Prof. Dr. Alfons Balmann

Landwirte und Gesellschaft: Ideen für ein besseres Miteinander

Zwischen Landwirtschaft und Gesellschaft eskalieren seit geraumer Zeit die Konflikte. Allerdings deuten sich auch Radikalisierungen der Landwirtschaft an, wie ein zunehmendes Leugnen von Problemen

Bei der Herbsttagung der Agrarsozialen Gesellschaft referierte Prof. Dr. Alfons Balmann, Direktor Leibnitz-Institut für Agrarentwicklung in Transformationsökonomien (IAMO), zum Thema: Nachhaltige Landwirtschaft zwischen 1.0 und 4.0 – lassen sich Zielkonflikte und widersprüchliche Erwartungshaltungen auflösen? Hier seine Zusammenfassung im Original:

"Die Proteste vieler Landwirte in den vergangenen Monaten haben verdeutlicht, dass sich die Landwirte in Deutschland, aber auch darüber hinaus von der Gesellschaft missverstanden, durch Kritik aus dem Bereich der Zivilgesellschaft und der Medien diffamiert und zudem durch zahlreiche Politikvorgaben in einem nicht vertretbaren Maße belastet und gegängelt fühlen.

Im Rahmen dieses Beitrages wird zu verdeutlichen versucht, dass die Landwirtschaft trotz ihrer Sorgen nicht umhinkommt, berechtigte Kritikpunkte aufzugreifen und aktiv zur Lösungsfindung beizutragen. Dies wird nicht ohne schmerzhafte Anpassungsprozesse zu bewältigen sein. Umgekehrt müssen jedoch die Zivilgesellschaft, die Medien und auch die Politik selbstkritisch hinterfragen, welche Erwartungen und Veränderungen in den Rahmenbedingungen denn berechtigt, realistisch und umsetzbar sind. Dazu werden in diesem Beitrag vier Thesen formuliert und untersetzt.

1. Die Landwirtschaft muss sich verändern, aber es gibt enorme Zielkonflikte!

Der Veränderungsbedarf der Landwirtschaft ist vielfältig. Zahlreiche gesellschaftliche Erwartungen werden in Bereichen wie dem Tier-, Klima-, Umwelt-, Biodiversitäts- und Bodenschutz nicht erfüllt. Zugleich muss die Landwirtschaft essentielle gesellschaftliche Funktionen mit nationaler wie auch globaler Relevanz erfüllen, wie die Sicherung der Ernährung. Hierbei stellt sich unweigerlich die Frage nach dem Umgang mit Zielkonflikten, wie etwa zwischen Tier- und Klimaschutz oder dem Umweltschutz und der Ernährungssicherung.

Daneben gibt es nicht nur innerhalb der Landwirtschaft, sondern auch etwa zwischen großen Teilen der Zivilgesellschaft und der Wissenschaft unterschiedliche Vorstellungen, ob sich die Zielkonflikte eher im Rahmen einer ökologischen Agrarwende oder durch eine nachhaltige Intensivierung bewältigen lassen.

Eine spezifische Herausforderung liegt darin, dass viele der Probleme bereits seit einer Reihe von Jahren bekannt sind, jedoch nicht gelöst wurden, wodurch sich nicht einige der Probleme selber verschärft haben, sondern der Handlungsdruck für die Lösungsfindung zugenommen hat. Zudem lassen sich viele Problemlösungen nur unter hohen Kosten zeitnah realisieren, oft ohnehin nur schrittweise und mit erheblichem Zeitverzug.

2. Die Landwirtschaft wird sich verändern: Es gibt eine Reihe von gleichzeitigen Treibern!

Die Landwirtschaft befindet sich weltweit im Wandel, u.a. angetrieben durch die Digitalisierung, biotechnologische Entwicklungen, sich ändernde Konsummuster und den Klimawandel. Dabei befindet sich die Landwirtschaft im globalen Wettbewerb um knappe Ressourcen wie auch um Absatzmärkte, dem sich niemand entziehen kann. Teilweise scheinen sich Innovationen im Agrarsektor derzeit schneller in Schwellenländern in Südamerika und Osteuropa auszubreiten als in Westeuropa.

