Rote Gebiete

Düngeverordnung: CDU/CSU-Fraktion für verpflichtende Wasserkooperationen Premium

Zwischen der Unionsfraktion im Bundestag und der Bundesregierung gibt es Streit über die von Brüssel geforderte Verschärfung der Düngeverordnung. Während BMEL und BMU auf einen pauschalen 20 %igen Düngungsabschlag in den roten Gebieten setzen, schlägt die Fraktion verpflichtende Wasserskooperationen vor.

Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion verfolgt bei der Novellierung der Düngeverordnung einen komplett anderen Ansatz als das Bundesumwelt- und Bundeslandwirtschaftsministerium. Während die Bundesregierung den Landwirten in den roten Gebieten (Gebiete, die über dem Nitratgrenzwert liegen) einen pauschalen Düngungsabschlag von 20 % vorschreiben will, setzt die Fraktion in diesen Gebieten auf verpflichtende Wasserkooperationen.

„Die Maßnahmen zur Verringerung der Nitrateinträge in das Grundwasser können vor Ort unter Einbindung aller Beteiligten zielgerichteter festgelegt und unter Berücksichtigung der jeweiligen örtlichen Gegebenheiten getroffen werden. Beides führt zu einer größeren Akzeptanz auf allen Seiten“, heißt es in einem von Gitta Connemann (Stellv. Fraktionsvorsitzende), Albert Stegemann (Agrarsprecher der CDU) und Marlene Mortler (Agrarsprecherin der CSU) unterzeichneten Schreiben an die Staatssekretäre Dr. Hermann Onko Aeikens (BMEL) und Jochen Flasbarth (BMU), das top agrar vorliegt.

Bemerkenswertes Schreiben

Das Schreiben ist insofern bemerkenswert, weil Julia Klöckner die Agrar- und Umweltminister der Länder am heutigen Mittwoch nach Berlin eingeladen hat, um über die Vorschläge der Bundesregierung zur Novellierung der Düngeverordnung zu beraten. Auch die Länder hatten das bisherige Vorgehen von BMU und BMEL in der Auseinandersetzung mit der Kommission scharf kritisiert und beklagt, dass sie nicht einbezogen worden waren.

Die Unionspolitiker halten eine pauschale Absenkung der Düngung um 20 % für „fachlich nicht akzeptabel, da dies zu einer absehbaren Unterversorgung der ...

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Artikel geschrieben von

Dr. Ludger Schulze Pals

Chefredakteur top agrar

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Diskussionen zum Artikel

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von Georg Scheer

Warum schaut man nicht wo die Verursacher der letzten Jahren sind , und bestraft man 90% unschuldiger und rechtschaffender Landwirte mit .

von Anton Schulze Grotthoff

Es ist lobenswert, dass sich die CDU/CSU Bundestagsfraktion in Person von Frau Connemann, Frau Mortler und Herrn Stegemann eine ablehnende Stellung zu den Vorschlägen des BMEL und BUM zum 20% Abschlag bei der Düngung in roten Gebieten beziehen. Da nach obigen Aussagen Deutschland einen großen Gestaltungsspielraum hat gehört: 1). Eine Offenlegung des Handlungs- und Gestaltungsspielraumes Deutschlands 2.) Überprüfung der nach Brüssel gemeldeten belasteten Messstellen 3.) Berichtigung (Abschaffung) der "Worst Case" Bewertungsmethode, wo mit nur einer "Belasteten Messstelle" ein ganzer Grundwasserkörper auf Rot gestellt wird. 4.) Zur Beurteilung müssen mehrere Messstellen eines Grundwasserkörpers herangezogen werden. 5.) Dem Bürger muss vermittelt werden, dass das Grundwasser in Deutschland zu ca. 80% einen guten chemischen Zustand aufweist. Eine pauschale 20% Reduzierung der Düngung in den roten Gebieten ist fachlich nicht zu begründen und ist somit abzulehnen.

von Jens Haman

Ich wünsche den dreien viel Erfolg dabei, alle Beteiligten einzubinden, geologische Gegebenheiten zu berücksichtigen UND die "roten Gebiete" nach den einzelnen Messpunkten aufzuteilen, diese unabhängig prüfen zu lassen,...! Noch mehr wünsche ich mir Frau Klöckner aus dem Amt gejagt, sie kann Weinkönigin einfach besser. Das sind meine Wünsche - meine Befürchtungen, wie alles ausgeht, wo viele Politiker doch nur den kurzfristigen Wählerstimmen von wem auch immer aus der Bevölkerung nachlaufen, die sind doch sehr pessimistisch.

von Wilhelm Grimm

Vor der Wahl

ist nicht nach der Wahl ???

von Dr. Willi Billau

Endlich ein vernünftiger Vorschlag!

Wir Landwirte in Südhessen sind nicht bereit eine Düngemengenreduktion von 20% hinzunehmen. Weil: Unsere Brunnen gerade in intensiven Anbauregionen zu 75% in gutem bis sehr gutem Zustand sind (0 bis 10 mg Nitrat). Seit mehr als 15 Jahren gibt es bei uns Kooperationen. Seit mehr als 10 Jahren beraten wir im Rahmen der WRRL die Landwirte in Sachen Düngung. Seit mehr als 10 Jahren haben wir die Düngergaben bei Zuckerrüben, Speisezwiebeln, Spargeln und Erdbeeren u. a. halbiert. Trotzdem findet man bei uns einzelne Hotspots entlang der Gemeinden am Grabenrand im Grundwasserabstrom Werte von über 50 mg. Entlang der Bahnstrecke Ffm-MA finden wir einen Brunnen mit 180 mg, der uns Bauern genüsslich um die Ohren geschlagen wird, trotz dass alle Nachbarbrunnen 0 mg haben! Auf die mehrmalige Aufforderung, gemeinsam eine Ursachenanalyse zu betreiben, kam immer nur Achselzucken. Einen Generalschuldner zu haben ist doch fein! Wenn sich die CDU nicht durchsetzt, dann ist ein beschleunigter Niedergang unvermeidbar. Willi Billau Regionalbauernverband Starkenburg

von Klaus Fiederling

Jeder leitet das Wasser auf seine eigene Mühle um

Zitat: „Jeder muss seinen Beitrag leisten...“ Ist hier wirklich auch JEDER EINZELNE angesprochen oder schwebt ein solches Damoklesschwert nach wie vor nicht alleinig über unseren Bauernköpfen? Wen interessiert/tangiert es im eigentlichen wirklich, ob wir Bauern weniger Dünger ausbringen oder auch nicht. Die Konsequenzen hieraus kommen ohnedies einzig auf unseren Höfen an. In Angola leiden 2 Mio. Menschen unter einer fatalen Dürreperiode, wo man seit 6 Regenzeiten auf das erlösende Nass vergeblich wartet. - Wen aber interessiert das in unserer bestens (über)versorgten Wohlstandswelt!?

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