Klimaschutz

Klimaschutzkampagne der INSM fällt beim Faktencheck durch Premium

Die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) hat „12 Fakten zur Klimapolitik“ veröffentlicht. Viele "Fakten" entpuppen sich als falsch, wie eine Analyse zeigt.

In einer aktuellen Kampagne widmet sich die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) der Klimapolitik und hat zwölf „INSM-Fakten zur Klimapolitik“ publiziert. „Für Laien klingen viele der Fakten schlüssig und nachvollziehbar. Dabei verfolgt die INSM mit der Publikation in erster Linie ganz klar die Ziele ihrer Unternehmen und nicht unbedingt die des besseren Klimaschutzes“, warnt Energiewende-Experte Prof. Volker Quaschning von der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW Berlin). Wie Quaschning erläutert, ist die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) ist eine vom Arbeitgeberverband Gesamtmetall gegründete Lobbyorganisation, mit dem Ziel unternehmensfreundliche Positionen durchzusetzen. Zu den bisherigen Kampagnen und Forderungen der INSM zählten unter anderem die Abschaffung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG), wie u.a. der Energieexperte Hans-Josef Fell im Jahr 2017 analysiert hat.

Demnach fordert die Initiative in erste Linie eine langsamere Energiewende. Der Klimaschutz soll sich dabei den Interessen der Industrie unterordnen. Wie sich das aus den verdeckten Forderungen der INSM herauslesen lässt, zeigt Quaschning in einem Faktencheck der INSM-Publikation. Wir bringen einen Auszug. Die vollständige Analyse können Sie hier nachlesen.

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        Artikel geschrieben von

        Hinrich Neumann

        Redakteur Energie

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        Diskussionen zum Artikel

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        von Peter Held

        Klimawandelleugner!

        Es ist schon erstaunlich, dass hier einige Argumente von vorgestern recycelt werden ("Dunkelflaute", "planlos") und das Ausstreuen von abstrakten Zweifeln an allem und jedem unterstellt doch, dass man den Klimawandel bezweifelt oder nicht ernst nehmen müsse!

        von Jens Geveke

        Wir sind angefangen, aber wir machen nicht weiter. Wir haben jetzt einen technischen Stand erreicht, dass Photovoltaik und Windstrom günstig herzustellen sind und auch in entsprechenden Mengen. Und jetzt ist der Punkt erreicht, dass langsam die anderen Energien weichen müssen. Aber das wollen sie nicht. Momentan macht man dass bei Überlastung durch Abschaltung der EEG-Anlagen. Es muss aber jetzt bei den fossilen weitergehen. Kohle ist dazu ungeeignet. Gaskraft sehr wohl, aber die werden momentan nur nebenher betrieben, da Kohle billiger ist. Bei der ganzen Diskussion in der Politik momentan reden alle davon, den Klimaschutz vorran bringen zu wollen, CO2-Ausstoss zu mindern durch umverteilungen usw., aber CO2-Minderung bedeutet, dass zukünftig der Verbrauch von Öl und Kohle verringert wird. Da müssen also Verbraucher in Industrie und Privat, z.B. nächstes Jahr Geräte stehen lassen, die jetzt noch mit fossiler Energie befeuert werden. Aber keiner will der erste sein, bzw die anderen sollen es zuerst machen. Ob nun der Verkehr, die Wärme, die Brasilianer, die Chinesen, jeder zeigt mit den Finger auf andere und sagt: Die hören auch nicht auf. Kalifornien hat 40% Gaskraft im Strommix und fährt daher wunderbar mit Solar und Windkraft im wechsel. Warum nicht mal hier sämtliche Gaskraftwerke zusammenrechnen die vorhanden sind und welche noch gebaut werden müssen und die alle sinnvoll mit den EEG-Anlagen verknüpfen. Und an dem Pfad kann man den Kohleausstieg entlang planen. Und die fehlenden Gaskraftwerke kann man dann in der Lausitz bauen. Dann hat man auch das Problem mit den Arbeitsplätzen nicht mehr. Aber den Mut, diese Veränderungen jetzt durchzusetzen und anzugehen haben die Politiker nicht. Jeder redet um den heissen Brei herum. Und aus Klimasicht läuft uns die Zeit davon, und wer das nicht glaubt, solle sich nur mal die Kosten und das Leid um die Ölfragen bzgl. Militäreinsätze und Machtkämfe ansehen.