Es gibt jedoch auch lokale Treiber. So wird sich infolge des demografischen Wandels in vielen ländlichen Regionen künftig nur noch ein Bruchteil der altersbedingt aus dem Berufsleben ausscheidenden Arbeitskräfte durch jüngere ersetzen lassen. Die Landwirtschaft wird um diese knapper werdenden Arbeitskräfte nicht nur mit anderen Sektoren, sondern auch mit urbanen Regionen konkurrieren müssen.

Zugleich ist die Landwirtschaft regional sehr heterogen. In vielen Regionen, insbesondere in Ostdeutschland, spielen traditionelle Muster, wie das der rein familienbetrieblichen Landwirtschaft bereits seit langem nur noch eine untergeordnete Rolle. Diese Entwicklungspfade lassen sich nicht umkehren, sondern werden durch die globalen wie regionalen Treiber eher noch befördert.

3. Nachhaltiger Wandel braucht Kohärenz: Landwirtschaft nur als Teil der Gesellschaft wandelbar!

Viele zivilgesellschaftliche und mediale Forderungen nach einer Agrarwende erwecken den Eindruck, dass sich zukunftsfähige und gesellschaftlich akzeptierte Landwirtschaft an einem postmodernen, naturalistischen Leitbild orientieren müsse, das von Prinzipien wie Ganzheitlichkeit, Suffizienz und Regionalität geprägt ist. Umgeben ist die Landwirtschaft jedoch von einer Gesellschaft, die nach wie vor auf Wachstum und Innovationen setzt. Selbst die SDGs der Vereinten Nationen beinhalten neben der Bekämpfung des Hungers auch die Ziele nachhaltigen Wirtschaftswachstums und nachhaltiger Industrialisierung.

Forderungen nach mehr Regionalität von Nahrungsmittelproduktion und -konsum widersprechen nicht nur der allgemeinen Globalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft, sondern werfen Fragen danach auf, inwieweit diese Forderungen etwa mit den Erfordernissen des Klima- und Umweltschutzes vereinbar sind.

Gleiches gilt mit Blick auf die vergleichsweise breite Ablehnung neuer Technologien, wie etwa innovativer Züchtungsverfahren und des chemischen Pflanzenschutzes. Forderungen nach einer Ausdehnung der ökologischen Landwirtschaft stehen im Gegensatz zur sehr begrenzten Nachfrage nach Ökoprodukten und dokumentieren eine Verbraucher-Bürger-Diskrepanz (Consumer-Citizen-Gap).

Diese Inkonsistenzen hinsichtlich der Erwartungen an die Landwirtschaft und deren tatsächliche Rahmenbedingungen behindern die Landwirtschaft nicht nur in ihren Möglichkeiten reale Probleme zu lösen, sondern führen zu Orientierungslosigkeit und Verunsicherung.

4. Diskursversagen nimmt zu und behindert die Lösungsfindung

Auf verschiedenen Ebenen scheint es derzeit ein Diskursversagen zu geben. Innerhalb der Landwirtschaft besteht ein zentrales Problem darin, dass ein großer Teil der Betriebe keine Perspektive sieht, wie berechtigte Kritikpunkte wirtschaftlich vertretbar bewältigt werden können. Innerhalb der Gesellschaft werden Inkonsistenzen hinsichtlich der vielfältigen Erwartungen an die Landwirtschaft und damit verbundener Zielkonflikte sowie auch das Consumer-Citizen-Gap kaum bis gar nicht diskutiert. Teilweise wirkt es so, als würden innerhalb der Zivilgesellschaft die Kritikpunkte an der Landwirtschaft besonderen Eigendynamiken folgen, wie ein gegenseitiges Kopieren und Überbieten von Forderungen.

Zwischen Landwirtschaft und Gesellschaft eskalieren daher seit geraumer Zeit die Konflikte. Dies wird nicht zuletzt an den eingangs angesprochenen Protesten der Landwirtschaft deutlich. Allerdings deuten sich auch Radikalisierungen der Landwirtschaft an, wie etwa ein zunehmendes Leugnen von Umwelt- und Klimaproblemen oder eine steigende Nähe zu Akteuren, die bestehende Probleme leugnen.

