Brüssel

EU-Parlament stimmt für Richtlinie gegen unfaire Handelspraktiken bei Lebensmitteln

Die Bundesregierung muss eine für die Durchsetzung des Verbots unlauterer Handelspraktiken in der Lebensmittelversorgungskette geeignete Behörde benennen, fordert DBV-Präsident Joachim Rukwied

Der Deutsche Bauernverband begrüßt ausdrücklich den Beschluss des Europäischen Parlamentes zur EU-Richtlinie gegen unfaire Handelspraktiken in der Lebensmittellieferkette vom 12. März 2019. "Wir brauchen diese Mindestregeln für transparentere und ausgewogenere Kräfteverhältnisse in der Lebensmittelkette. Die neuerlichen Preiskämpfe deutscher Handelsketten sind hier ein Warnsignal", betont DBV-Präsident Joachim Rukwied.

Der Deutsche Bauernverband begrüßt die Aufnahme weiterer unlauterer Handelspraktiken und eine Ausweitung des Schutzbereiches über kleine und mittlere Betriebe hinaus. Außerdem haben die Mitgliedstaaten die Möglichkeit, den Anwendungsbereich der Richtlinie im Rahmen der nationalen Umsetzung darüber hinaus zu erweitern.

"Wir gehen davon aus, dass Lebensmitteleinzelhandel und große Unternehmen der Lebensmittelindustrie sämtliche Lieferanten - unabhängig von der Umsatzgrenze von 350 Millionen Euro - fair behandeln. Die Bundesregierung ist gefordert, eine für die Durchsetzung des Verbots unlauterer Handelspraktiken in der Lebensmittelversorgungskette geeignete Behörde zu benennen“, hebt Rukwied hervor.

Der DBV bekräftigt seine Forderung, durch weitere Schritte die Position der Landwirte in der Lebensmittellieferkette zu stärken. Dies betrifft insbesondere die Erweiterung der kartellrechtlichen Privilegierungen für eine wirksame Zusammenarbeit der Erzeuger und der von diesen getragenen Vermarktungs- und Verarbeitungsorganisationen.

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Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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Diskussionen zum Artikel

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von Erwin Schmidbauer

Alles wunderbar...

aber nur auf dem Papier. Wer kontrolliert den die Einhaltung? Gibt es eine Behörde dafür? Welche Strafen drohen? Und ganz fatal: Kann sich ein Lieferant überhaupt leisten, seinen Handels"partner" bei der Behörde zu melden, ohne sich selbst noch mehr zu schaden? Durch Auslistung oder anderen Boykott? An der strategischen Übermacht weniger Handelsakteure ändert sich durch diese neue Richtlinie gar nichts. Für mich ist diese Richtlinie nicht viel mehr als Augenwischerei!

von Matthias Zahn

Die Bauern machen den Preis!

Natürlich kann es nicht schaden, unfaire Handelspraktiken zu verbieten. Da die Marktmacht der Konzerne groß ist. Am Preis für die Bauern wird dieses Gesetz aber nicht viel ändern. Denn der Preis ist schon gemacht, wenn Aldi und Co nachfragen. Denn alle unsere Preise richten sich immer danach, wie sehr unsere Molkereien Mengenmäßig unter Druck stehen. Komm viel Milch rein, nimmt man jede Möglichkeit wahr die Ware im Markt zu platzieren. Und man akzeptiert jeden Preis. Ist das Verhältnis Angebot zu Nachfrage entspannt, kann der GF auch mal zocken und mit einem höheren Preisgebot einsteigen. Ganz einfach, die Bauern entscheiden wieviel Milch sie zu welchem Preis erzeugen. Alle anderen Auswüchse des Marktes erfolgen erst nachgelagert......

von Hans Nagl

Ablenken ???

Unser Problem ist doch wir sind nur noch Lieferanten von Rohstoffen für die Ernährungsindustrie . Unser größtes Problem ist aber wir haben ein Produktion die nicht an den Verbrauch anzupasst ist, diese dauerhafte Überversorgung führt zu Preisen wie vor 30 Jahren.

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