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Die Gülle-Kosten explodieren

Beim Thema Gülle-Verwertung schrillen in den Veredlungsregionen die Alarmglocken. Auslöser sind massive gesetzliche Verschärfungen und Kontrollen beim Einsatz von Wirtschaftsdüngern. Erste Folgen waren bereits im letzten Herbst zu spüren. So mussten Betriebe mit Lagerengpässen für kurzfristige Gülleabnahme mehr als 20 Euro/m3 berappen, berichtet die Fachzeitschrift SUS.

Lesezeit: 4 Minuten

Beim Thema Gülle-Verwertung schrillen in den Veredlungsregionen die Alarmglocken. Auslöser sind massive gesetzliche Verschärfungen und Kontrollen beim Einsatz von Wirtschaftsdüngern. Erste Folgen waren bereits im letzten Herbst zu spüren. So mussten Betriebe mit Lagerengpässen für kurzfristige Gülleabnahme mehr als 20 Euro/m3 berappen, berichtet die Fachzeitschrift SUS.

 

Experten befürchten, dass sich die Kostenspirale künftig noch schneller dreht. Denn Umwelt- und Wasserverbände machen mächtig Druck. Sie kritisieren, dass die Nitratgehalte im Grundwasser regional steigen. Als Verursacher sehen sie neben dem Maisanbau für Biogas die Gülleausbringung. Allerdings dürften auch hohe Intensitäten im Ackerbau ihren Teil beitragen.


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Härtere Gülle-Vorschriften


Dennoch: Im Fokus steht die Veredelung: Bund und Länder haben daher in jüngster Vergangenheit gleich mehrfach die Daumenschrauben beim Einsatz von Wirtschaftsdüngern angezogen:


  • Für alle Veredlungsbetriebe greifen neue Obergrenzen für die Stickstoff- und Phosphat-Überhänge in der Düngebilanz. Im laufenden Jahr darf der N-Saldo nur noch 60 kg/ha betragen, und zwar im Mittel der letzten drei Jahre.



  • Noch härter trifft die Schweinehalter der Phosphor-Saldo. Denn Schweinegülle enthält relativ viel Phosphor. Doch der zulässige P-Überschuss ist mit 20 kg/ha niedrig angesetzt. Beim Phosphor muss die Bilanz sogar im Mittel der letzten sechs Jahre passen. Die Prüfungen starten dieses Jahr!
  • Weitere Einschränkungen gelten seit 2012 für die Gülle-Ausbringung im Herbst. So hat z.B Niedersachsen die Kontrollen zur Herbstdüngung verschärft. In NRW regelt sogar ein Erlass, dass die Gülleausbringung im Herbst nur noch bei konkretem Düngebedarf zulässig ist. Doch das ist laut Erlass bei den meisten Winterfrüchten nicht der Fall. Auch die weit verbreitete Ausbringung von Gülle auf Maisstoppeln vor Winterweizen ist tabu. Nennenswerter Bedarf besteht demnach nur zu Winterraps.
  • Zusätzliche Auslagen bringt die sogenannte Verbringungs-Verordnung, die seit Herbst 2010 gilt. Seither müssen jede Abgabe, Aufnahme und der Transport von Wirtschaftsdünger exakt dokumentiert werden. Seit 2012 besteht zudem eine gesetzliche Meldepflicht. Dies betrifft insbesondere Betriebe mit gewerblicher Tierhaltung. Denn sie geben große Güllemengen ab. Und auf die Nährstoffströme dieser Betriebe hatten die Behörden zuvor keinen direkten Zugriff.



Mehr Vieh, mehr Nährstoffimport


Wie die SUS weiter berichtet, sind insbesondere die Veredelungshochburgen einem anhaltend hohen Nährstoffanfall ausgesetzt. Im Grenzgebiet zu den Niederlanden heizt der Import von Wirtschaftsdüngern die Lage zusätzlich an, allein 21 Mio. kg Stickstoff in 2012. Und der Trend zur Aufstockung hält hier wie dort weiter an.

 

Die Folgen sind dramatisch. So müssen viehintensive Landkreise immer größere Nährstoffmengen exportieren. Die Entfernungen steigen dabei immer weiter. In der Region Weser-Ems fehlen rechnerisch 260.000 ha Nachweisflächen für die anfallende Gülle. „Derzeit ist die Gülleabgabe mit 8,50 bis 9 Euro/m3bereits bis zu 2 Euro teurer als 2012. In naher Zukunft wird der Preis über 10 Euro steigen“, befürchtet Bernd Stania, Geschäftsführer der Nährstoffbörse Vechta. Im westfälischen Münsterland sollen die 10 Euro übrigens schon bald überschritten sein.

 

Doch im besonders viehdichten Südoldenburg geht es längst nicht mehr nur um die Kosten. „Sollten Gärreste aus Biogas ab 2014 auch unter die 170 kg N-Grenze fallen, droht und hier der Kollaps. Dann wird der Nährstoffüberschuss so hoch, dass wir zeitnah kaum Abnehmer finden bzw. die Gülle nicht zu vertretbaren Kosten abfahren können“, so Stania. Um gegenzusteuern, nimmt die Börse in Vechta seit letztem Herbst keine neuen Anfragen für gewerbliche Mastställe mehr an. Denn für jeden 2000er Maststall müsste man satte 120 ha Nachweisfläche beschaffen. Aus Sicht von Bernd Stania könnten die Kosten hierfür in Kürze so hoch sein, dass sich die gewerbliche Mast nicht mehr rechnet. (ad)

 

Wie es andernorts aussieht und welche Auswege die Schweinehalter jetzt anpeilen, lesen Sie in dem vollständigen Beitrag in der aktuellen SUS 2/2013. Dazu: Was leisten Separation & Co?


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