Erschwert wird der Diskurs dadurch, dass es in der Gesellschaft zwar einerseits einen Wertewandel gibt, der etwa dem Tierschutz eine neue Bedeutung zumisst, es andererseits jedoch auch Wissensdefizite gibt, die nicht nur aus einer allgemeinen Entfremdung zwischen Bürgern und Landwirten herrühren, sondern auch aus besonderen Mechanismen der alten und neuen Medien, wie etwa die starke Fokussierung der traditionellen Medien auf Skandale oder die pfadabhängige, selbstverstärkende Meinungsbildung innerhalb von Communities in den sozialen Netzen. Ein besonderes Problem scheint zudem aus unterkomplexen medialen Diskursen zu resultieren, die sich zumeist auf die Benennung und Lösung von Einzelproblemen, wie ausschließlich Tierschutz oder Klimaschutz, beschränken und dabei von grundlegenden Zielkonflikten abstrahieren.

Mit Blick auf diese Problemlagen stellt sich für die Landwirtschaft die Frage, ob und wie sie neue gesellschaftliche Diskussionsprozesse anstoßen kann, die nicht nur mehr Verständnis für die Sorgen der Landwirtschaft aufbringen, sondern die auch dazu beitragen, die Problembereiche nicht länger unterkomplex zu diskutieren und insbesondere Zielkonflikte mitzudenken.

Daneben wird wesentlich sein, dass sich die Zivilgesellschaft davon löst, der Landwirtschaft Lösungsvorgaben zu machen, sondern sich auf die Formulierung von Zielbündeln und einen allgemeinen Rahmen beschränkt. Dann bliebe es der Landwirtschaft überlassen, gemeinsam mit Partnern in der Wertschöpfungskette und der Politik die Erreichung dieser Zielbündel zu gewährleisten.

Begründen sollte die Landwirtschaft diesen Weg gegenüber der Öffentlichkeit damit, dass die gesellschaftlichen Ziele nur dann erreicht werden können, wenn die Landwirtschaft ihre Mittel den Zielen anpasst und nicht die Ziele sich aus den Mitteln ergeben müssen. Glaubwürdig ist ein solcher Weg jedoch nur, wenn sich die Landwirtschaft überzeugend, transparent und ernsthaft mit bestehenden Problemen auseinandersetzt."

Hinweis der Redaktion: Gastkommentare geben nicht in allen Bereichen die Meinung der Redaktion wieder. Wir veröffentlichen sie dann, wenn wir sie für einen interessanten Diskussionsbeitrag zur Weiterentwicklung der Landwirtschaft halten.

Die Redaktion empfiehlt

Respektvoll im Ton, ehrlich in der Sache

Herbsttagung der Agrarsozialen Gesellschaft

vor von Alfons Deter

Kommunikation ist das A und O, so der Grundtenor der diesjährigen Herbsttagung der ASG. Diese dürfe allerdings nicht den Eindruck erwecken, die Dinge schönzufärben.

Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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Diskussionen zum Artikel

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von Willy Toft

Die Radikalisierung der Gesellschaft, macht auch nicht vor der Landwirtschaft halt!

Wer nichts mehr zu verlieren hat, wird aggressiv, wenn gerade auch unser Staat ihm alles abverlangt, und wir jetzt schon kein auskömmliches Einkommen mehr haben. Die Krisen konnten noch nicht mal abgefedert werden, und sind zum größten Teil mehr verdient worden! Das A- Paket, die DüV und das Klima- Paket wird er Landwirtschaft jetzt den Rest geben, oder gibt uns die Bank noch Geld, um das Schlimmst auszugleichen, bis vielleicht mal bessere Zeiten kommen?

von Rudolf Rößle

Entwicklungshilfe

auch dort wird mit wirtschaftlichem Kalkül gearbeitet. Die Bundesregierung verdient daran, dass aus einem Euro Zuschuss 1,50Euro zurückkommt. Unser Wirtschaften besteht aus wachsen und Gebührenerhöhungen. Lehnt sich die Landwirtschaft zurück, kommt die Kostenwelle eiskalt hinterher. Klein und fein ein wenig Direktvermarktung und extensives Wirtschaften, kann das Girokonto schnell in Bedrängnis bringen.

