Forstsprecher

FDP: "Konzept des Umweltministeriums zur Wiederbewaldung ist scheinheilig"

FDP-Forstexperte Karlheinz Busen wirft dem Bundesumweltministerium Scheinheiligkeit beim Konzept zur Wiederbewaldung Deutschlands vor. Vor allem kritisiert er die Leitlinie "Wald vor Wild".

Die Politik des Bundesumweltministeriums ist nach Ansicht des jagd- und forstpolitischen Sprechers der FDP-Bundestagsfraktion, Karlheinz Busenan, an Scheinheiligkeit nicht zu überbieten. "Einerseits sollen sich Schädlinge wie der Borkenkäfer in stillgelegten Wäldern in aller Ruhe vermehren können, um im kommenden Jahr noch mehr Wälder kaputt zu machen. Andererseits werden Wildtiere wie Rehe und Hirsche für Waldschäden verantwortlich gemacht. Dabei entsteht aus dem Verbiss durch Wildtiere nicht einmal ein Schaden, lediglich das Wachstum der Wälder wird gehemmt", so Busen zu den Leitlinien des Bundesumweltministeriums zur Wiederbewaldung Deutschlands, die bei der Umweltministerkonferenz in Hamburg Thema sind

Er erinnert das Ministerium daran, dass Schädlinge wie der Borkenkäfer überhaupt erst verantwortlich dafür seien, dass 6 Milliarden Bäume nachgepflanzt werden müssen. Wild und Wald seien untrennbar miteinander verbunden, betont Busen. Jäger und Förster müssten sich miteinander verständigen. Die Umweltminister aber würden versuchen, Jäger und Förster zu spalten. Beide Gruppen müssten sich gegen diese politische Ideologie stellen, mahnt der Politiker.

"Das Bundesumweltministerium disqualifiziert sich mit seinen Plänen zur Wiederbewaldung gänzlich. Weder fachlich noch sachlich ist das Haus von Svenja Schulze in der Lage, gute Strategien zum Waldumbau vorzulegen. Svenja Schulze sollte sich besser um das kümmern, wofür sie zuständig ist, statt im Ressort von Julia Klöckner zu fischen. Das Papier von ihr jedenfalls ist die Tinte nicht wert, mit der es gedruckt ist", sagte Busen.

Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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Diskussionen zum Artikel

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von Franz Josef Aussel

Thema verfehlt

Scheinheilig ist die Forderung nach mehr Wald! Wenn er dort angepflanzt wird, wo es schon grünte, ist der Effekt nahe Null. Der Zubau von mehreren hundert Hektar Fläche am Tag müsste gestoppt werden. Das Wild traut sich durch die Störung von Naturliebhabern kaum noch aus dem Wald und muss dort zwangsläufig Nahrung aufnehmen. Das Wild war eher im Wald als der Mensch und hat daher einen historischen Anspruch auf den Wald!

von Hans-Hermann Nohring

Jagdlobbyist

Dann soll mal der Karlheinz Busen zu uns in den Wald nach Mittelfranken kommen, weit und breit kein Naturschutzgebiet, aber Borkenkäfer und Kiefernprachtkäfer ohne Ende. Dann soll Herr Busen mal durch meinen Wald laufen, Naturverjüngung bis zur Unkenntlichkeit verbissen. Für uns gibt es nur eines, die Rehe müssen massiv dezimiert werden.

von Willy Toft

Stets immer Waldflächen werden sich selbst überlassen, und der Ruf nach "Neuen Flächen"....

wir steig lauter! Wer soll das Bezahlen? Da sollen mal wieder die Fantasien einiger Politiker beflügelt werden, und im Wahlkampf kommt so etwas immer gut! Mehr ist es dann auch nicht, der Wald ist schon lange nicht mehr die Spardose des Besitzers, im Gegenteil, wenn es nicht die Förderung geben, würden noch mehr Flächen sich selber überlassen bleiben.

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