LfL stellt das Almweidekonzept vor

Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) stellte ihr neues Almweideprojekt vor, das sich mit den geänderten Bedingungen der Alm- und Alpwirtschaft befasst und diese den Almbauern vor Augen führt.

Die Biosphärenregion Berchtesgadener Land hatte vergangene Woche zu einem Alm- und Bergerlebnis am Roßfeld eingeladen. Zentrales Element ist die Beweidung der Almen und Alpen. Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) stellte dabei ihr neues Almweideprojekt vor, das sich mit den geänderten Bedingungen der Alm- und Alpwirtschaft befasst und diese den Almbauern vor Augen führt.

Der allgemeine Klimawandel ist auch in Bergregionen spürbar, im Alpenraum werden die Sommerniederschläge mehr und die Winter trockener. Diese Kombination führt dazu, dass die Futtererträge in den Höhenlagen zunehmen. Dies bedeutet für die Almbewirtschaftung, dass im Vergleich zu den 60iger Jahren des letzten Jahrhunderts deutlich mehr Futter und dieses vor allem auch früher zur Verfügung steht.

Als zweiter Aspekt des Klimawandels wirkt die Verschiebung der sogenannten phänologischen Jahreszeiten. Dabei werden Naturerscheinungen wie Blüte, Reife und Blattveränderung verschiedener Baum bzw. Straucharten zur Beschreibung der Jahreszeiten dokumentiert. Der Frühling beginnt um ca. 2 – 3 Wochen früher, ebenso kann ein früherer Sommerbeginn, gemessen an der Holunderblüte, nachgewiesen werden. Der Spätsommer hingegen verkürzt sich, d.h. es erfolgt ein direkter Übergang vom Hochsommer in den Frühherbst.

Für den Almbauern bedeutet dies, dass auf den Almen/Alpen heutzutage das Graswachstum um etwa drei Wochen früher einsetzt als in den 1960ger Jahren. Auf vielen Almen/Alpen ist der Almauftrieb seit Jahrhunderten festgelegt und erfolgt traditionell an bestimmten Tagen. Heute finden die Weidetiere beim Auftrieb bereits einen entsprechenden höheren Weidebestand als in früheren Jahrzehnten vor. Auf den Almen steht somit bei gleichbleibender Weidefläche mehr Futter zur Verfügung.

Beide Entwicklungen erfordern laut LfL einen früheren Weidebeginn je nach Vegetation und mehr Weidetiere. Letztendlich müsse sich die Almwirtschaft aufgrund des Klimawandels im Sinne des aktiven Umweltschutzes verändern, hieß es. In dem vorgestellten LfL-Projekt konnten die positiven Auswirkungen einer entsprechend angepassten Almwirtschaft auf die Weidequalität nachgewiesen werden. Durch solche Maßnahmen wird das Kulturgut Almen und Alpen für die Zukunft erhalten.

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