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"Jagdverbot in Genf ist Heuchelei anstatt Vorbild"

Das ZDF hatte kürzlich in der Doku „Jäger in der Falle“ berichtet, das strikte Jagdverbot im Kanton Genf habe fast ausgerottete Arten wie Hase, Fasan und Rebhuhn zurückgeholt. Dem widerspricht Eric Schweizer, Präsident des Genfer Jägerverbands „La St Hubert“, deutlich. Heute gebe es staatl. Wildhüter für den Abschuss.

Lesezeit: 4 Minuten

Das ZDF hatte kürzlich in der Doku „Jäger in der Falle“ berichtet, das strikte Jagdverbot im Kanton Genf habe fast ausgerottete Arten wie Hase, Fasan und Rebhuhn zurückgeholt. Dem widerspricht Eric Schweizer, Präsident des Genfer Jägerverbands „La St Hubert“, deutlich. Er spricht von "Heuelei", weil heute staatliche Wildhüter den Abschuss durchführten.

 

Gegenüber dem Deutschen Jagdverband erklärte der Fachmann, dass es nach der Einstellung der privaten Jagd im Jahr 1974 zwar beim Niederwild tatsächlich einen leichten Aufwärtstrend gegeben habe. Anschließend seien die Populationen aber stark eingebrochen. Als Beispiel nennt er das Rebhuhn. „Anfang der 1980er Jahre gab es im Kanton Genf etwa 400 Rebhühner, 25 Jahre später nur noch einzelne Individuen. Zwischen 2009 und 2013 wurden dann insgesamt 3.300 Rebhühner ausgesetzt und die Lebensräume aufwändig verbessert. Das ernüchternde Ergebnis: Weniger als 100 Rebhühner leben derzeit noch in der Region. Das kostspielige Aussetz-Programm wurde zwischenzeitlich eingestellt“, so Schweizer.

 

Er begründet dies mit dem Jagdverbot auf die Fressfeinde des Rebhuhns und vieler anderer Bodenbrüter. Den Füchsen beispielsweise gehe es heute prächtig. Welchen Einfluss sie haben, habe die Räude-Epidemie der Räuber in den 90ern gezeigt: Die Hasenbestände erholten sich in der Zeit wieder, erklärt der Jäger. In der Folge traten verstärkt Schäden an landwirtschaftlichen Kulturen auf, weshalb die Behörden mehr als 200 Langohren einfingen und in das Kanton Wallis sowie nach Frankreich umsiedelten.


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„Da die Schäden in der Landwirtschaft blieben, erhielten die staatlichen Wildhüter letztendlich wieder eine dauerhafte Abschussgenehmigung. Seitdem werden mit Hilfe von Steuergeldern tausende Hasen erlegt. Mehr als 1.600 Kaninchen wurden von den Wildhütern in den 1980er und 1990er Jahren abgeschossen. Mit ein Grund, dass das Kaninchen im Kanton Genf zwischenzeitlich ausgerottet ist“, schimpft Schweizer.


"Teure Heuchelei": Der Staat erlegt jetzt das Wild


Weiter berichtete das ZDF, dass Rot- und Schwarzwild heute Dank des Verbotes der privaten Jagd in Genf zurück seien. Der Verbandspräsident kann da nur mit dem Kopf schütteln. Seiner Meinung nach werden hier Äpfel mit Birnen verglichen, da es diese Arten im Kanton Genf immer schon sehr selten gegeben habe. Der Anstieg der Paarhufer-Bestände sei vielmehr ein Trend, der in ganz Europa zu beobachten sei, unabhängig vom jeweiligen Jagdsystem.

 

Auch die Zunahme der Wasservögel hat laut Schweizer nichts mit dem Verbot der Privatjagd zu tun. Stattdessen hätten die Vögel dank der Ausbreitung der Zebra-Muschel einfach mehr Nahrung. „Ohne Jagd geht es nicht. Es ist Heuchelei zu behaupten, dass das Wildschwein die einzige Tierart ist, die in Genf reguliert wird! Staatlich bezahlte Wildhüter aber auch "genehmigte Private" haben von 1974 bis heute mehr als 31.000 diverse Vögel – Wildtauben, Enten, Stare, Rabenvögel und sogar Reiher – sowie tausende Säugetiere – Kaninchen, Hasen, Wildschweine, räudige Füchse, und in den vergangenen Jahren auch Rehe – abgeschossen“, stellt der Präsident klar.

 

„Die Jagd wurde in Genf nie abgeschafft. Auch wenn Jagdgegner das gern glauben machen wollen. Angesichts der massiven Zunahme der Bestände und der Wildschäden sollen sehr bald auch Rehe und Hirsche den Büchsen der staatlichen Wildhüter zum Opfer fallen. Wie kann man ernsthaft behaupten, dass in solch einem kleinen und dicht-besiedelten Kanton wie Genf, wo jährlich tausende Vögel, Wildschweine, Hasen, Kaninchen und jetzt auch noch Rehe und Hirsche abgeschossen werden, die Jagd abgeschafft worden ist? Es handelt sich um eine äußerst teure Heuchelei und um einen bürokratischen Unsinn!“, ärgert sich Schweizer.


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