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Geflügelwirtschaft kann bis 2022 nur teilweise aus Kükentöten aussteigen

Der von der Bundesregierung vorgegebene Ausstiegstermin für das Töten männlicher Küken kann laut ZDG nicht eingehalten werden. Realistisch sei der Verzicht bis 2022 und nur bei Schaleneiern.

Lesezeit: 2 Minuten

Der Zentralverband der Geflügelwirtschaft (ZDG) kann – wie berichtet – das Töten männlicher Küken bis 2021 nur teilweise abschaffen. Bis zum 1. Januar 2022 wäre es dann möglich, das Kükentöten im Bereich der Schaleneier umzusetzen. Für verarbeitete Eier sei der Ausstieg dagegen zunächst gar nicht möglich, zitiert die Neue Osnabrücker Zeitung aus einem am Dienstag bekannt gewordenen Papier des ZDG.

Durch Alternativen zum Vergasen männlicher Küken im Zuge der Schaleneier-Produktion müssten etwa 26 Mio. männliche Tiere nicht mehr getötet werden, rechnet der Verband laut NDR vor. Die Eier würden entweder weit vor dem Schlüpfen aussortiert und weiterverarbeitet. Oder die männlichen Tiere im Zuge sogenannter Bruderhahn-Initiativen aufgezogen.

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"Das Ziel des Komplettausstiegs wird in den nächsten Jahren bis 2023 kontinuierlich weiterverfolgt", heißt es laut NDR in dem Verbandspapier. ZDG-Präsident Friedrich-Otto Ripke sagte: "An den Zahlen wird sich noch einiges ändern." Es würden derzeit intensive Gespräche geführt, wie die Zahl der getöteten Hähne weiter gesenkt werden könne.

Otte-Kinast drängt auf Tempo

Enttäuscht davon zeigt sich Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast. Wie sie dem NDR sagte, strebe ihr Land einen raschen und vollständigen Ausstieg an. Hierbei solle der Verzicht des Tötens von männlichen Küken sowohl bei der Produktion von Legehennen zum Zweck der Erzeugung von Schaleneiern als auch bei der Erzeugung von Eiern zur Weiterverarbeitung in der Lebensmittelindustrie zügig umgesetzt werden.

Das Land setze neben der Aufzucht von Zweinutzungshühnern aufgrund der hohen Tierzahlen insbesondere auf die Geschlechtsbestimmung im Ei zu einem möglichst frühen Zeitpunkt. Die als männlich erkannten Eier könnten abgekühlt und als Futtermittel verwertet werden, so Otte-Kinast. Allerdings müsse dieses Verfahren noch in die Praxis überführt werden. Hier sieht Niedersachsen die Wirtschaft gefordert.

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