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Wenn Ostendorff das Sagen hätte...

Die Grünen haben eine „Zukunftskonferenz bäuerliche Landwirtschaft“ veranstaltet. Erklärter Gegner: Die unternehmerische Landwirtschaft. Stattdessen erträumten sich die Teilnehmer einen Agrarsektor, in dem sich ordnungsrechtliche Maßnahmen ebenso wie die Förderung an kleinen und mittleren Betrieben orientieren.

Lesezeit: 2 Minuten

Die Grünen haben am 8. November in Berlin eine „Zukunftskonferenz bäuerliche Landwirtschaft“ veranstaltet. Erklärter Gegner: Die unternehmerische Landwirtschaft. Stattdessen erträumten sich die Teilnehmer einen Agrarsektor, in dem sich ordnungsrechtliche Maßnahmen ebenso wie die Förderung an kleinen und mittleren Betrieben orientieren. Größere Betriebe würden die politische Unterstützung verlieren und sicherlich mit zahlreichen Auflagen überzogen.


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Laut dem Agrarsprecher der Grünen, Friedrich Ostendorff, seien zukunftsweisende Betriebsmodelle und Erzeuger-Verbraucher-Kooperationen zu unterstützen. Es müssten Instrumente entwickelt werden, Land verfügbar zu halten und so Betriebsneugründungen weiterhin zu ermöglichen.


Ostendorff definiert "Familienbetrieb"


Der Grünen-Politiker warnte vor einer einseitigen Definition von bäuerlicher Landwirtschaft: „Familienbesitz kann nicht das wesentliche und schon gar nicht alleinige Kriterium für bäuerliche Landwirtschaft sein.“ Dann, so Ostendorff, „würden auch einschlägige Großunternehmen der Geflügelhaltung als bäuerliche Betriebe gelten“. Stattdessen umfasse eine bäuerliche Landwirtschaft eine flächengebundene Tierhaltung, eine standortangepasste Landwirtschaft, die Vermeidung von Umweltbelastungen sowie den Erhalt einer vielfältigen Agrarstruktur und der Betriebe.


Strukturwandel mit negativen Folgen


Einen „Verlust ungekannten Ausmaßes“ bedeutet nach Auffassung von Ostendorff der Strukturwandel in der Landwirtschaft. So habe allein in den letzten 15 Jahre die Hälfte der Betriebe in Deutschland aufgegeben. Besonders dramatisch sei die Entwicklung bei den Milchvieh- und Schweinehaltern.


Der Grünen-Politiker macht die aktuelle Agrarpolitik für die Probleme mitverantwortlich. Durch Investitionsförderung und Flächensubventionierung entstehe ein „Teufelskreis aus Produktionssteigerung, Preisverfall und Aufgaben landwirtschaftlicher Betriebe“. Dies führe zu einer Konzentration der Tierhaltung und Umweltbelastungen durch Nährstoffüberschüsse sowie einem gravierenden Biodiversitätsverlust. Zusätzlich angeheizt werde die Entwicklung im Milchbereich durch die aktuelle Quotenübererfüllung, den Produktionsausbau und die Exportausrichtung. Mit dem Auslaufen der Milchquote im kommenden Jahr werde sich dieser Trend noch verschärfen, warnte Ostendorff.


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