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Landesbäuerin Christine Singer: Junge Frauen für die Verbandsarbeit gewinnen

Im Interview berichtet die neue bayerische Landesbäuerin Christine Singer welche Ziele sie für ihre Amtszeit hat.

Lesezeit: 4 Minuten

Vergangene Woche wurde Christine Singer zur neuen Landesbäuerin in Bayern gewählt. Schon seit zehn Jahren ist sie im Landesvorstand aktiv, zuletzt als stellvertretende Landesbäuerin neben Anneliese Göller. Nun steht sie an der Spitze der Bayerischen Landfrauen. Im Interview beschreibt sich Christine Singer als konservativ und traditionsbewusst, aber gleichzeitig als junggeblieben und offen. Ihr großes Ziel ist es, junge Menschen für den Bayerischen Bauernverband (BBV) zu begeistern und für Ehrenämter zu gewinnen.

Christine Singer (57) kommt aus Hofheim im Landkreis Garmisch-Partenkirchen, sie ist gelernte Hauswirtschaftsmeisterin und bewirtschaftet mit ihrer Familie einen Milchviehbetrieb.

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Eine Wahl ist ein Vertrauensvorschuss

top agrar: Herzlichen Glückwunsch zur Wahl, Frau Singer. Wie fühlen Sie sich als neue Landesbäuerin?

Christine Singer: Vielen Dank. Ich freue mich sehr darüber, dass ich zur Landesbäuerin gewählt wurde. Es gab zwar keine Gegenkandidatin, aber je näher der Tag rückt, desto mehr denkt man über die Wahl nach. Deshalb bin ich jetzt erleichtert und glücklich. Ich freue mich auf die Herausforderungen. Eine Wahl ist ja immer ein Vertrauensvorschuss, dem man dann gerecht werden muss. Das möchte ich jetzt anpacken und fühle mich dabei gut unterstützt von einem tollen Team und einer zuverlässigen Verbandsgemeinschaft.

top agrar: Was sind die Ziele, die Sie während Ihrer Amtszeit erreichen wollen?

Christine Singer: Es ist mir sehr wichtig, junge Frauen für den Verband zu begeistern – und junge Männer. Die Bayerischen Landfrauen gehören ja zum BBV und damit ist es für mich wichtig, sowohl Männer als auch Frauen als Nachwuchs zu gewinnen. Dafür müssen wir Bäuerinnen und Bauern besser ansprechen und mitnehmen – und dabei als Team arbeiten. Auf den Höfen arbeiten Männer und Frauen doch auch als Team und auch bei den Themen, die wir ansprechen, gehen wir Hand in Hand. Ernährungstrends sind beispielweise eng mit der Arbeit auf den Höfen verknüpft.

Ernährungsbildung gehört in die Schule

top agrar: Welche Themen sind Ihnen noch wichtig?

Christine Singer: Gesunde Ernährung ist für mich ein wichtiges Thema. Und dieses Thema gehört für mich zur Schulbildung wie Lesen und Schreiben. Wir konnten die Ernährungsbildung in Bayern wieder an den Schulen etablieren. Dieser Weg muss aber weiter gehen. Kinder und Jugendliche sollten lernen, was gesunde Ernährung bedeutet, was man essen muss, um gesund zu bleiben. Zudem ist mir der Verbraucherdialog extrem wichtig. Die Verbraucher müssen erkennen, dass die landwirtschaftlichen Betriebe in unserem Land zu hohen Standards hochwertige Lebensmittel produzieren.

top agrar: Wo sehen Sie in der kommenden Zeit die größten Herausforderungen für die Betriebe?

Christine Singer: In der Landwirtschaft sind wir gut ausgebildet, wir können alles: Wir können Tierhaltung, wir können Ackerbau, wir können Energie. Aber die Rahmenbedingungen müssen stimmen! Und das ist eine der größten Herausforderungen derzeit. Wir sind Unternehmer und wir müssen von unserer Arbeit leben und eine Familie ernähren können. Und da bereitet mir vor allem der Blick auf die schweinehaltenden Betriebe große Sorgen. Denn durch die schwierige Situation sparen die Menschen nun wieder an den Lebensmitteln und gleichzeitig steht die Forderung nach mehr Tierwohl. Dieser Spagat ist eine große Herausforderung für alle tierhaltenden Betriebe.

Wir müssen auf uns aufpassen

top agrar: Und wo sehen Sie die Herausforderungen für die Familien?

Christine Singer: Es liegt in der bäuerlichen Mentalität, dass wir uns oft selbst ausbeuten. Leider merkt man es daran, dass die seelische Gesundheit immer mehr Thema wird. Den jungen Menschen auf den Höfen wird die Work-Life-Balance immer wichtig. Und auch das Bewusstsein dafür, dass man der Familie und dem Betrieb gesund am meisten hilft. Und das ist auch gut so. Aber wir dürfen nicht müde werden, das Thema immer wieder aufzunehmen, anzusprechen und auch darauf hinzuweisen. Wir müssen auf uns selbst und unsere Familien aufpassen. Natürlich ist es in der Landwirtschaft schwer, sich einfach mal rauszunehmen, aber wir alle brauchen auch mal Zeit, um uns zu erholen. Dieser schmale Grat ist für mich eine der größten Herausforderungen für die bäuerlichen Familien.

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