Pflanzenschutz

Bund soll Aufzeichnungssystem für Pflanzenschutz-Anwendungsdaten prüfen

Die Weitergabe den Pflanzenschutz-Anwendungsdaten aus der Landwirtschaft rückt näher. Die Länder beauftragen den Bund ein elektronisches Aufzeichnungssystem zu erarbeiten.

Reduktionsziele für den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln machen nur Sinn, wenn dabei auch Fortschritte gemessen werden können. Bisher werden die Pflanzenschutz-Anwendungsdaten der Betriebe aus den Schlagkarteien nicht systematisch erhoben. Statistisch ausgewertet werden in Deutschland bisher jährlich nur die Mengen des Abverkaufs von Pflanzenschutzmitteln und Wirkstoffen.

AMK für länderübergreifendes Aufzeichnungssystem

Das soll sich ändern. Die Agrarministerinnen und Agrarminister der Länder haben in der vergangenen Woche dem Bund einen Prüfauftrag erteilt, wie ein systematisches, elektronisches und länderübergreifendes Aufzeichnungssystem von PSM-Anwendungsdaten ausgestaltet werden könnte. Dies sei zur Evaluierung des Reduktionsfortschrittes notwendig, heißt es im Ergebnisprotokoll der Agrarministerkonferenz (AMK) von vergangener Woche. Den Auftrag hatten die Länder dem Bund bereits im Herbst 2021 schon einmal gegeben.

Mittlerweile hat sich aber mit dem Regierungswechsel im Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) in der Pflanzenschutzpolitik die Strategie verändert. Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) setzt sich auf EU-Ebene explizit für die jährliche Erhebung der Pflanzenschutz-Anwendungsdaten ein. „Im Koalitionsvertrag haben wir festgelegt, dass wir die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln auf das notwendige Maß verringern wollen. Hier stehen wir nach wie vor zu der Farm-to-Fork-Strategie mit dem Reduktionsziel von 50 Prozent bis 2030“, sagte Özdemir kürzlich zu top agrar. Dafür brauche es laut Özdemir mehr Transparenz bei der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln.

Die Agrarminister der Länder betonen, dass zur Reduktion der Abhängigkeit von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln und zur Ausweitung des integrierten Pflanzenschutzes eine wirksame Unterstützung der Landwirtinnen und Landwirte über Beratungsangebote und Förderinstrumente des Bundes und der Länder notwendig sei. Zudem bitten sie den Bund, eine Evaluierung bestehender Förderprogramme im Hinblick auf Pflanzenschutzmittel-Reduktionsanreize und die Förderung von Insektendiversität vorzunehmen.

ZVG kritisiert Aufzeichnungspläne beim Pflanzenschutz

Beim Zentralverband Gartenbau e. V. (ZVG) stoßen die Überlegungen zu einem Aufzeichnungssystem bei der Verwendung von Pflanzenschutzmitteln in seiner Ausführlichkeit auf Kritik. Die Pläne eines systematischen, elektronischen und länderübergreifenden Aufzeichnungssystem von Anwendungsdaten lehnt der ZVG ab. „Der heimische Gartenbau arbeitet engagiert daran, den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zu reduzieren“, sagte ZVG-Generalsekretär Bertram Fleischer. Der Aufwand der Betriebe für ein solches Aufzeichnungssystem sei zu groß und nicht handhabbar. Zudem sehe man die Sicherheit der Daten nicht ausreichend geklärt.


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