von Klaus Schonlau

Gesellschaftliches Problem

Wir haben ein gesellschaftliches Problem. Das wird auf die Landwirtschaft abgewälzt weil die bisher am wenigsten Widerstand geleistet hat. Mal ein Blick auf die letzte Wahl. Die Partei eines ganz Rechtsaußen bekommt (trotz ihm) über 20% der Stimmen. Zählt man nun die noch dazu die nicht zur Wahl gegangn sind, dann ist die absolute Mehrheit schon weit überschritten. Die verbleibende Minderheit oder auch nur Teile davon behaupten aber weiterhin für das ganze Volk zu sprechen. Hier wird die Landwirtschaft als Geisel genommen um der Bevölkerung Dinge aufzuzwingen, die sie nicht haben will (teuere Lebensmittel). Man könnte in dem Vortrag von Prof. Balmann auch den Begriff Landwirtschaft gegen z.B. Autofahrer/Pendler oder Wolfsgegner austauschen. Auch bei diesen Themen haben wir eine kleine "Elite" die hier die Meinungshoheit beansprucht aber mit den daraus resultierenden Problemen nicht im entferntesten in Berührung kommt.

von Thomas u. Helmut Gahse GbR

Diskursversagen,

Herr Kühnle, kann man an der Diskursverweigerung der Ministerin Frau Schulze studieren. Sie will anfänglich garnicht und dann aber frühestens wenn die sprichwörtliche " Katze den Baum rauf ist" mit uns Landwirten diskutieren. Auf solch einen groben Klotz kommt ganz zangsläufig auch ein grober Keil.

von Klaus Fiederling

"Man mus vor allem kritisch gegen sich selbst sein." (Einstein)

Motivation auf Knopfdruck? - Vorab: Alleine schon die Aussage einer bauernseits nur „gefühlten Gängelei“ zeugt von einem noch immer existierenden gewaltigen Abstand zur Realität, wo eben genau selbige geistigen Eliten augenscheinlich abgeschottet in ihren goldenen Elfenbeintürmen sich noch immer nicht ehrlich, transparent und insbesondere offen einzugestehen vermögen, wer das heute gesellschaftlich massiv in die Kritik geratene System entwickelt und hernach zielstrebig in der Umsetzung auch orchestriert hat. // Zu Ziff. I) „Die LW muss sich verändern...“ - Nun gut, zunächst einmal: Wer ist das, DIE LANDWIRTSCHAFT!? Sind das in Alleinstellungsmerkmal diejenigen, die auf der Fläche heute ackern, die jeweiligen Landeigentümer, wer!? Wenn derzeit ein anstehender Lösungsdruck förmlichst eskaliert, wer hat diese mannigfaltigen Problemfelder bisher ignorant immer wieder hinausgezögert, bewusst auf Eis gelegt!? Das kleine, gutgläubig treudoofe Bäuerlein!? Zeigen nicht vier Finger auf die Verursacher!? - Übrigens, werter Herr Prof. Balmann, die von Ihnen benannten hohen Kosten für akzeptable einvernehmliche Lösungskonzepte kann man heute nur schwerlich noch bei den Bauern abholen, weil wir produzieren, was heute nahezu wertlos ist. // Zu Ziff. II) Die LW muss/wird sich ändern. - Benennen Sie Zeiten, wo die LW nicht in einem stetigen Wandel inbegriffen war; schon unsere Urväter überlieferten genau das! Ein Höhepunkt des brutalen Strukturwandels setzt jetzt wohl erst ein. Kann man dabei die Strukturen im Osten als Vorbild bewerten, sind jene Strukturen demnach auch im Westen, in ganz Europa erstrebenswert!? // Zu Ziff. III) Diese These ist recht gut zusammengefasst. Die Bauern wandeln traumatisiert in einem Vakuum der Orientierungslosigkeit umher. Worauf dieses Geschehen fußt -ich kann mich nur wiederholen- sollten sich dabei gerade unsere intellektuell überaus befähigten geistigen Eliten selbst hinterfragen. Jedenfalls wird ein Mehr an Produktion, ein Mehr an Chemie, ein Mehr an Gentechnik, ein Mehr an Wachstum, allenfalls den Weg für eine rasant zunehmende Industrialisierung bereiten. Wohin aber mündet dieser Irrglaube an ein noch immer ewiges Wachstum!? // Zu Ziff. IV) Gründet das generelle Problem von uns Bauern nicht insbesondere auf der Tatsache, dass wir auf unseren Äckern in Ausschließlichkeit Nahrungsmittel produzieren und in eben einer solchen fatalen Abhängigkeit geradezu verhaftet sind. Wenn wir nicht schleunigst alle erkennen, dass step by step nicht alleine die Diversifikation auf unseren Äckern stattfinden muss, sondern parallel dazu unabdingsbar in eben derselben Vordringlichkeit ein Turnaround in unseren Vermarktungsstrategien erfolgen muss, wird sich an der aktuellen existenzvernichtenden Bauernmisere rein gar nichts verändern lassen. Wir dürfen allerdings kaum erwarten, dass uns in einem solchen enormem Zielkonflikt maßgebliche Hilfestellung seitens unserer Scheuklappenträger zuteil wird. Es stellt keine Herausforderung dar, konzeptlos mehr auf dem Acker zu erzeugen; genau das hat das heutige System kollabieren lassen. Ist das Hightech, ist das Innovation? - Nein, das kommt weit eher einer völligen geistigen Armut gleich! // Werter Herr Prof. Balmann, warum thematisieren Sie, ein Wissenschaftler, der zu vorstehender Analyse befähigt ist, nicht unumwunden, dass im Wege der sich fortentwickelnden Internationalisierung sich die heimischen Bauern jetzt sogar an blutbeflecktem Soja messen lassen müssen!? Die gegenwärtige Entwicklung auf dem deutschen Flächenmarkt weist welche Richtung aus!? Heute eröffnet die Agritechnica, wo man auf komprimierter Ausstellungsfläche veranschaulicht , wie man mit bloßer Größe meine letzten zwei Fragen passgenau zu beantworten weiß! Das kleine Bäuerlein kann da nur noch mit offenem Munde staunen, mehr aber auch nicht. Wo bleibt dahingehend Ihre verbale Attacke? - Unsere Gesellschaft jedenfalls wünscht das nicht, oder!?

