Strategie gesucht

Donau Soja fordert „Eiweißwende“

Der Verein Donau Soja wünscht sich Änderungen in der Tierfütterung, um verstärkt eigenes Soja einzusetzen. Zudem brauche Europa eine Eiweißstrategie.

Der Verein für gentechnikfreien Sojaanbau in Europa, Donau Soja, hat seine Forderung nach einer umfassenden europäischen Eiweißstrategie bekräftigt. Die EU-Mitgliedstaaten müssten im Green Deal und in ihren nationalen Plänen und Strategien zur Umsetzung der künftigen Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) eigene Protein-Schwerpunkte setzen, um gezielt eine widerstandsfähige Proteinversorgung zu fördern, erklärte der Verein in Wien.

Donau Soja fordert mehr Vielfalt im Kulturpflanzensektor durch eine Steigerung des Anbaus von Sojabohnen und anderen proteinreichen Leguminosen sowie die Förderung einer verstärkten Nutzung von pflanzlichen Eiweißquellen in der menschlichen Ernährung und eines nachhaltigen Fleischkonsums. Notwendig seien zudem Änderungen der Fütterungspraktiken in der Nutztierhaltung, um die Eiweißverwertungseffizienz und die lokale Beschaffung von Protein zu verbessern.

Laut dem Obmann des Vereins, Matthias Krön, hat die Corona-Krise die Dringlichkeit in diesem Bereich demonstriert. Die Abhängigkeit der EU von Sojaimporten mache die Gemeinschaft anfällig für die „Launen der Weltmärkte“. Die Proteinversorgung müsse dringend auf eine breite Basis gestellt werden; unbedingt notwendig sei der Aufbau einer zweiten Lieferkette „aus Europa für Europa“.

Nach Ansicht des Vereins könnte das beispielsweise in Mittel-, Ost- und Südosteuropa geschehen. „Eine erfolgreiche Ost-West-Integration kann beitragen, die starke Abhängigkeit der EU von transatlantischen Importen zu verringern“, so Krön.


Diskussionen zum Artikel

von Stefan Lehr

@Gerner

Ich weis, dass es Pflanzenschutzmittel gibt. Ich weis aber auch aus der eigenen Erfahrung, dass ein Sojaanbau ohne Herbizideinsatz in bestimmten Zonen sehr geringe Ertraege bringt und in der Folgekultur einen deutlich hoeheren PSM-Aufwand. Das meine ich mit Schizophrenie. Auf der einen ... mehr anzeigen

von Christian Bothe

@A.Gerner

Zur obigen Antwort von Ihnen: die VE bei nicht thermisch behandelten Sojabohnen dürfte als Additiv für Hühner-und Schweinefutter etwas schwierig sein...

von Christian Bothe

Donau Soja

Habe selber alle Sorten schon gehandelt.Entscheidend ist immer noch der EK.Wenn Importe von GVO oder non GVO Soja aus Übersee billiger sind für die Tierproduktion, dann muss ich das als Landwirt kontrahieren und kaufen. Alles andere ist betriebswirtschaftlicher Unsinn.

von Andreas Gerner

Wenn es importiert billiger ist, klar.

Wenn es aber so ist, dass heimische (Non Gmo) Vollbohnen günstiger sind, als improtiertes (Non Gmo) Schrot, in dem also schon das wertvolle Öl entzogen ist, scheitert es häufig allein an dem Irrglaube, Soja müsse zwingend getoastet sein.

von Stefan Lehr

Schitzophren

Wenn die Ideologen den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln im Soja zulassen wuerden koennten groessere Mengen innerhalb der EU produziert werden. Aber leider will man diese Resource nicht nutzen. Vielmehr setzt man auf den transkontinentalen Soja mit seinem sehr grossen Umweltabdruck. ... mehr anzeigen

von Andreas Gerner

Pflanzenschutzmittel sind zugelassen.

Sie können aber nur eingesetzt werden, wenn man mit der Fläche nicht gleichzeitig die Greening Auflage ÖVF erfüllen will. Das bremst tatsächlich dem Anbauumfang. Da sollte es zusätzliche Instrumente geben: Weiterhin hat Soja einen ÖVF Faktor von 1,0 wenn auf PSM verzichtet wird. ... mehr anzeigen

von Andreas Gerner

@ Donausoja UND topagrar

Ein wichtiger Baustein wäre, dass die Rinderhalter erfahren, dass Sojabohnen auch roh (also ohne Toasten) in der Ration eingesetzt werden können. Ab 200kg Lebendmasse und angepasstem Rationsanteil (Fettgehalt kann limitieren) ist das möglich und sicherlich wirtschaftlich sinnvoll, ... mehr anzeigen

von Christian Bothe

Soja

Genau!Das machen Betriebe in Mitteldeutschland insbesondere wenn die Qualität nicht so gut ist, um den eigen erzeugten Soja an die Kraftfutterindustrie zu verkaufen ist.

von Annette Eberle

Eiweißstrategie

Wir hatten mit den ÖVF-Flächen einen guten Ansatz, dieser wurde aber durch das Planzenschutzverbot auf ÖVF-Flächen politisch kaputt gemacht. Wie so oft, haben politisch ideologische Entscheidungen Auswirkungen wo man eigentlich gar nicht wollte.

Diskutieren Sie mit

Tragen Sie mit Ihrem Beitrag zur Meinungsbildung zu diesem Artikel bei.

Sie müssen sich anmelden um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen

Kommentar melden

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen

Auf Kommentar antworten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen