Zukunftskonzept oder Nebelkerze

Wie gut ist das DBV-Zukunftskonzept?

Was hält die Wissenschaft vom DBV-Zukunftskonzept? Wie passt es zur Zukunftskommission Landwirtschaft, die am Montag tagte? Antworten vom Agrarökonom Prof. Achim Spiller.

Vergangene Woche hat der Deutsche Bauernverband (DBV) ein Zukunftskonzept vorgestellt. Es soll für eine neue Partnerschaft für Landwirtschaft und Ernährung sorgen. Kernforderung ist die Aufnahme von Ernährungssicherung und Klimaschutz ins Grundgesetz. Prof. Achim Spiller von der Universität Göttingen und Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats für Agrarpolitik beim Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL), ordnet die Forderungen im Interview ein.

Was halten Sie vom DBV-Zukunftskonzept?

Spiller: Es ist wichtig, dass der DBV verstärkt in die Zukunftsdiskussion einsteigt. Vizepräsident Werner Schwarz hat vor einigen Wochen interessante Thesen erläutert. Jetzt hat Präsident Joachim Rukwied ein Zukunftskonzept vorgestellt. Wir brauchen einen verstärkten gesellschaftlichen Diskurs, und natürlich sind die Stimmen der Landwirte und ihrer Interessenorganisationen dafür sehr wichtig.

Gehen wir auf die Inhalte ein: Der DBV fordert, Ernährungssicherung und Klimaschutz ins Grundgesetz aufzunehmen. Eine gute Idee?

Spiller: Es kommt drauf an, was der DBV mit Ernährungssicherung meint: Eine veraltete Begriffsfassung, die sich allein auf die Produktion und einen hohen Selbstversorgungsgrad bezieht, oder die wissenschaftlich global akzeptierte Fassung, nach der Ernährungssicherung die Punkte Verfügbarkeit, Zugang, Nutzung und Stabilität meint. Deutschland hat demnach weniger ein Problem mit der Nahrungsmittelmenge als mit dem Zugang für Teile der Gesellschaft („Ernährungsarmut“) und der Nutzung, also dem verbreiteten Konsum ungesunden Essens. Rukwied betont in seiner Rede dagegen nur die Erzeugungsseite, die Versorgungssicherheit. Wenn mit Ernährungssicherung eigentlich der Selbstversorgungsgrad gemeint ist, bin ich skeptisch. Auch wenn es natürlich gut ist, dass der DBV klar zum Klimaschutz steht und „Klimaleugner“ keinen Raum erhalten, so liegt doch die zentrale Herausforderung darin, in...

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Der Bauernverband sieht es an der Zeit, Ernährungssicherung und Klimaschutz ins Grundgesetz aufzunehmen. Er erhofft sich davon ein neues partnerschaftliches Denken von Landwirtschaft und Umwelt.


Diskussionen zum Artikel

von Gerd Uken

Irgendwo in den römischen Verträgen steht

Die Landwirtschaft soll am Wohlstand der Gesellschaft teil haben Ich nur noch nicht. Mitbekommen wie das in den 60 Jahren denn gewesen ist. Oder was damit gemeint worden ist.... Eine Arbeitsstd.eines Monteurs kostet zwischen 48 und über 100€ Netto! Das wird auch eine ... mehr anzeigen

von Thomas u. Helmut Gahse GbR

Der DBV hat das schon ganz

gut gemacht, man muß sich auch noch Verhandlungsspielraum lassen.

von Rudolf Rößle

Mit einer

Position wie kein Import mehr von Kohle-und Gasstrom in 10 Jahren schlagen sie sogar Greenpeace. Wenn schon denn schon.

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