Güllevergärung

Neuartige Güllekleinanlage mit Festbettreaktor

In Hamminkeln (Nordrhein-Westfalen) bauen zwei Milchviehbetriebe eine innovative Gülleanlage. Wir konnten die Anlage vor der Befüllung besichtigen.

Hydrolysestufe, Fermenter und Güllelager in einem: Das ist das Konzept der neuartigen Biogasanlage, die die Milchviehhalter Marc Siemen und Hermann Krusen aus Hamminkeln in Nordrhein-Westfalen aktuell in Betrieb nehmen. „Wir beide mussten neuen Lagerraum für die Güllelagerung schaffen und sind dann darauf gekommen, gleich eine Biogasanlage zu bauen“, erklärt Hermann Krusen. Für zwei einzelne Anlagen hätten die Kuhzahl nicht ausgereicht bzw. sie wären mangels Größe unwirtschaftlich gewesen. Zusammen haben sie jedoch 300 Kühe. „Darum haben wir uns für eine Anlage der 75 kW-Klasse entschieden“, sagt Marc Siemen, dessen Betrieb direkt an den von Krusen angrenzt. Beide Betriebe besitzen im Boxenlaufstall planbefestigte Böden mit Faltschieberentmistung, sodass der Mist frisch in die Anlage gelangen kann.

Bei der Anlagentechnik haben sich die Landwirte für das neuartige Konzept „UDR Gülle-Hybrid“ des niederländischen Herstellers Wopereis entschieden, das von dem Biogasexperten Wilhelm Gantefort aus Heiden entwickelt wurde. Siemen und Krusen wollen nur Gülle und Futterreste vergären, sodass kein Feststoffeintrag nötig ist.

Behälter mit integriertem Festbett

Die...


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Wie lässt sich der Anteil von Gülle in Biogasanlagen erhöhen? Auf einer Fachtagung des DBFZ in Leipzig diskutierten darüber Experten mehreren.

Die neue Anlage soll für Betriebe ab 150 Großvieheinheiten in Frage kommen. Die Kleinanlage soll zweistufig sein und aus einem Rührkessel- und einem Festbettreaktor bestehen.


75 kW-Anlagen können nach dem Energiesammelgesetz auch flexibilisiert werden. Derzeit ist noch nicht sicher, ob die neue Regelung auch für Bestandsanlagen gilt.


Diskussionen zum Artikel

von Hansjoerg Schick

Abwarten dann loben

dies ist nicht neu, es auch schon Erfahrungen mit diesem Reaktortyp!!! Die Gaserträge sind nicht unbedingt wegen des Systems so, erst beweisen. Die Zahlen der FNR sind zu einfach gedeutet, so nicht zu gebrauchen, Milchleistung Anlagensystem usw. Sind nicht ausreichend berücksichtigt.

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