von Andreas Thiel

Das Hauptproblem ist...

das seit besagtem längerem Zeitraum nicht Vollkostendeckend gearbeitet werden kann, weil die hergestellten Produkte anders als in der Industrie,zeitweise zum Dumpingpreis verramscht werden!

von Hans Spießl

Das Ende des freien Bauerntums ist längst beschlossen

Alleine die Tatsache das die Landwirtschaft der Gesellschaft nicht mehr auf gleicher Augenhöhe begegnen kann zeigt dies doch deutlich genug. sogar Politiker wie der ehemalige Agrarminister Schmidt der wegen seiner Glyphosat Sache damals es den Bauern gut meinte wurde zerschossen damit. Gewerkschaften, Autoindustrie,...... die können das......... Die Problemlagen die oben angesprochen werden sind im Grunde keine Probleme sondern nur ein krankes und überflüssiges Geschrei einer kleinen Minderheit. Die Masse will weiterhin billig ernährt werden und ihren Trieben nachgehen. oder ist unsere Bevölkerung erkrankt durch vergiftetes Essen, Wasser,........ Es besteht aber kein Zweifel das Landwirtschaft derzeit nix ist für Leute die es Gut meinen. Dazu der Fall aus der Praxis der Schweinemaststall der Familie Marklewitz da in Niedersachsen. sicher hat sich dann jemand gefunden der bereit ist einen Mehrpreis für die Schweine zu bezahlen - ich persönlich wünsche diesen Leuten die es Gut meinen viel Glück dabei. aber die Praxis zeigt im Normalfall das Gegenteil. siehe doch Neue Bundesländer, wobei ich hier noch auf die Form der Agrargenossenschaft hinweisen will - die aber von den Verbrechern aus Politik und Wirtschaft nicht gewollt ist. Die GmbH ist der Einstieg in den Betrug - Beispiele gibt es Genug dafür (KTG Hofreiter,........ oder jetzt aktuell der Betrieb des Bauernführer Kliem) dieses Model der Genossenschaft wäre ein Zukunftsmodel gerade auch im Westen um dann auch dort selbstfahrende fahrerlose Mähdrescher mit 15m Schnittbreite fahren zu lassen und anderen weiteren Fortschritt. derzeit besteht aber dafür noch kein Bedarf........ ich bitte darum einmal darüber nachzudenken..... warum die Bauern zu Rückständig sind. Viel Geld von reichen Leuten ist da und das Geld sucht Sicherheit, Verzinsung, Hab und Gut in Form von Land Immobilien..... Spielwiese...... Gerade der technische Fortschritt macht den Einstieg des Kapital in die Landwirtschaft so Interessant - aber die hohen Pachtpreise geben dies derzeit nur in Ländern des ehemaligen Ostblock her darum müssen Änderungen erzwungen werden Gründe findet man Genug für Vorschriften, Ärgernisse, Erschwernisse, für die produzierenden Bauern, die sich aber aufgrund ihrer Ausbildung von Staatsdienern freiwillig Versklaven. Diese dummen verpfänden ihre Höfe für zB eine Biogasanlage, pachten teuer, immer extrem den Grenznutzen lang........ das wird ihnen ja gelehrt. so hat da zB ein moderner Landwirt und nahe SR/Bayern für über 20Euro reines Ackerland kein Bauland (den ha für über 200.000 Euro) erworben um seine Biogasanlage betreiben zu können und das mit geliehenen Geld.... sicher, dieser Bauer ist es gewohnt das am 0 1. 