Biomarkt

Kaniber: Verbraucher sollen heimische Bioprodukte kaufen

Bayerns Agrarministerin Michaela Kaniber sieht die Ausbauziele für den Bioanbau von 30 % bis 2030 gefährdet und appelliert an die Verbraucher.​ ​

Zum Start der Biofach, der weltgrößten Messe für Biolebensmittel, weist Bayerns Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber auf den stark gebremsten Ausbau des Ökolandbaus hin. „Aktuell zögern viele Betriebe beim Umstieg auf den Ökolandbau, da ihnen die Unsicherheiten im Ökomarkt derzeit zu groß sind“, sagte die Ministerin und verwies auf die extremen Preissprünge bei landwirtschaftlichen Produkten in Folge des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine. Die Preissprünge, die bei konventionell erzeugten Produkten stärker waren als bei Ökoprodukten, machen ihrer Einschätzung zufolge eine Umstellung aktuell schwer kalkulierbar.

Hinzu komme die Verunsicherung der Landwirte in Folge der neuen Gemeinsamen Agrarpolitik, die zukünftig auch von Ökobetrieben deutlich mehr an Umweltleistungen verlangt als bisher. „Die aktuellen Signale des Ökomarkts sind leider definitiv nicht dazu geeignet, Betriebe zur Umstellung zu bewegen“, so die Ministerin.

Einzelhandelsumsätze mit Ökolebensmitteln rückläufig

Erstmals seit vielen Jahren seien auch die Einzelhandelsumsätze mit Ökolebensmitteln rückläufig, so die Ministerin. Die hohe Inflation und Preissteigerungen bei Energie und Lebensmitteln bewegten viele Verbraucher, zu günstigeren Lebensmitteln zu greifen. „Bioprodukte brauchen auch einen Absatz, sonst sind die von den Bürgerinnen und Bürgern geforderten und von der Politik übernommen Ziele beim Ausbau des Ökolandbaus bis 2030 nur schwer zu erreichen. Wir können den Ökolandbau nicht von oben herab verordnen, es braucht eine ausgewogene Balance von Angebot und Nachfrage. Lebensmittel werden nicht fürs Schaufenster oder fürs Museum produziert, sondern müssen von Kunden gekauft werden“, betonte Kaniber und appellierte an die Verbraucherinnen und Verbraucher, gezielt heimische Bioprodukte nachzufragen. Der Ökolandbau könne nur wachsen, wenn sich auch der Markt für Ökoprodukte entsprechend weiterentwickle.

Wichtiger Impulsgeber für den Ausbau des Ökolandbaus in Bayern ist das Landesprogramm „BioRegio 2030“. Das Programm setze vor allem Markt-Akzente, um die Nachfrage und damit den Absatz heimischer Ökoerzeugnisse zu verstärken. Unter anderem soll das erfolgreiche bayerische Bio-Siegel noch stärker am Markt positioniert und der Einsatz von regionalen und ökologischen Produkten in den staatlichen Kantinen auf 50 % gesteigert werden. Mit diesen Maßnahmen wolle man dem Ziel, 30 % Ökolandbau bis zum Jahr 2030 näherkommen.

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