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Rügenwalder Mühle sieht in vegetarischen Wurstalternativen Potenzial

Das Wachstum im Bereich vegetarischer und veganer Fleisch- und Wurstalternativen stellt Rügenwalder vor Kapazitätsprobleme. Das Unternehmen sucht neue Produktionsstandorte.

Jens Hertling von der Fachzeitschrift Lebensmittelpraxis sprach mit dem Vorsitzenden der Geschäftsleitung bei Rügenwalder Mühle, Michael Hähnel, über den Markt für Fleischersatzprodukte.

Michael Hähnel hat im Januar 2020 den Vorsitz der Geschäftsleitung der Rügenwalder Mühle übernommen. Mit der Berufung des 55-jährigen Managers ist das Familienunternehmen einen weiteren Schritt vom Wurst- zum Lebensmittelhersteller gegangen. Zuvor war Hähnel als Vorstand der Bahlsen Gruppe in Hannover für die Regionen DACH, Mittlerer Osten, Asien-Pacific und China verantwortlich. Vor seinem Wechsel in den Rügenwalder-Vorstand gehörte Hähnel bereits zwei Jahre lang dem Aufsichtsrat des Unternehmens an.

LP: Wie schätzen Sie die Entwicklung des veganen Lifestyles bis 2030 in der Gesellschaft ein?

Hähnel: Wir beobachten, dass Vegetarisch/Vegan in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist. Die Geschwindigkeit, in der Veggie unsere Gesellschaft erobert hat, ist faszinierend. Ich stelle fest, dass der Verbraucher gern Alternativen zum Fleischgenuss möchte. Wir bieten diese Alternativen an. Der Veggie- Bereich ist etwas, was durch die Bevölkerungsentwicklung getrieben wird. Interessant ist, dass Sie in der Bevölkerungsschicht zwischen 15 und 29 Jahren doppelt so viele Veggie- Befürworter finden. Wir können uns darauf einrichten, dass die sogenannten „Millennials“ weiter den Markt und auch uns verändern werden. Im Veggie-Bereich wird sich noch viel tun. Die Rohstoffe werden sich weiterentwickeln, und es wird noch weitere exzellente Fleischalternativen geben. Der Veggie- Bereich hat noch viel Potenzial für die Zukunft.

Wird Veggie weiter boomen?

Hähnel: Im Bereich der pflanzlichen Prote - ine rechnen wir in den kommenden Jahren mit einem dynamischen Wachstum. Zu allen Produkten aus Fleisch wird es in Zukunft pflanzliche Alternativen geben.

Wie hoch schätzen Sie den künftigen Marktanteil bei veganen/vegetarischen Produkten?

Hähnel: Das kann ich nicht präzise beziffern. Aber die Potenziale macht am besten folgendes Beispiel klar: Der gesamte Konsumgütermarkt in Deutschland erzielte im Jahr 2020 einen Umsatz von 132 Milliarden Euro. Hierbei liegt der Bereich SBWurst bei nur 7,5 Milliarden Euro Umsatz. Der Veggie-Bereich erzielte im gleichen Zeitraum 452 Millionen Euro Umsatz, das sind 0,3 Prozent des Umsatzes des Konsumgütermarkts. Hier wird es weiterhin eine Explosion geben. Das wird auch die nächsten Jahre so bleiben. Weiterhin bleibt der Wurstmarkt stabil. Uns ist es deshalb wichtig, dass wir beide Segmente ordentlich bearbeiten. Die Verbraucher wollen selbst entscheiden, ob sie Produkte mit tierischen oder mit pflanzlichen Proteinen genießen. Es ist deshalb unsere Aufgabe, die Alternativen weiterhin anzubieten.

Planen Sie, noch mehr vegane Produkte ins Sortiment aufzunehmen oder die vegetarischen Produkte zu veganisieren?

Hähnel: Wir arbeiten ständig an unseren Rezepturen. Vegan ist ein Riesenthema, aber das alles Entscheidende ist der Geschmack. Wir produzieren die Produkte nicht aus moralischen oder missionarischen Gründen. Wir stellen die Produkte nur um, wenn der Geschmack zu 100 Prozent „bombig“ ist. Der Geschmack muss uns überzeugen,...

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