10 wenn die Pachten fällig sind immer im 6 Stelligen Bereich Geld gebraucht wird. Diese Bauern sind die Wegbereiter für die Konzerne - zB ein Crash oder platzen der Blasen... und dann gehts los.... dann wird er vom Bauern zum Knecht..... Problembewusstsein wird diesen dummen jungen nicht Beigebracht - ein Unternehmer Seminar in der freien Wirtschaft - (und wenn dies mehrere tausend Euro kosten würde) hätte so manchen dieser Bauern nicht in diese Lage gebracht.... da wird anders Gedacht diese Leute sind die Wegbereiter für die Konzerne - derzeit (bau für 500 Kühe nicht für 100) 100 sind zu wenige da steht dann der Stall zu schnell leer aber 500 dann lohnt dies auch für die Kapitalgesellschaft...... und du kannst ja als Obermelker dann bleiben und die Politik, die Fördergelder für Bio, Naturschutz, Gelder für Leistungen die keine Leistungen sind - oder ist es eine Leistung Pflanzen hungern zu lassen und Tiere, insbesonders Hochleistungstiere wie Legehennen, Muttersauen extremen Aminosäurenmangel auszusetzen für eine Gute Sache...... wie krank ist das aber die Agrarpolitik sieht nicht das Vieh das Mangel ernährt ist für wichtig an, Bio Viehhaltung betreiben nur dumme Bauern die aufgrund der zu knappen Flächenausstattung auf Zuverdienst angewiesen sind, sag ich dazu jetzt einmal so Diese zu teueren fahrbaren Hühnermobile wo das Ei dann so 50 cent bringen müsste zeigt auch hier schon an wie weit die Bauern eigentlich sind........ Subvention für das Land - um Leute wie zB eine Frau Sarah Wiener - 800 ha Bio oder diverse andere Verbrecher, Konzerne finanziell abzusichern um das geht es. warum Geld für Land - es geht doch um Menschen hier wäre Aufklärungsbedarf von Seitens der Bauern absolut notwendig...... Es gäbe einen Weg. wenn schon diese Gesellschaft zB Glyphosat nicht will beispielsweise dann muß es dafür Geld geben, zB 50 Euro/ha..... oder wer seine Schweine auf Stroh hält dann zB 10 Euro/Schwein....... Aber sie wollen nur Extreme darum dies derzeitige Fördersystem und da ist Bio mit absoluten Verzicht - um die Produktion, Wertschöpfung und Bodenfruchtbarkeit zu Zerstören gerade Richtig. lieber 300 Euro/ha für nur eine Tonne/ha als zB durch Programme sag ich mal 100 Euro bei einer gewissen Extensivierung und einem Ertragsrückgang von zB 1 to/ha von ich sag jetzt 7to auf 6to. aber dies will man nicht - Die produzierenden Bauern könnten einen zu großen Nutzen haben da das Ziel ein anderes ist......

