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Stromverträge: Eine Chance für Ü20-Anlagen? Premium

In Deutschland haben die ersten Anlagenparks langfristige Stromabnahmeverträge mit der Industrie abgeschlossen – ein spannendes Modell, das aber nicht ohne Risiko ist.

Die Energie-Branche steht vor einem riesigen Umbruch. Anfang 2021 läuft für tausende Wind-, Solar- und Biogasanlagen die 20-jährige Förderung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) aus. Während Biogasanlagen noch die Chance haben, sich an einem Ausschreibungsverfahren zu beteiligen, um so eine zehnjährige Verlängerung zu bekommen, müssen sich Betreiber von Windparks oder Photovoltaikanlagen neue Abnehmer für den Strom suchen.

PPA als Alternative

„Viele Anlagen sind abgeschrieben und kommen auch ohne Förderung am freien Markt wirtschaftlich klar“, sagt Christian Leuchtweis, stellvertretender Geschäftsführer des Netzwerks C.A.R.M.E.N. aus Straubing (Bayern).

Ein Vermarktungsmodell, das derzeit stark diskutiert wird, sind „PPA-Verträge“. Diese Abkürzung steht für „Power Purchase Agreement“, zu Deutsch: Stromliefervertrag. Mit ihnen sind aber besondere Eigenschaften verbunden. „Als PPA gelten hierzulande in der Regel Verträge mit langen Laufzeiten, Grünstromlieferung oder mit Strom aus regionaler Herkunft“, sagt Dr. Johannes Hilpert von der Stiftung Umweltenergierecht aus Würzburg. Während das Modell im Ausland schon häufiger vorkommt, ist es in Deutschland relativ neu.

Vorteile für Erzeuger

Die Vorteile von PPA aus Sicht des Anlagenbetreibers:

  • Bei bestehenden Anlagen: Alternative zur EEG-Vergütung bzw. Erlös für Ü20-Anlagen.
  • Bei Neuanlagen: Keine Teilnahme am Ausschreibungsverfahren, daher auch hier Alternative zur EEG-Vergütung. Gerade für neue Bürgerwindparks oder Solarparks könnte das Modell künftig also eine Option werden.
  • Ein langfristiger Vertrag erhöht die Kreditwürdigkeit und vereinfacht dadurch die Verhandlungen mit den Banken.
  • Der Strompreis kann so verhandelt werden, dass der Preis am Anfang für den Stromerzeuger höher als der aktuelle Strompreis ist. Dafür würde er aber auf potenzielle Mehrerlöse bei steigenden Strompreisen in späteren Jahren verzichten.

Vorteile für die Abnehmer

Die Vorteile für die Stromabnehmer:

  • Industrieunternehmen wollen den Ökostrom nutzen, um den CO2-Ausstoß in der Produktion zu reduzieren – eine wichtige Werbebotschaft für sie.
  • Die Bundesregierung will eine CO2-Abgabe einführen....


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Hinrich Neumann

Redakteur Energie

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