerischen Rundfunk erneut Ansichten zur Energiepolitik. „Diese entsprechen in mehreren Punkten nicht den Tatsachen und sind gefährlich, weil sie eine Lösung des Atommüllproblems vorgaukeln und die Potenziale des Emissionshandels wie auch der Energiewende kleinreden“, kritisiert Raimund Kamm, Vorsitzender des Landesverbandes Erneuerbare Energien (LEE) in Bayern.

Replik des LEE Bayern

Er hält fünf Aussagen von Sinn in dem Radiobeitrag vom 18.12. für falsch und begründet das so:

  1. Falschaussage: „Das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) hat keine Wirkung entfalten können, da wir ja den europäischen Emissionshandel mit Deckelung („caps“) der Zertifikate haben.“ Sinns These: Wenn Deutschland CO₂ beispielsweise durch Photovoltaik und Windkraft spart, würden die entsprechenden CO₂-Zertifikate ins europäische Ausland gehen und dort zu CO₂-Emissionen führen. „Dies hat Herr Sinn bereits häufig gesagt und es wurde von Energiewissenschaftlern widerlegt. Denn der Zertifikatehandel hat in der Vergangenheit nicht funktioniert und somit nicht das Klima geschützt“, sagt Kamm. Der Geburtsfehler bei Einführung des Emissionshandels im Jahr 2005 sei gewesen, dass viel zu viele CO₂-Zertifikate ausgegeben wurden. So hat das Emission Trade System (ETS) nicht zu den gewünschten Knappheitspreisen geführt und praktisch nicht zum Klimaschutz beigetragen. Im Jahr...

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