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Berufsunfähigkeit: Wie Sie am besten vorsorgen

Für den Fall, dass Sie plötzlich ausfallen und berufsunfähig werden, sollten Sie abgesichert sein. Welche Möglichkeiten Sie haben und worauf Sie achten müssen.

Unser Autor: Bernhard Post, Versicherungsberater beim Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband Coesfeld

Eine schwere Krankheit, ein Unfall – oft geht es ganz schnell und ein Landwirt kann seinen Job als Betriebsleiter nicht mehr ausüben.

Da hilft keine Lebensversicherung, auch die gesetzlichen Leistungen wie Betriebs- und Haushaltshilfe, Kuren, Rehamaßnahmen sowie ggf. eine Rente reichen meist nicht aus. Erst recht nicht, wenn der Landwirt eine junge Familie hat und betrieblich durchstarten will.

Landwirtinnen und Landwirte sollten deshalb privat nachbessern – am besten mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung (BU). Damit sind Sie abgesichert für den Fall eines Unfalls sowie eines körperlichen oder psychischen Leidens. Mit der BU-Rente können Sie dann den Lebensunterhalt und ggf. die Fortführung des Betriebes sichern.

1.000 € pro Monat reichen nicht

Den Absicherungsbedarf sollten Sie anhand einer individuellen Risikoanalyse ermitteln. Beachten Sie dabei, dass die notwendige BU-Rente je nach Lebensphase schwanken kann. Optimalerweise gestalten Sie Ihre Absicherung entsprechend abgestuft.

Landwirt Lars S., 35 Jahre alt, hat 2019 den elterlichen Betrieb übernommen, in den Milchviehstall investiert und mit seiner Frau Jessica das Wohnhaus umgebaut (top agrar 5/2021, S. 34 ff). Eine erste Berufsunfähigkeitspolice mit einer Laufzeit bis zum 62. Lebensjahr und einer BU-Rente mit aktuellem Wert von 1.000 € pro Monat hat er schon. Als junger Betriebsleiter und Familienvater von drei kleinen Kindern(0, 2 und 4 Jahre) wird das aber heute kaum noch reichen.

Lars ermittelt deshalb die finanzielle Lücke für den Fall, dass er in nächster Zeit dauerhaft berufsunfähig wird, er also als Unternehmer ausfällt und eine volle Ersatzkraft benötigt. Denn spätestens, wenn die Betriebshilfe nach zwei bis drei Monaten wegfällt, bleibt er auf den Vollkosten einer Ersatzkraft sitzen. Dann geht es schnell um die Existenz.

Für den Fall, dass Lars ein geringes Restleistungsvermögen bleibt, er keine Rente bekommt und vielleicht noch leichte kaufmännische und organisatorische Tätigkeiten ausüben kann, geht er davon aus, dass er den Betrieb mit einer Ersatzkraft weiterführen wird.

Absicherung aufstocken

Die BU-Versicherung sollte ihn dann so absichern, dass sich der Betrieb auch mit einer angestellten Fremd-AK auf Dauer rechnet. Die Kosten dafür liegen einschließlich Weihnachts- und Urlaubsgeld sowie einer betrieblichen Altersvorsorge bei rund 4.000 € pro Monat, wobei sich die Kosten dafür durch eine Steuerersparnis von 25% auf 3.000 € pro Monat reduzieren.

Weitere Kosten für die vermehrte Abgabe von Arbeiten z.B. an Lohnunternehmer, wird Lars voraussichtlich durch eigene, noch mögliche Tätigkeiten im Betrieb ausgleichen können. Insgesamt braucht er also rund 3.000 € pro Monat, um seinen Betrieb trotz Berufsunfähigkeit über viele Jahre weiterführen zu können.

1.000 € pro Monat kommen aus der bisherigen Police, es bleibt eine Versorgungslücke von 2.000 € pro Monat, wie auch die Übersicht 1 zeigt.

Lars sollte deshalb zusätzlich zur bisherigen...