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Ernte 2024 Vereinfachungen für 2025 Pauschalierung

Ripke

Schlachtgeflügelwirtschaft warnt vor Stigmatisierung der Branche

Einzelne Politiker und Gewerkschafter bringen aktuell "faktenfreie Vorwürfe in Umlauf", die sich pauschal gegen die gesamte Fleischwirtschaft richten. Der ZDG erklärt noch einmal die hohen Standards.

Lesezeit: 3 Minuten

Die Schlachtgeflügelwirtschaft muss in der Corona-Zeit zum einen den besonderen Schutz der in den Schlachtereien beschäftigten Mitarbeiter garantieren, zugleich aber auch die Produktion dauerhaft aufrechterhalten. Friedrich-Otto Ripke, Präsident des Zentralverbandes der Deutschen Geflügelwirtschaft betont, dass die Branche das Thema Infektionsschutz überaus ernst nehme und schon zu Beginn der Corona-Krise eine Vielzahl zusätzlicher Vorsorge- und Hygienemaßnahmen umgesetzt habe.

Zum Schutz der Arbeitnehmer habe die Geflügelwirtschaft bereits vor Wochen die ohnehin dauerhaft hohen Hygienestandards in den Schlachtereien nochmals verschärft, konkret durch Schulung und Sensibilisierung der Mitarbeiter, Schaffung getrennter Pausenräume, Etablierung eines sektoralen Zwei-Schichten-Systems mit voneinander unabhängigen Mitarbeiterstäben und vermehrte Bereitstellung von Schutzkleidung und Desinfektionsmittel, erklärt Ripke weiter.

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Aktuellen politischen Bestrebungen, angesichts des Ausbruchs von Corona-Infektionen in Schweine- und Rinderschlachthöfen das Modell der Werkverträge in Frage zu stellen, erteilt er eine klare Absage. In diesem Kontext mahnt Ripke zu einer sachlichen Diskussion: "Das wichtige Thema Infektionsprävention darf nicht missbraucht werden, um die Fleischerzeugung in Deutschland grundsätzlich in Frage zu stellen."

"Keine Stigmatisierung der Fleischerzeugung"

Im Sinne einer Infektionsprävention stehe die deutsche Geflügelwirtschaft behördlich angeordneten flächendeckenden Corona-Tests aufgeschlossen gegenüber. "Diese müssen dann aber ausnahmslos für alle Wirtschaftszweige gelten, konkret auch für den Montagebereich der industriellen Fertigung", fordert ZDG-Präsident Ripke.

"Gemeinschaftsunterkünfte sind in vielen Wirtschaftsbereichen Standard und keine Besonderheit der Fleischerzeugung. Eine Stigmatisierung durch flächendeckende Tests und naturgemäß entsprechend gehäufte Positivbefunde ist dringend zu vermeiden."

In ihren Schlachtereien beschäftige die deutsche Geflügelwirtschaft ganz überwiegend festangestellte Mitarbeiter, erklärt der Präsident weiter. Insbesondere während der absatzstarken Zeit der Grillsaison komme bei gesteigerten Erzeugungskapazitäten ein gewisser Anteil an Werkvertragsbeschäftigten hinzu, die zum Teil in Gemeinschaftsunterkünften untergebracht sind, wenngleich dieser Anteil in der Geflügelwirtschaft im Vergleich zu anderen Wirtschaftszweigen eher gering ist.

Zusätzliche Wohneinheiten geschaffen, Fahrdienst mit Abstand und Mundschutz

"Selbstverständlich nehmen unsere Unternehmen ihre Verantwortung auch mit Blick auf angemessene soziale und hygienische Standards bei der Unterbringung der Werkvertragsnehmer wahr", betont ZDG-Präsident Ripke. Für die Unterbringung der Mitarbeiter setzt die niedersächsische Wohnstätten-Verordnung Standards, wonach maximal zwei Personen in einem Zimmer leben dürfen; häufig sind dies Ehepartner.

Seit Beginn der Corona-Krise hätten die Unternehmen zudem teils zusätzliche Wohneinheiten und ergänzende Fahrkapazitäten für die Werkvertragsbeschäftigten geschaffen - mit ausreichend Abstand und Mundschutzpflicht.

Auch zusätzlichen Regelungen gegenüber ist die deutsche Geflügelwirtschaft aufgeschlossen, so im Sinne des aktuellen Papiers des nordrhein-westfälischen Arbeitsministeriums mit Empfehlungen für die Unterbringung der Arbeitskräfte in Gemeinschaftsunterkünften. Klar sein muss laut Ripke allen Beteiligten aber auch: "Auf das private Verhalten unserer Mitarbeiter haben wir keinen Einfluss. Hier findet die Verantwortung des Unternehmers ihre formellen Grenzen."

Fleischwirtschaft bereit zu Gesprächen mit der Bundesregierung

Auch der Verband der Fleischwirtschaft aus Bonn kritisiert, dass einzelne Politiker und Gewerkschafter aktuell faktenfreie Vorwürfe in Umlauf bringen, die sich pauschal gegen die gesamte Fleischwirtschaft richten.

„Wir möchten die tatsächliche Sachlage mit den zuständigen Bundesministern erörtern. Dazu haben wir Bundesministerin Klöckner sowie die Bundesminister Heil und Spahn zu einem Runden Tisch eingeladen und gebeten, der Fleischwirtschaft einen kurzfristigen Gesprächstermin zu nennen. Wenn konkrete Ansatzpunkte ausgemacht werden, sind wir offen für Verbesserungen und treten für eine bundeseinheitliche Umsetzung ein“, so der Verband in einer Pressemitteilung.

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