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Niederlande

Rabobank: Preise für Geflügelfleisch wahrscheinlich weiterhin unter Druck

Der Geflügelsektor fährt „Achterbahn“ mit Angebots- und nachfragebedingten Preisschocks. Ausschlaggebend waren die Corona-Krise und die ASP. Eine Verlagerung der Warenströme prägt den Welthandel.

Lesezeit: 3 Minuten

Der globale Markt für Geflügelfleisch dürfte nach Einschätzung der Rabobank in den kommenden Monaten weiterhin von großen Schwankungen geprägt werden und preislich unter Druck bleiben.

Die niederländischen Analysten weisen in einem aktuellen Marktbericht darauf hin, dass der globale Geflügelsektor bereits im bisherigen Jahresverlauf eine „Achterbahnfahrt“ mit angebots- und nachfragebedingten Preisschocks hinter sich gebracht habe.

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Ausschlaggebend dafür seien vor allem die Auswirkungen der Corona-Krise und der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Asien gewesen. Den Fachleuten zufolge hat sich Geflügelfleisch in den vergangenen Monaten noch kräftiger als Rind- und Schweinefleisch verbilligt.

Als wichtigste Ursache für diese negative Entwicklung führen sie den relativ hohen Anteil des in der Gastronomie verkauften Geflügelfleischs an, der sich auf 20 % bis 50 % belaufe. Profitiert hätten indes Unternehmen, die ihre Produkte vorwiegend über den Lebensmitteleinzelhandel absetzten.

Weil die Gastronomie und der Fleischgroßhandel in hohem Maß vom globalen Angebot abhängig seien, habe sich die Verlagerung der Warenströme auch deutlich auf den internationalen Handel ausgewirkt.

Preisdruck für hochwertigere Teilstücke befürchtet

Die Rabobank geht davon aus, dass der globale Geflügelfleischmarkt bis Anfang 2021 unter Druck bleiben dürfte. Unsicher sei, wie sich die Corona-Pandemie weiter entwickle und ob beziehungsweise in welchem Ausmaß die Regierungen die Mobilität der Menschen erneut einschränken müssten.

Die Gastronomie werde sich in den nächsten Monaten allerdings kaum vollständig von den Einbußen durch die bisherigen Lockdowns erholen. Jedoch sei mit einer zunehmenden Geflügelfleischnachfrage der Verbraucher zu rechnen, die wegen der tiefen Wirtschaftskrise wahrscheinlich von teuren Fleischarten auf Standard-Geflügelfleischprodukte umsteigen würden. In der Folge könnten aber hochwertigere Teilstücke und kostspieligere Vermarktungskonzepte unter Preisdruck geraten.

Geflügelfleischerzeugung dürfte moderat zunehmen

Die niederländischen Experten mahnen vor dem Hintergrund ihrer vorwiegend pessimistischen Prognosen eine Begrenzung des Geflügelfleischangebots an. Allerdings hätten die Erfahrungen der vergangenen Monate gezeigt, wie schwierig es sei, die Märkte auf diese Weise im Gleichgewicht zu halten.

Unter dem Strich wird für 2020 gegenüber dem Vorjahr zwar nur mit einer Erhöhung der globalen Geflügelfleischerzeugung um 0,8 % gerechnet. Dabei dürften die Entwicklungen in den einzelnen Ländern aber recht uneinheitlich ausfallen.

So prognostizieren die Banker für China ein Produktionsplus von 15 % und für Vietnam von 5,2 %. Auch für Mexiko, Japan die USA und Brasilien seien Zuwächse zu erwarten, und zwar um 2,2 % beziehungsweise 2 % sowie um 1,5 % und 0,5 %.

Dagegen sagen die Fachleute für die Europäische Union ein Erzeugungsminus von 3 % voraus. Die größten Einschränkungen werden indes für Indien und Thailand erwartet, und zwar um mindestens 10 % beziehungsweise um 7,5 %.

Positiv für die Geflügelbranche sei allerdings, dass die Futterkosten in den Geflügelhaltungen angesichts der global guten Erntebedingungen für Weizen, Mais und Sojabohnen nur ein geringes Aufwärtspotential hätten. Andererseits sei die Nachfrage nach diesen Ackerfrüchten immer noch durch die Corona-Krise beeinträchtigt, obwohl die chinesischen Importe im Zuge der sich dort erholenden Fleischerzeugung zuletzt etwas angezogen hätten.

Allein in Brasilien, Südafrika, Russland und Mexiko seien die Geflügelfleischerzeuger mit steigenden Futterpreisen konfrontiert gewesen, was vor allem auf Währungsschwankungen zurückzuführen sei.

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