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RWE/WLV-Biogasanlage: Aus der Traum!

Das Vorzeigeprojekt in Velen ist am Ende. Mitte der vergangenen Woche meldeten die Partner Naturdünger Münsterland (NDM) und RWE Innogy, dass sie die Pläne zum Bau einer Biogasanlage nicht weiter verfolgen. Zu den Gründen lesen Sie einen Kommentar von Anselm Richard.

Lesezeit: 2 Minuten

Zur Absage der geplanten Biogasanlage in Velen ein Kommentar von Anselm Richard, Chefredakteur vom Wochenblatt Westfalen-Lippe.


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Das Vorzeigeprojekt in Velen ist am Ende. Mitte der vergangenen Woche meldeten die Partner Naturdünger Münsterland (NDM) und RWE Innogy, dass sie die Pläne zum Bau einer Biogasanlage nicht weiter verfolgen. Begründung: Die neuen Vorschriften im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) entziehen dem Projekt die wirtschaftliche Basis.



Dass die Vergütung für Strom aus Biomasse radikal zusammengestrichen wird, ist eine Tatsache. Für den Einsatz landwirtschaftlicher Reststoffe entfällt jede Extra-Vergütung. Und für die Gas­aufbereitung zur Netzeinspeisung gibt es auch kein Geld mehr. Da bleibt ökonomisch kein Spielraum mehr. Praktisch alle Pläne für neue Biogasanlagen sind heute Makulatur.



Das neue EEG ist aber nicht vom Himmel gefallen. Schon vor mehr als fünf Jahren wurden die Kooperationsverträge zwischen dem WLV und der RWE unterzeichnet. Im Herbst 2009 sollte Baubeginn sein. Investitionsvolumen: 18 bis 20 Mio. €. Seitdem wurde sondiert, geprüft, getestet, geplant, verworfen. Nur eben nie gebaut.



Der zunächst ausgewählte Standort in Südlohn war nicht zu halten. Die Bereitschaft der Landwirte, sich mit Geld zu beteiligen, Gülle und Zwischenfrüchte als Futter für die Anlage zu liefern, hielt sich in Grenzen – auch weil es Bedenken zur technischen Machbarkeit des ehrgeizigen Projektes gab. Vor wenigen Monaten  übernahm die Agravis Raiffeisen AG eine insolvente Anlage ganz in der Nähe in Dorsten, die ebenfalls auf Güllebasis arbeiten soll. Das Werk steht bereits.

 

Das Ende der geplanten Biogasanlage ist und bleibt eine schlechte Nachricht. Ziel der Großinvestition sollte ja nicht nur die Energieerzeugung sein, sondern die Ausschleusung von Stickstoff- und Phosphorüberschüssen aus dem veredlungsstarken Kreis Borken in Richtung der Ackerbau­standorte mit Nährstoffbedarf. Gute Idee! Aber auch das gelingt jetzt nicht wie geplant.



Wie geht es nun weiter? Die NDM ist eine Gesellschaft der Bauern. 85 sogenannte Gründungskommanditisten haben schon 2 Mio. € bereitgestellt, um Planungskosten und andere Vorinvestitionen zu finanzieren. Wie viel ist davon noch übrig? Und wie verteilen sich überhaupt die Kosten auf die Kooperationspartner RWE und NDM? Es wäre garadezu fatal, wenn das eingebrachte Bauerngeld nutzlos verpufft.


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