Gastkommentar

Grethe: „Jungendorganisationen bauen Brücken für die Agrarreform“

Der Agrarökonom Prof. Harald Grethe stärkt den Jugendorganisationen, die Änderungen an der Agrarreform fordern, den Rücken. Sie bauten Brücken zwischen Landwirtschaft und Gesellschaft, schreibt er.

Vergangene Woche haben zwölf deutsche Jungendorganisationen aus der Landwirtschaft, dem Ländlichen Raum und dem Ernährungsgewerbe gemeinsam mit der Klimabewegung Fridays for Future einen offen Brief an die EU-Kommissionsspitze geschrieben. Die Kernaussagen der Jugendorganisationen werden von zahlreichen wissenschaftlichen Beratungsgremien, darunter dem Wissenschaftlichen Beirat für Agrarpolitik und Ernährung beim Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, geteilt. Sie lauten:

1. Das Potenzial der GAP wird in Bezug auf die großen Nachhaltigkeitsherausforderungen „nicht ausreichend ausgeschöpft“.

2. Die GAP muss „Landwirt*innen für ihre Leistungen im Bereich Klima-, Umwelt- und Tierschutz sowie beim Erhalt von Biodiversität honorieren“.

Diese Aussagen werden in dem offenen Brief zwar nicht in konkrete Handlungsempfehlungen übersetzt. Trotzdem meine ich: Der Brief ist wichtig. Er ist erstens wichtig, weil er ein ungewöhnlich breites Bündnis schmiedet: Von Fridays for Future bis hin zu großen Jugendorganisationen der Kirchen. Und zweitens, weil er Brücken baut zwischen der Landwirtschaft und „dem Rest der Gesellschaft“.

Es wird explizit anerkannt, dass die Landwirtschaft gesellschaftlich gewollte Leistungen erbringt und dafür honoriert werden muss. In anderen Worten: Landwirtinnen und Landwirte müssen davon...


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