        von Werner Kriegl

        Planlos

        Das Problem liegt ja nicht darin, daß wir nicht anfangen. Das Problem liegt darin, daß wir alles auf einmal machen wollen (erst Atom- u. dann Kohle) ohne einen Plan wie dann die Erzeugung UND die Verteilung zu vernünftigen Kosten (!) gesichert werden sollen. Unser Weg führt definitiv in den Graben....

        von Jens Geveke

        Natürlich kann man darüber diskutieren, ob die Annahmen zu den Strommengen stimmen oder nicht. Aber es nützt doch nichts zu sagen, das klappt wohl nicht, also alles Mist, wir fangen gar nicht erst an. Es gibt keine Alternative zu den Erneuerbaren Energien, zunächst aus Klimaschutzsicht und wenn man davon nicht überzeugt ist, dann zumindest wegen der der Verfügbarkeit in den nächsten Generationen, denn wir haben in Deutschland wenig fossile Energien. Solar und WInd sind die günstigsten Kraftwerke, allerdings eben nicht immer Verfügbar (aber durch Wettervorhersagen planbar). Und auch dafür gibt es Lösungen, die schon berechnet wurden, nämlich die Gasspeicher, in denen wir ausreichend Gas speichern können, um Dunkelflauten zu überbrücken. Aktuell sind etliche Gaskraftwerke abgeschaltet, weil Kohle (per Schiff importiert!) billiger ist. Zusätzlich kann man über den Strompreis mit flexiblen Tarifen den Stromverbrauch auch regulieren. Viele Leute und Firmen werden erfinderisch, wenn es ans Geld geht...Gas kann zunehmend dann auch aus erneuerbaren Quellen stammen, Biogas und Biomethan aus Strom aus Überschusszeiten, die bei zunehmenden Bau auch stark zunehmen. Und dass alles versucht man auch in Berlin zu berechnen. Aber deswegen denen die Fachkompetenz abzustreiten, weil man selber glaubt, dass das nicht stimmen könnte ist kein Argument.

        von Werner Kriegl

        Beleg für meine Aussagen

        Man betrachte die Grafik des Frauenhofer-Instituts für die vierte Woche im Jahr 2019 - und dann mal den 24. / 25. Januar - Dunkelflaute! Und dann? https://www.energy-charts.de/power_de.htm?source=all-sources&year=2019&week=4

        von Werner Kriegl

        Weil er ebenfalls Lobbyist ist...

        ...und manche Dinge auch nur sehr einseitig beleuchtet. Stellt stellt er Probleme sehr geschönt dar: https://www.youtube.com/watch?v=E17p5Zj_hiw Es gibt Wochen im Jahr, da wäre selbst bei einer Verzehnfachung der Solar- u. Windkraft kein ausreichender Ersatz für Kohle- u. Atomstrom vorhanden. Und wenn man die zusätzliche eMobilität (= mehr Strombedarf gerade dann, wenn die PV nicht mehr liefert) tatsächlich zum Rollen bringt, dann wird es noch schlimmer!

        von Jens Geveke

        @Kriegl

        ...können Sie das bitte begründen? Volker Quasching ist Professor für Regenerative Energiesysteme an der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) in Berlin. Ich würde erst einmal sagen, er hat schon mehr über Energieerzeugung gelesen und geforscht, wie Frau Schulze Landwirtschaftsbücher. Welches Interesse könnte wohl der Arbeitgeberverband Gesamtmetall haben ? Haben die mehr Wissen über Energienetze wie die HTW in Berlin ? Also hat die Uni Göttingen auch keine Ahnung von Landwirtschaft, da ist beim Arbeitgeberverband der Lebensmittelindustrie mehr Kompetenz angegliedert ?

        von Werner Kriegl

        Faktencheck

        Wer den Quaschnig als Faktenchecker nimmt, der bezeichnet die Umweltministerin Schulze auch als Expertin für Landwirtschaft...

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