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Ökobauern und Direktvermarkter schlagen Alarm - die Kunden sparen beim Einkauf

Regionale und ökologische Lebensmittel scheinen dem neuen Sparzwang zuerst zum Opfer zu fallen. Händler, Märkte und Direktvermarkter spüren zwischen 18 und 50 % Einbußen. Droht eine Aufgabewelle?

Lesezeit: 2 Minuten

Hessen gilt seit jeher als Bundesland mit einem sehr großen Anteil ökologisch wirtschaftender Betriebe. Letztes Jahr waren es 2.418 Höfe, die rund 16 % der Anbauflächen nach den speziellen Regeln bewirtschaften.

Entsprechend viele Direktvermarkter gibt es auch. Die wiederum spüren gerade deutlich die Folgen des Ukrainekriegs. Die Hessenschau des HR hat sich im Land umgehört.

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Lieferdienst Querbeet macht 20 % weniger Umsatz

So berichten Mitarbeiter in einer Packhalle in Reichelsheim (Wetterau), dass die Gemüse-Kisten für den Bio-Lieferdienst Querbeet längst nicht mehr so voll bepackt sind wie sonst. Viele Kunden müssten aufs Geld schauen und würden nun billiger einkaufen, so eine Feststellung. Die Nachfrage nach regionalen Bio-Lebensmitteln sinkt, der Umsatz bricht ein.

Dabei boomten große Bio-Betriebe wie der Lieferdienst Querbeet aus Reichelsheim in den vergangenen Jahren, erinnert die Hessenschau. Das Unternehmen war immer moderat gewachsen. Zu Beginn der Corona-Pandemie habe es sogar einen deutlich Sprung nach oben gegeben. Nun aber seien Spargel und Erdbeeren übrig. Und angesichts der Urlaubszeit drohe den Tomaten das gleiche. Wer eineinhalb Kilo bestellt hat, nimmt jetzt zum Beispiel nur noch ein halbes Kilo, so Unternehmer Thomas Wolff gegenüber dem Sender.

Einige Kunden seien bereits abgesprungen: Von 2.600 Menschen vor dem Ukrainekrieg zu jetzt 2.100. Insgesamt sei der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um etwa 20 % zurückgegangen. Andere Bio-Landwirte berichteten sogar von bis zu 50 % Umsatzeinbußen, sagt Tim Treis, Vorsitzender der Vereinigung Ökologischer Landbau in Hessen (VÖL). "Das kann die Existenz bedrohen." Und führe dazu, dass es weniger Bio geben könnte und Höfe aufgeben oder zurück zur konventionellen Landwirtschaft wechseln müssten.

Inflation und Krise machen Bioware zum Luxusgut

Alle Insider stellen fest, dass es nicht die höheren Preise für Biolebensmittel selbst sind, die Kunden abhalten, sondern die hohe Inflation und allgemeine Preisexplosion. Viele sparen zuerst beim Lebensmitteleinkauf, wie zuletzt ja auch Umfragen belegten – ein schlechtes Signal für regionale Produkte im Allgemeinen.

Das bestätigt laut Hessenschau auch der Bundesverband Naturkost Naturwaren. So hätten Bio-Läden und Bio-Supermärkte in den ersten drei Monaten dieses Jahres deutlich weniger Ware verkauft als im Vorjahreszeitraum. Im März seien die Umsätze pro Tag mehr als 18 % niedriger gewesen. Ähnlich sei die Tendenz im Bio-Großhandel.

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