Berlin

Merkel schließt Kurswechsel in der Agrarpolitik aus

Bereits vor dem Landwirtschaftsgipfel mit Agrarvertretern sagte Angela Merkel vergangene Woche, dass sie sich die Argumente zwar anhören will, der Kurs der Regierung aber unverändert feststehe.

Am heutigen Montag treffen sich im Kanzleramt Vertreter der Agrarbranche mit Bundeskanzlerin Angela Merkel, um über die Sorgen der Landwirte und die Folgen des Agrarpaketes zu sprechen. Vorab stellte Merkel jedoch klar, dass es keinen Kurswechsel in der Agrarpolitik geben wird.

„Landwirte müssen Antworten auf die neuen Zeiten geben“, sagte die Regierungschefin in Berlin. Merkel lehnt Vorschläge ab, im Hinblick auf die von der EU-Kommission geforderte Anpassung der Düngeverordnung auf Zeit zu spielen. Es könne nicht angehen, die Verschärfung der Düngeverordnung noch einmal um drei Jahre hinauszuschieben, nachdem man die europäischen Vorgaben seit vielen Jahren nicht umgesetzt habe, stellte die Kanzlerin klar.

Keine Umweltverbände geladen

Die Bundeskanzlerin zeigte Verständnis für den Unmut der Landwirte. Die Proteste seien nicht zuletzt eine Reaktion unterschiedlicher Lebenswelten in Stadt und Land, die eine Gefahr für den Zusammenhalt in der Gesellschaft darstellten.

Merkel kritisierte eine unzureichende Wertschätzung der landwirtschaftlichen Arbeit. Man müsse die Landwirte achten, „die im Sommer noch arbeiten, wenn wir beim kühlen Bier sitzen“. Zur notwendigen Wertschätzung der heimischen Landwirtschaft zähle auch der Kauf regionaler Produkte. Man dürfe keinen Zweifel daran lassen, „dass wir heimische Lebensmittel wollen und eine starke Landwirtschaft“.

Zum Landwirtedialog heute sind Vertreter von 40 Verbänden und Organisationen aus dem landwirtschaftlichen Berufsstand und dem ländlichen Bereich eingeladen, nicht jedoch Umweltverbände. Die Kanzlerin wird sich drei Stunden Zeit zur Diskussion nehmen: Gesprochen werden soll über die Themen „Wertschätzung“, „Tierhaltung“ und „Ackerbau“.

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Wirkungsvolle Branchenorganisation notwendig

Albert Stegemann

Albert Stegemann (Bildquelle: www.albert-stegemann.de)

Für den agrarpolitischen Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Albert Stegemann, ist der Landwirtedialog „mehr als nur ein überfälliges Zeichen der Anerkennung“. „Die Kanzlerin macht Ernährung und Landwirtschaft zur Chefsache“, stellt der CDU-Politiker fest. Darin fordert Stegemann zugleich mehr Engagement der Agrarwirtschaft für eine aktive Kommunikation.

Nach Auffassung von Stegemann darf der Dialog „nicht im Kanzleramt enden“. Das von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner vorgeschlagene Nationale Dialogforum weist für den CDU-Politiker den richtigen Weg. Die Landwirte ruft er dazu auf, der Kommunikation einen größeren Stellenwert einzuräumen. „Landwirte brauchen eine wirkungsvolle Branchenorganisation, die über die Arbeit der Landwirtschaft informiert“, betont Stegemann. Eine gute Kommunikation mit den Verbrauchern liege im Eigeninteresse der Landwirte und der gesamten Ernährungsbranche.

Ausdrücklich bekräftigt der Unionsabgeordnete die Führungsrolle der Politik angesichts der anstehenden Veränderungen in der Landwirtschaft: „Wir müssen festlegen, wer in der Agrarpolitik Koch und wer Kellner ist.“ So könne es nicht sein, dass dringend notwendige Pflanzenschutzmittelzulassungen von nachgeordneten Umweltbehörden ausgebremst oder teilweise sogar mit rechtswidrigen Auflagen faktisch verhindert würden. Das gleiche gelte für neue molekulare Züchtungstechniken, „die wir dringend brauchen, um beispielsweise Pflanzen zu züchten, die dem Klimastress trotzen“.

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Bauernbund empfiehlt Dialog mit bäuerlichem Berufsstand statt mit Grüner Branche

Der Bauernbund Brandenburg hat Angela Merkel empfohlen, beim heutigen Agrargipfel im Kanzleramt nicht auf die Vertreter der „grünen Branche“ oder einer „modernen Landwirtschaft“ zu hören, sondern auf den bäuerlichen Berufsstand.