von Bernhard Kühnle

Diskursversagen

Bräuchte es einen Beleg für das von Prof. Bahlmann postulierte Diskursversagen, die ersten Kommentare zu seinem Beitrag sind es. Wasser, Böden Tiergesundheit - alles gut! Einziges Problem: NGOs und Medien. Aber ein „Augen zu und durch“ reicht nicht. Danke an den Autor für den differenzierten Beitrag.

von Albert Maier

Nachtrag:

Eine Unsitte zieht permanent weitere Kreise (leider auch bei Bahlmann festzustellen): Wenn sich klardenkende Menschen nicht jeden Unsinn einreden lassen, verortet man sie in der "radikalen Ecke der Leugner". Dümmer und primitiver gehts nimmer!!

von Wilhelm Grimm

Ein sehr guter Beitrag !

Aber er lässt sich nicht mit drei Worten beantworten. Nur so viel zu der gesellschaftlichen Erwartungshaltung. Es ist normal, dass diese sich immer wieder verändert. Leider müssen wir Landwirte aber davon ausgehen, dass verschiedene Interessengruppen die Meinungsbildung der Gesellschaft mit Unwahrheiten und Propaganda und nicht mit Fakten zu beeinflussen versuchen. Dieser Massenpropaganda erliegen mit Unterstützung der Medien vor allem die landwrtschaftlich bildungsfernen Bevölkerungsgruppen. Sie lassen sich manipulieren und Politiker folgen diesem Strom. Wenn aber in der Politik Fakten nicht mehr zählen, sind selbst Radikalisierungen der Landwirte zum vermeindlichen Eigenschutz verständlich.

von Albert Maier

Professoren im Wolkenkuckucksheim!

"Zahlreiche gesellschaftliche Erwartungen werden in Bereichen wie dem Tier-, Klima-, Umwelt-, Biodiversitäts- und Bodenschutz nicht erfüllt". Dass was Bahlmann als gesellschaftliche Erwartung verkauft ist allenfalls eine Illussion eines Professors. Das Gros der Geselschaftist mit der Landwirtschaft weitgehend zufrieden. Allerdings wird von diversen Seiten massiv daran gearbeitet, dies zu ändern und gleichzeitig den Bauern einzureden dass es anders sei. Die Gründe dafür sind so offensichtlich wie einfach: man braucht dringend eine Daseinsberechtigung!

von Michael Behrens

Herrschen und teilen! Die Gesellschaft wird gegen die Landwirtschaft aufgehetzt!

Herr Prof. Dr. Alfons Balmann, haben Sie schlecht recherchiert, oder sind Sie so dumm? Die NGO's bestimmen was Konsens in Land, Medien und Politik ist. Die NGO's verzerren das Bild über die Landwirtschaft, damit die Bereitschaft zum Spenden hoch bleibt und noch erhöht wird! Nie waren unsere Böden fruchtbarer und unsere Tiere gesünder! Und wer sich mal die Zeit nimmt den 143 seitigen Nitratbericht des Bundesumweltministerium durch zu arbeiten, wird feststellen, das die Wasserqualitäten in jedem Bereich Jahr für Jahr besser wird! Und in einem guten bis hervorragenden Zustand ist!!! Doch der Gesellschaft wird gegenteilig vermittelt!!! Wie ist denn das Vokabular, vergiftet, verseucht, gequält! Wie Sieht den die vegane Werbung in letzter Zeit aus?! Dann befürworten Sie noch von schmerzhaften Anpassung Prozess. Das nennt sich Strukturbruch! Herr Balmann, 6, setzen!

von Heinrich Schrimpf

Gesellschaft ?

Wer ist eigentlich die Gesellschaft ? Sind es die 90-95%, die im Discounter entsprechend der Geiz ist Geil Mentalität ihren Bedarf generieren, oder ist es der Rest, der auf Veränderungen drängt und dabei öffentlich und häufig zu Unrecht immer wieder die Landwirtschaft an den Pranger stellt. Es gibt eben nicht "die" Gesellschaft.

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