Nach Rücktritt Köstingers

Bauernbund-Direktor Norbert Totschnig neuer Landwirtschaftsminister in Österreich

Der Osttiroler Norbert Totschnig, bisher Direktor des Bauernbundes, folgt Elisabeth Köstinger als Agrarminister. Das hat Bundeskanzler Nehammer am Dienstagmittag bekanntgegeben.

Nachdem Österreichs Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) am Montag in einer persönlichen Erklärung ihren Rücktritt erklärt hatte, steht schon ihr Nachfolger fest: Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) überträgt Norbert Totschnig das Agrarressort.

Mit Norbert Totschnig werde nun ein "anerkannter und angesehener Experte, den ich seit vielen Jahren kenne", das neu geordnete Landwirtschaftsministerium übernehmen, unterstrich Nehammer. Totschnig sei ein "großer, leidenschaftlicher Kämpfer für die Anliegen der Bäuerinnen und Bauern". Er wisse auch, worauf es ankommt, um die Lebensmittel-Versorgungssicherheit in Österreich zu gewährleisten und den bäuerlichen Betrieben eine Zukunft zu geben. Das Agrarressort habe angesichts der Covid-Pandemie und des Ukrainekrieges noch mehr an Bedeutung gewonnen. Der neue Minister werde sich mit wichtigen Zukunftsaufgaben befassen müssen und Totschnig habe diesbezüglich sein volles Vertrauen, sagte Nehammer.

Der 47-jährige Norbert Totschnig – gebürtig aus Lienz - war bislang Direktor des österreichischen Bauernbundes. Er hatte zuvor Internationale Wirtschaftswissenschaften in Innsbruck studiert und war von 2002 bis 2007 Generalsekretär der Bauernbund-Jugend. Seine ersten politischen Schritte machte er als parlamentarischer Mitarbeiter im Nationalrat sowie im Bauernbund. So war er seit 2009 im österreichischen Bauernbund tätig, wo er bis 2011 als Büroleiter arbeitete. Ab Dezember 2013 war er unter Michael Spindelegger im Finanzministerium tätig, ehe er als Referent im Kabinett von Vizekanzler Reinhold Mitterlehner arbeitete. 2016 wechselte er in den ÖVP-Parlamentsklub und war Referent unter anderem für Umwelt sowie Land- und Forstwirtschaft. Seit 2017 war er Direktor des Bauernbunds.

Die Opposition sieht in dem Personalwechsel ein Scheitern der Regierung Nehammer. Die SPÖ wolle deshalb in der nächsten Nationalratssitzung einen Neuwahlantrag einbringen.


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