Viele der eingeladenen Verbände würden finanziert von Agrarkonzernen und Unternehmen der vor- und nachgelagerten Industrie, die andere Interessen verfolgten als die 250.000 deutschen Bauern, sagte Bauernbund-Präsident Marco Hintze, Ackerbauer und Rindermäster aus Krielow im Havelland: „Es gibt nicht die Landwirtschaft, aber es gibt sehr, sehr viele Landwirte, die ihren eigenen Hof mit eigener Hände Arbeit bewirtschaften – und das sind wir Bauern.“

„Hätte das Kanzleramt ein Gespür für das gehabt, was im Berufsstand gerade vor sich geht, hätte es uns eingeladen“ ist sich Hintze sicher. Allerdings habe der Dialog gerade erst begonnen, der Bauernbund werde sich daran 2020 deutschlandweit beteiligen.

Die Redaktion empfiehlt

Landwirte im Bundeskanzleramt

Liveticker zum Agrargipfel mit Merkel

vor von Christina Lenfers

Bundeskanzlerin Angela Merkel kündigt auf dem heutigen Agrargipfel mehr Dialog mit der Landwirtschaft an und äußert ihren Respekt für die Agrarbranche. Weitere Treffen sollen folgen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich im Bundestag für eine starke Landwirtschaft ausgesprochen. Sie sieht die Bauern aber auch in der Pflicht, gerade bei der Düngeverordnung.

Bauer Willi ist am Montag einer von 39 Vertretern des Agrarsektors, der beim Agrargipfel im Bundskanzleramt teilnehmen kann. Da der ganze Termin nur drei Stunden dauert, bleiben ihm nur wenige Fragen.

top agrar Berlin-Korrespondentin Stefanie Awater-Esper ist bei der Protestkundgebung in Berlin dabei und twittert über die Redebeiträge. Hier sind ihre Mitteilungen...


Diskussionen zum Artikel

von Klaus Jensen

Morgen geht der Demo-Trecker zur Inspektion....

(sicher ist sicher), volltanken, Grill etc. einpacken (weil wir bleiben ja anscheinend länger), Arbeitsplan erstellen, und dann wird gelost wer fahren darf, weil hier sind alle heiß. Ich schlage als Ziel übrigends alle Landeshauptstädte vor, da Frau Klöckner ja der Ansicht ist, ... mehr anzeigen

von Gregor Grosse-Kock

Ist das wirklich so?

Jeder redet vom Klima und, das wird impliziert , vor dem Untergang stehen. Quatsch!!! Die eine Seite der Klimaforscher sind sich einig das der CO2 Gehalt in der Luft schult ist - ohne wissenschaftlichen Beweis, die andere Gruppe sagt CO2 ist nicht der bedeutende Parameter Der Ippc ... mehr anzeigen

von Karlheinz Gruber

Sehr geehrter Herr Fiederling

im großen und ganzen sind wir uns einig. Nur eben nicht bei den Zahlungen. 1. sind diese Zahlungen auch für kleinere Betriebe überlebensnotwendig. Die Großen "Vorzeigebetriebe" sollten eigentlich auf eigenen Füßen stehen können. So wird es zumindest immer vermittelt. ABER. Die ... mehr anzeigen

von Rudolf Rößle

15 Jahre

geht der Strukturwandel so weiter wie in den letzten Jahren gibt es kaum noch Bauern. Nur noch die Hälfte, wenn überhaupt. Solange wir aber so viel und in so guter Qualität abliefern, sagt jeder Ökonom :" Läuft doch glatt, was wollt ihr denn!" Die Betriebe werden dann jedoch noch ... mehr anzeigen

von Alexander Audrit

Die Offenbarung!

Wem jetzt nicht klar wird das es absolut nur um ausgeglichene Handelsbilanzen geht, der will es nicht erkennen. Wir sind und bleiben das Bauernopfer, in wahrsten Sinne des Wortes! Die langfristig nachhaltige Produktion gesunder Lebensmittel durch uns ist nicht mehr gewünscht. Unsere ... mehr anzeigen

von Renke Renken

Aber jetzt offenbart sich auch von unserer Seite ein Riesenfehler,

denn die Bauern und allem voran der DBV schaut diesem Treiben der Politik schon viel zu lange tatenlos zu. Denn jetzt so langsam wird allen Bauern bewußt , wo der Hase letztendlich hinläuft, und da bedarf es erst einer "Land schafft Verbindung" - Bewegung von der Basis, um überhaupt ... mehr anzeigen

von Renke Renken

Und wenn sie

einen Kurswechsel ausschließen, dann brauchen die Landwirte wohl einen Kurswechsel in ihren Protestaktionen, reden und Dialog bringt ja scheinbar nichts. Aber jetzt offenbart sich auch der Fehler im System, im Vorfeld sind die Bauern nicht mit eingebunden worden, und wenn sie das ... mehr anzeigen

von Renke Renken

Von mir aus

kann die Groko auseinanderfliegen, schlimmer kann´s für die Bauern nicht mehr kommen, als mit so einer Kanzlerin der CDU, die die Landwirtschaft bewußt und sehenden Auges opfert. Und warum sind wir eigentlich die Alleinschuldigen, sie wollen das Klima und die Umwelt retten, dann fangen ... mehr anzeigen

von Klaus Fiederling

Werter Herr Gruber,

Ihre Meinung teile ich nicht ganz; ist es nicht weit eher so, dass je größer die Betriebe sind, desto größer die Abhängigkeiten von diesem Prämienmoloch, wobei auch diese Betriebe derzeit mit alljährlicher intensivmedizinischer Versorgung ungeachtet dessen mit dem Rücken an der ... mehr anzeigen

von Heinrich Roettger

Eingeschlagene Pflöcke der Regierung werden uns nicht demoralisieren!

