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Tierkontrolle der Zukunft - VetVise-Kameras beobachten Hähnchen im Stall

Unter der Decke installierte Kameras ermöglichen Landwirten eine kontinuierliche Analyse des Tierverhaltens. Davon profitieren Hühner und Halter.

Lesezeit: 4 Minuten

Wenn dem Tierhalter über seinen Stallcomputer ein Rückgang in der Futter- oder Wasseraufnahme seiner Hähnchen gemeldet wird, ist er sofort alarmiert. Dann muss er handeln.

Oftmals haben die Tiere sich etwas eingefangen und kränkeln. Manchmal ist auch eine Behandlung erforderlich. Besser ist es, wenn der Landwirt bereits vor den ersten Krankheitssymptomen über Abweichungen im Tierverhalten informiert wird und rechtzeitig gegensteuern kann. Hier setzt das Kamerasystem von VetVise an, einem jungen Unternehmen aus Hannover. Es ist vergleichbar mit dem System AniWeb, dass top agrar kürzlich schon vorgestellt hat.

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Tiere auf den Punkt steuern Hähnchenhalter

Claus Wöste aus Börger hat auf seinen zwei Farmen jeweils einen Stall mit den Kameras ausgerüstet. „Das Potenzial unserer Genetik ist hoch, wir müssen das Tier auf den Punkt genau anpacken“, sagt der Landwirt. Er hat bereits über zwei Jahre Erfahrung mit der Tierüberwachung und ist überzeugt, dass es ihn trotz bereits hoher Leistungen nochmal einen Schritt nach Vorne gebracht hat.

Von den Kameras wird die gesamte Herde erfasst, so sieht Wöste beispielsweise genau, wenn sich Tiere an einigen Stellen zusammenziehen oder auch bestimmte Stellen des Stalles meiden. Das kann beispielsweise ein Hinweis auf Zugluft sein. Wöste weiß dann, dass er sofort die Klimasteuerung neu justieren muss.

Dies ist der Punkt, den der Landwirt für einen der wichtigsten in der Hähnchenaufzucht hält. Seine persönliche Erfahrung ist, dass er die Stalltemperatur inzwischen im Durchschnitt etwa um 2°C niedriger fährt als noch vor zwei Jahren. „Wir lüften offensiv und fahren die Temperatur am Minimum“, sagt er. Möglich machen ihm dies die vielen Rückmeldungen des VetVise-Systems. Täglich erhält er konkrete, aus den Überwachungsdaten ermittelte Handlungsempfehlungen.

Lüften bis an die Grenze

Auch Philipp Beckhove aus Senden lässt die Hähnchen in einem seiner vier Ställe seit zwei Jahren filmen. „Wir haben dadurch viele Dinge im Stall entdeckt, die wir sonst nicht entdeckt hätten“, sagt er. Auch für Beckhove ist genügend Frischluft ein essentieller Baustein für gute Tierleistungen.

Die Garantie dafür, dass er beim Lüften nicht über die Grenze hinausschießt, sind die von VetVise ermittelten und laufen aktualisierten Daten. „So kann ich richtig fein justieren“, freut sich Beckhove. Er diskutiert die täglichen Berichte stets mit seinen Mitabeitern. Dadurch seien alle wesentlich mehr darauf fokussiert, ob alles im Stall passt.

Wie Claus Wöste zeigt sich auch Philipp Beckhove von dem Kamerasystem überzeugt: „Das hat uns richtig weitergebracht“. Speziell was die Reduzierung des Antibiotikaeinsatzes angeht, weist Beckhove darauf hin, dass es extrem wichtig ist, früh genug auf Abweichungen zu reagieren.

Die täglichen Zunahmen der bei Beckhove überwachten Hähnchen haben sich seinen Aussagen zufolge um 2 bis 3 g/Tag erhöht. Er führt dies vor allem auf das vermehrte Lüften und die bessere Stallluft zurück.

Wie bewegen sich die Tiere?

Das in Haselünne vorgestellte Klima- und Stallmanagementsystem VetVise basiert auf Kameras und der Analyse durch künstlicher Intelligenz. Die Kameras sind IP67 und können mitgewaschen werden. Die Erkennung der Tierverteilung über mehrere Stunden (gefilmt werden kann ab mindestens 0,2 Lux) ermöglicht beispielsweise Aussagen über undichte Stellen im Stall, eine defekte Stalleinrichtung oder unterschiedliche Temperaturspots.

Krankheiten, bei denen die Tiere bestimmte Bewegungsmuster entwickeln, können durch die Analyse der Tränke- und Futternutzung frühzeitig erkannt werden. Auch tote oder unbewegliche Tiere werden markiert. Die Kosten der Kamerainstallation betragen 11.000 bis 12.000 €/Stall. Für die Nutzung des Systems kann der Tierhalter verschiedene Pakete buchen, die pro Stallplatz und Durchgang berechnet werden.

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