Corona

43 Mitarbeiter auf zweitem Gemüsebetrieb in Mamming infiziert

Das Corona-Virus breitet sich in dem 3.340 Einwohner-Ort Mamming aus. Nun ist auch ein Nachbarbetrieb betroffen. Ministerpräsident Söder mahnt, es sei jetzt nicht die Zeit für neue Lockerungen.

Nach dem großen Corona-Ausbruch auf einem Gemüsebetrieb in Mamming mit insgesamt 232 Infizierten gibt es einen weiteren Ausbruch in einem benachbarten Unternehmen, das Gemüsekonserven herstellt. Hier haben sich bislang 43 Personen, vorwiegend Frauen, angesteckt. Sie hatten vermutlich Kontakt zu den Arbeitern des Nachbarn, in dem es zuerst einen Ausbruch gegeben hatte.

Laut Bayerischem Rundfunk waren sie nicht als Erntehelfer, sondern als Verarbeiterinnen tätig, erklärte der Geschäftsführer des betroffenen Betriebes. Von den positiv getesteten sind mittlerweile drei in einem Krankenhaus in Quarantäne. Die übrigen Infizierten wurden mit Bussen vom Wohnpark in geschlossene Unterkünfte gebracht. Dort werden sie medizinisch betreut und mit Lebensmitteln versorgt. In dem Betrieb seien insgesamt 400 Saisonkräfte beschäftigt, fast alle aus Rumänien.

Laut dem Landkreis-Dingolfing-Landau haben sich kreisweit mittlerweile rund 5.000 Frauen und Männer auf das Virus testen lassen. Grund für die starke Ausbreitung sei, dass der Landwirt offenbar das bestehende Hygienekonzept nicht ordnungsgemäß umgesetzt habe, kritisierte Landrat Werner Bumeder. Die vorgesehene Einteilung der Saisonarbeiter in Gruppen mit jeweils 25 Personen sei nicht erfolgt.

Die Grünen prangern dagegen an, dass die Landesregierung die Unterbringung von Saisonarbeitskräften in Sammelunterkünften nur halbherzig überwacht habe und beim Thema Arbeits- und Lebensbedingungen von Erntehelfern wegschaue. Die AfD betonte hingegen zuletzt die Bedeutung der Erntehelfer für die Landwirte. Es müsse nun schnell getestet werden, damit die Personen wieder an die Arbeit gehen können, um einen wirtschaftlichen Schaden zu vermeiden.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) äußerte sich besorgt über die steigenden Fallzahlen in Deutschland. "Wir müssen damit rechnen, dass Corona mit voller Wucht wieder auf uns zukommt", schrieb er auf Twitter. Es sei jetzt nicht die Zeit für neue Lockerungen oder naive Unvorsichtigkeit.

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