Klimawandel bedroht Ernten in den USA

Werden die Treibhausgas-Emissionen nicht reduziert, sind in den USA bis zum Ende des Jahrhunderts Ernteverluste von 20 Prozent bei Weizen möglich. Das zeigt eine neue Studie.

Wenn der Ausstoß von Treibhausgasen und damit auch die Erwärmung unvermindert anhalten, kann es noch in diesem Jahrhundert durch erhöhte Temperaturen zu Ernteverlusten von 20 Prozent bei Weizen, 40 Prozent bei Soja und fast 50 Prozent bei Mais kommen. Dies hat ein internationales Team von Wissenschaftlern herausgefunden, berichtet der landwirtschaftliche Informationsdienst (lid).

Demnach kann für jeden einzelnen Tag über 30 Grad Celsius der Ernteertrag von Mais und Soja um rund 5 Prozent schrumpfen. Solche Temperaturen werden bei ungemindertem Klimawandel häufiger auftreten, und sie können die landwirtschaftliche Produktivität ernsthaft treffen, heißt es in einer Mitteilung des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, das an der Studie beteiligt war.

Die Wissenschaftler haben nach eigenen Angaben so umfassend wie noch nie Computer-Simulationen zu US-Getreideernten durchgeführt. Die Simulationen hätten gut wiedergegeben, wie in der Vergangenheit hohe Temperaturen Ernten teils stark verringert hätten; sie würden damit ihre Tauglichkeit für Projektionen in die Zukunft erhärten, heißt es weiter.

Weil die USA zu den größten Getreideexporteuren der Welt gehören, haben kleinere US-Ernten Folgen für den Weltmarktpreis bzw. die importierenden Länder. Die Studie zeigt weiter, dass eine verstärkte Bewässerung von Feldern die negativen Auswirkungen der globalen Erwärmung auf den Anbau der Nahrungsmittel verringern kann – allerdings nur in Regionen, wo genug Wasser verfügbar ist. Die Wissenschaftler halten fest, dass letztlich der Klimawandel begrenzt werden müsse, um die Ernten stabil zu halten.