EU importiert 2017 weniger Fleisch

Die Fleischeinfuhren der EU werden erstmals seit 2013 wieder geringer als im Vorjahr ausfallen. Darauf deuten die aktuellen Handelsdaten hin. Demnach haben die EU-Importeure in den ersten drei Quartalen 2017 insgesamt rund 996 000 t Fleisch einschließlich Nebenerzeugnissen und lebender Tiere aus Drittländern bezogen.

Fleischtransport (Bildquelle: Tönnies)

Die Fleischeinfuhren der Europäischen Union werden im laufenden Kalenderjahr erstmals seit 2013 wieder geringer als im Vorjahr ausfallen. Darauf deuten zumindest die aktuellen Handelsdaten der Brüsseler Kommission hin.

Demnach haben die EU-Importeure in den ersten drei Quartalen 2017 insgesamt rund 996 000 t Fleisch einschließlich Nebenerzeugnissen und lebender Tiere aus Drittländern bezogen; das waren fast 140 000 t oder 12,3 % weniger als im Vorjahreszeitraum. Mit Ausnahme der wenig bedeutenden Schweinefleischeinfuhren sind bei den anderen gängigen Fleischarten wie Rind, Geflügel sowie Schaf und Ziege teilweise deutliche Importrückgänge festzustellen.

Wichtigstes Einfuhrgut war von Januar bis September mit 605 700 t Geflügelfleisch, doch fiel die Liefermenge damit um 81 300 t oder 11,8 % geringer als in der Vorjahresperiode aus. Wesentlich verantwortlich dafür war Brasilien, denn von dort gelangte mit 309 270 t fast ein Fünftel weniger Ware in die Gemeinschaft. Der Fleischskandal in Brasilien und festgestellte Hygieneprobleme bei Kontrollen der EU-Behörden dürften dabei eine maßgebliche Rolle gespielt haben. Aber auch Thailand, der zweitwichtigste Drittlandsanbieter von Geflügelfleisch auf dem EU-Markt, setzte mit 196 570 t davon gut 11 % weniger am Binnenmarkt ab.

Die Ukraine profitierte dagegen von Handelserleichterungen und steigerte ihre Lieferungen in die Gemeinschaft um gut 60 % auf 56 540 t. Mit Abstand das meiste Geflügelfleisch aus Drittländern gelangte wegen der Häfen über die Niederlande in die Gemeinschaft. Von Januar bis September 2017 waren es laut Kommission 276 910 t oder fast 46 % der Gesamteinfuhren. Dahinter folgten das Vereinigte Königreich mit 174 125 t und Deutschland mit 80 500 t.

Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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