ASP-Folgen

Schweinemarkt im Krisenmodus Plus

Der deutsche Schweinefleischmarkt ist nach dem ASP-Fall bei Wildschweinen unter starkem Druck. Fast alle Exportmärkte in Drittländern sind weggebrochen. Das Schlachtschweineangebot staut sich.

Ein weiterer Notierungsrückgang ist den deutschen Schweinemästern nach dem hierzulande ersten Fall der Afrikanischen Schweinepest (ASP) bei Wildschweinen zunächst erspart geblieben; doch steht der Markt nach dem Verlust fast aller Drittlandsmärkte weiter unter starkem Druck.

Nachdem die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG) ihre Leitnotierung für Schlachtschweine am 13. September in einer Sondersitzung um 20 Cent gesenkt hatte, wurde am 16. September die Preisempfehlung auf dem stark erniedrigten Niveau von 1,27 €/kg Schlachtgewicht (SG) belassen.

Das Lebendangebot hat nach dem Bekanntwerden des Tierseuchenausbruches zugenommen; laut Marktbeobachtern stauen sich vielfach die schlachtreifen Tiere. Gleichzeitig ordern die Schlachtbetriebe bei schwieriger Absatzsituation eher verhalten; zudem schränken Personalengpässe und Corona-Hygieneauflagen die Schlacht- und Zerlegekapazitäten weiter ein.

Nach Angaben der Bundesanstalt für Ernährung (BLE) wurden in der Woche zum 13. September in den meldepflichtigen Schlachtbetrieben 859.830 Schweine geschlachtet; das waren 78.340 oder 8,4 % weniger als in der vergleichbaren Vorjahreswoche.

Am EU-Binnenmarkt für Schweinefleisch kommt es aufgrund der nun von Deutschland umzuleitenden Drittlandsware zu Preisdruck. Laut Agrarmarkt Informations-GmbH (AMI) sind vor allem Bäuche und Schlachtnebenerzeugnisse wie Pfoten, Ohren, oder Innereien betroffen, wobei die Nebenerzeugnisse praktisch kaum zu vermarkten sind.

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