Schade, dass nur bei Merkosur und Abgasskandal von unserer Bundeskanzlerin keine "roten Pflöcke" eingeschlagen werden. So kann die CDU bei einem Scheitern der GROKO und Neuwahlen im ländlichen Raum nur verlieren.

von Karlheinz Gruber

Und noch ein Nachschlag

Schaut mal jeden Tag bei www.BR. de rein. Jeden Tag eine Story über die LDW- schuldigen. Da könnt Ihr mal dampf ablassen, falls nicht wieder die Kommentarfunktionen gesperrt werden. Heute geht es dort um Kühe/ Tiere und Emmisionen….. Schönen Tag noch...

von Karlheinz Gruber

Herr Fiederling

ich gebe Ihnen in fast allem Recht. Nur bedenken Sie bitte: Bei einer Abschaffung der AUSGLEICHSZAHLUNGEN, soviel Richtigkeit muß schon noch intern sein, werden vor allem die kleinen Betriebe auf einen Schlag weg sein. Denn wir kleinen können nicht den Größenvorteil wie im Osten ... mehr anzeigen

von Willy Toft

Will man tatsächlich erstmal die Landwirtschaft vor die Wand fahren?

Nach dem Motto "Unmögliches" wird sofort erledigt! Es stehen bei der Umsetzung der ganzen Auflagen und Vorgaben, Existenzen auf dem Spiel! Heute schaut die ganze Landwirtschaft nach Berlin, und die Vorgaben aus dem Kanzleramt scheinen schon die Diskussion zu überlagern. Warten wir alle ... mehr anzeigen

von Karlheinz Gruber

Aber Hauptsache die Autos rollen

und die Industrie kann liefern. Wie haben doch die Bosse dort beschissen, bewußt mit Vorsatz beschissen!!! Und was war von der Regierung zu Hören? Die haben von sich aus die Autobosse eingeladen und gefragt, was die Regierung denn alles machen kann, damit es denen gut geht. Und ... mehr anzeigen

von Klaus Fiederling

Man wird heute in Berlin ganz sicher keinen tanzenden Stern gebären...

Wie will unsere Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel dato eine nachhaltige Richtungsänderung vollziehen, jetzt, da eine überaus bedrohliche Implosion der „KleiKo“ direkt an den Eingangstoren des Kanzleramtes bereits in Lauerstellung gegangen ist!? // Eine einzige Maßnahme nur wäre ... mehr anzeigen

von Christian Bothe

Merkeltreffen...

Zitat Merkel: „Landwirte müssen Antworten auf die neuen Zeiten geben“. Das die Dame schon solch einen Realitätsverlust hat, einfach nur grauenvoll! Landwirte jeglicher Couleur wissen seit Jahrzehnten was zu tun ist, brauchen keine praxisfernen Vorgaben aus Berlin und der EU und ... mehr anzeigen

von Wilhelm Grimm

Merkel schließt Murkswechsel in der Agrarpolitik aus !

War zu erwarten !

von Eike Bruns

Moin Top Agrar Redaktion,

Ihr solltet eine neue Rubrik in der Suchleiste einfügen: Umweltlandwirtschaft!!! Fragen wie z.B. Welche Blühmischungen erzeugen wie viel Insekten, wie viel Hektar meiner Fläche darf ich max. aus der Bewirtschaftung nehmen, warum sind Messstellen in der Heide oder unter NSG teilweise ... mehr anzeigen

von Karl Nölp

Merkel ist der gröste Feind der Bauern. Alles wird eingeführt was in der DDR da war (Kinderhort Ganztagesschule) und jetzt noch Die Planwirtschaft in unserer Landwirtschaft nur die Autointusdie wird mit allen mitteln geförtert

von Wilhelm Grimm

Entschuldigung,

doch lieber mit r .

von Gerd Uken

Sie hat noch mehr Angst um ihre GrKo

Als um die paar „ wütenden Bauern“. Sie wird nicht 1 mm vom Kurs abweichen- aber man ist ja käuflich...... Ich bin mal gespannt

von Wilhelm Grimm

K-und K- Agrarmonachie !

Ihr dürft gerne mit der Obrigkeit reden, aber Ahnung habt ihr nicht !

von Andreas Thiel

Merkwürdiger Dialog...

Merkel schließt vorab Kurswechsel aus...!!!

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